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Der israelitische Lehrer · 1866-03-08 · 10 (8.3.1866) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
10 (8.3.1866)
Date
1866-03-08
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Lehrerstandes Zeitschrift I für die gesaimnlen Jntereffm doS israelitischen j ' und zugleich -I Organ für den Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer- _ Wittiven und -Waism in Deutschland. _- —- - - _;__ JJg'10« Mainz, den 8. März 1866. (Sechster jJahrgang.) Wöchentlich 1 Rümmer. Vierteljährlicher Adonnementüpreis L7 kr. — 1/4 Lhlr. Bei frankireer Zusendung unter Nreuzband jährlich L sl. s2 kr. Anzeigen zu 1 Egr. di« Petitzeile, lkeflelluugen nehmen alle Poftämter und Buchhandlungen an. SoU der VolKsschuUehrrr neben seinen Fach gabie» auch dem Stndimn ftember^pracken sblirgen, - «nb welche (ckeine^Äe ULiMtKeuSen? Eine Zeitfrage. Don W. Plaut in TreiS a. d. L. ll. (Schluß.) Der »weite Theil meiner Frage: „Wird der Lehrer durch da» Studium fremder Sprachen iu «ähere Beziehungen zu gebildeten Stäuben gebracht, wird dadurch da» Vorurtheil verringert, und gewinnt seine allgemeine Bildung dabei wesentlich?" enthält wenigsten» eben io viel Wahre», al» der erste. Hundert Male begegnet'» un» im Leben, gebildete Leute klagen zu hören: „ES ist dahier für mein Kmd so wmtgs GÄkgrnhM, um'ihm neben der Schulbildung auch eine Bildung in den moderne» Sprachen geben zu können; ich war darum genöthigt, mein Kind in die —'sche Anstalt zu schicken." So kostspielig auf der einen Seite diese» nothgedrungene Vorgehen mancher Ellern auch ist, so unangenehm und störend ist e» für den Lehrer ans der anderen Seite. Denn in der Regel ist e» der bessere Schlag seiner Schüler, welcher ihm znm 10—12 Jahre entzogen wird, gerade da, wo der Ldhrer auch einmal eine Stunde de» Genüsse» und der Befriedigung für so manche de» Kummer» und der unendlichsten Mühseligkeit' einzuerndten gedachte. Auf der andern Seite bestätigt die Erfahrung, daß Kinder selten*) der Volksschule vor dem 14. Lebensjahre entzogen «erden, wenn ein« Vorbildung in fremden Eprachm und anderem höheren Wissen ihnen im Orte zu Theil werden kann. Der Unterricht in solchen Fächern wirb nun jedenfalls am ehesten dem VolkSschnllehrer zuge- *) Wir glauben übrigens, daß Ebenso oft Eitelkeit di« tktader der Volksschule entzieht, — wie wir erst jüngst beklagte«, — und der fremdsprachliche Unterricht öfters nur ekne schale LuSrede bildet. — Red. wiesen, und hierdurch ist er aber auch schon « gebildete» Familien eingejührt und hinlänglich, empfohlen. Will er, so kau» er sich mannigfachen Nutzen dadurch verschesfen * er kann halt- und taktfester, sicherer, freimüihiger.und würdiger in.seiner ganzen Erscheinung, in seinem Wffe« gründlicher und gedlegeyer und in semen Manieren fpünff und anständiger werden. Alle» diese» sind Erforderniffe rücksichtlich der Achtung - izud- Ehrerbietung, die man ihm Md seinem Stande schuldig ist. Vernehmen.wir über letztere» ein Wort de» ersten der deutschen Schnstehrer: „Der Lehrer tat Ansprüche gns die Achtung anderer Stände. D«m ^u Werth, Bedeutsamkeit und Würde weicht «r keiuem, . hat'nicht Ursache — wie keiner, sich über einen anderen,-M. erheben; aber er darf sich ohne Anmaßung jedem gleich-' stellen. Gehört er doch zu den geistigen Ständen. Er hat e» mit inneren Angelegenheiten zu thuu, und zwar mit den höchsten, di« e» gibt und deren Wirkung bi» in'» jenseitige Leben hinmyreicht. Warum sollte chn da di« Welt nicht achten? Und doch findet oft da» Gegentheil statt. Di» Welt bestimmt in der Regel ihr Uriheil nach Geldbesitz, Macht und Rang und e» ist noch, nicht laug« her,- daß,. Schullehrer nur Gegenstände de» Spotte» und der Belustigung waren. Da» schwindet von Toa zu Tag «ehff,. Dt« Hauptsache liept iu de« Hände« der Lehrer. Diese sollten sich solidarisch gemeinsam zu achtungswürdig «rErscheinnna ermpthigen." Wie wahr diese bedeutungsvollen Worte find, fühlt «an. „Die Hauptsache liegt allerdings in den Händen der Lehrer." Wollen diese, stehen sie einer für den ander», halte» sie zu gemeinsamen Zwecke» treu zusammen, so werden sie sich hie Achtung gewinnen, die man ihnen so lange unrechtmäßiger Weise vottnthalten hat. --- ES bleibt nun noch nachzuweisen, daß auch die wUevschaftliche Bildung de» Lehrer» durch Erlernung fremder Sprachen wachse. Auch das ist leicht und theil» schon nachgrwiesen. Für's Erste weiß Jeder, daß das Studium derselben, auch ohne weitere Verwerthung jm Leben, bildet: der Scharfsinn wirb erprobt und gestärkt durch Ausfinden der Stam«- und Wurzelwörter (primitiv»), der abgeleiteten (derivat) und der zusammengesetzten (ooruxoeita) durch Vergleichung

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