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Der israelitische Lehrer · 1866-03-08 · 10 (8.3.1866) · p. Seite 41

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
10 (8.3.1866)
Date
1866-03-08
Page
Seite 41 (sequence 3)
Language
German
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41 bei kgl. Regienmg nachgesucht und bereit» auch erhalten. Schadp nur, daß wir keine große Au-wahl an junge« Männern haben, welche diele Stelle würdig au-zufüllen vermögen, besonder» da die Anforderungen sehr gesteigert iknd ziemlich auseinandergehen werden. — Eine gewisse Sati»faction gewährt r», daß dermalem sich auf ausgeschriebene gute Lehrerstellen kaum einige Bewerber melden, auf welche sich vor 25 Jahren noch deren 30 gemeldet hätten. - Nachbemerkung der Redaction: Wir haben dieser Corrrspondenz noch eine persönliche Bemerkung beizufügen. Der .Schreiber derselben, unser theurer Freund und College, Herr Lehrer Simon Krämer in Altrnmuhr, der unsere Bestrebungen zur Hebung de» Lehrerstande» mit Au-dauer und Hingebung durch feine interessanten und anregenden, ebenso liebevollen als frrimüthigrn Mittheilungen au-' Bayern von Anfang herein unterstützte, der überaus thätige. Förderer unsere-Verein-, tritt, wie da- Inserat am Schlüsse unseres Blattebesagt, mit dem 1. Mai c. aus dem activen Schulamte Izurück. Möge Er sich der wohlverdienten Ruhe recht, recht lange erfreuen, und ste-seine geschwächten Kräfte erstarken. Mögen" die Nachfolgenden den Vorgängern gleichen! Herr Krämer wird weder dem Vereine noch unserer Zeitschrift seine bedeutsame Wirksamkeit entziehen, ja diese, bei mehr Mtße, noch zu erhöhen' vermögen. Dabei müssen wir al» bezeichnend constatiren, daß Krämer, dem vom Staate ein Ruhegehalt von fl. 300 wird, auf die ih«, von Rechtswegen zukommende Pension au» unserem Vereine verzichtet hat' AuS Kurhessen. »In der edlen Stadt, die der Herr Teufel besonder» zu.seiner Residenz auserkoren hat," da ja einer seiner deswillen berühmten Bewohner — Herr Villmar — durch dessen leibhaftige Erscheinung begnadigt worden — wie man au» dessen edlem Schriftwerke, da» voll des Teufel» ist, genugsam ersehen kann — wohnt auch der Redacteur des Ihnen sicherlich unbekannten .christlichen Schulboten," Herr Leimbach zubenannt. Der edle Herr Redacteur nannte nun unlängst den kurhessischen Brandkassen-Unterstützung-verein und ähnliche Vereine „Teufelswerk", weil die Theilnehmer desselben kein rechte- Verttauen zu Gott äußetten und dessen Allmacht und Allweisheit vor-ubrugen suchten. E» ist eben ei« besondere» Symptom der echtsarbigen Otthodorie aller Religionen, daß sie immer, einen Schritt weiter gehend al» die Stifter, Weisen und Gesetzeslehrer der Religion, leicht in da» Gebiet fremder Religionen Hinüberstreifen. So wollte der Seminardirektor da» jüdisch« Schweinefleischverbot von den christlichen Seminaristen berücksichtiget wissen — wie Sie ja bereit» berichteten; und Herr Leimbach ist wahrscheinlich so ein Stück Mubamedaner, der an ei» „Fatum" glaubt! Dawürde un» wenig hindern. Allein — Herr Leimbach geht einen Schritt weiter^ auf ein Gebiet, daunja angeht. Er will einen ähnlichen Unterstützung»- verein für leine Anhänger gründen, da ere» nicht wagt, sich an den unchrtstlichen allg. kurh. Unterstützung-Verein anzuschließen, unchristlich, weil derselbe auch Juden aufnimmt*). Wir hören, daß Herr Dr. Stein jetzt Lehrer an der Jaco -- sonSschule in Seesen, eine Stelle al» Lehrer beim Caffeler Seminar übernimmt. Wir glanben, daß diese vorzügliche Kraft geeignet ist, dem Seminare neue» Leben einzuhauchen, und hoffen, daß nunmehr, wo die Lehrkräfte Gediegeneverheißen, sich auch die a«eren Provinzen außer Niederheffen an das Seminar auschließen. Nun noch eine Aufforderung an die kurhesfischeu Lehtrr^. Der Landtag tritt mit dem 1. März d. I. wieder znsd»»' men und wäre e» zweckmäßig, wenn dir Kurh. israelitisch»' Lehrer bei demselb« um Gleichstellung mit ihre» christliche« Collegia petittonirten. Helft er auch jetzt nicht«, so dürfe« wir dennoch eher nicht schweige«, al« bi« endlich unsere gerech« ten Klagen Gehör finden. Der Tropfen höhlt den Stet» an».-S. Reichenberg. Da» hieffge Stadtverordneten«Collegiinn hat in der Sitzung am 8. d. den ersten Israeliten, der sich <aff dasselbe mit der Bitte um Aufnahme in den Gemeinde« cimntz ' von Reichenberz gewendet hatten, dm Herren 'S. Liebitzlh, Bor« sicher der israentischen CultuSgemeinde und I. Deutsch da» An» ständigkeftSrecht nicht gewährt. Nebenbei sei bemerkt, daß Reichenberg eine ultradrutsche Stadt ist und der c»mmerei«e Verkehr derselbe« mit dm Juden der ganzen Monarchie-ei» großer ist. (Abendland.) — Wie da» „Je wisch Ehronikle" berichtet, beabsichtigt dev' gefeiette Sir Mose« Möntefiore im nächste» Frühjähre eine Reise nach Palästina zu unternehmen. Gleichzeitig wird auch der edlk «lvett Kohn au» Part»' dott" kicktteffrn. - WWjflT Gotte» möge die beiden großen Männer, Zierden der jüdischen Ration, dtten Rrtsezweck selbstverständlich da» Wohl unserer GlanbmSbrnder im hnlizen Lande ist, auf ihre» Wege begleiten. " “T” . 1 Haman*). Bon I. I. Rosenmeyer, königl. Oberlehrer in S. a. ttjhely. It« Kurimfest«. Wohl selten hat man Gelegenheit, «mm Menschm kennen u lernm, der in jeder Beziehung so ist, wie man nicht sei« ollte, wie in Haman Ein Emporkömmling mit gemeiner Seele, stolz und rachsichtig; ihm ist nicht» heilig. Mordchai, ei« au» Jerusalem hmweggesührter Jehudi, fällt vor Häman dem Groß» vezier nicht nieder; letzterer kann da» nicht ertragen, er nimmt sich nicht nur vor, Mordchai zu tödtm, sondem ein ganze» Volk auSzurottm. Dabei ist er ganz Selave und kein Wott der Gegenvorstellung mtquillt.seinem Herzen, al» er auf Befehl de» König» seinem Gegner königliche Ehren zu erweisen hat. Aber auch in de» tiefsten Aberglaubm ist er versunken. Glaubt er doch durch da» Loo» den günstigen Tag zur Ausführung seiner schwarzen That zu erforschen**). Der Haman in Schuschan ist der Stammvater aller späteren Judenfeinde, der Lehrer aller Judenverfolger, indem er spricht: „da ist rin Volk zerftteut und abgesondett unter dm Völkern in allm Landschaften deine- Königreiche» und ihre Gesetze find! verschieden von dmen aller Völker und die Gesetze de» König» thun sie nicht und ist e» dem Könige nicht angomeffm sie zu lassm. Wmn rS dem Könige gefällt, so werde geschrieben sie zu vernichten," Sein racheschnaubender Plan findet durch seinm Herm und König jedmöglichstcn Vorschub. Doch ist eihm un» möglich, die kurze Frist abzuwatten; Mordchai muß sofort zur Sette geschafft werden. Ein Galgm, 50 Ellm hoch, wttd für den Juden Mordchai im eignen Hause gebaut Doch Gott, der die Geschicke der Menschen lenkt, läßt in der Nacht den König *) Wir bitten den geschätzten Herrn Eorrespondenten, uns da» betreffende Blatt de» „christlichen Schulboten" unter Kreuzband zu sende», ta« seiner Sendung nicht beilag. Wir werden dünn das Ganze, mit der Antwort des kurh. Echulzertung, zu einer eingehenden Besprechung benützen. „Rachth'ffenzeitung," roap. „Villmar" ist nicht beruckfichtigenswerth. DaS ist — gerichtet. — Red. *) Entnommen aus einem demnächst zu veröffentlichenden Werk«: .Biblische Eharakterbitder für das Volk und die reifere isr. Jugend von I. I. Rosenmeper erzählt." — Red. _ **) Man ist noch heute über glückliche und unglückliche Tag« im Morgenland« im tiefsten Aberglauben versenkt, nur daß jetzt, anstatt der Loose die Sterndeuter, die Dinge bestimmen. »

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