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Der israelitische Lehrer · 1866-02-22 · 8 (22.2.1866) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
8 (22.2.1866)
Date
1866-02-22
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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f- Acltstzrift . für die gesammten Jntereffen des israelitischen LchretstandeS und zugleich Organ für den Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, öehrer- Wittwen und ^Waisen in Deutschland. J\g 8. Mainz, den 22. Februar 1866. (SkviÄLrer Jahrgang.) Wöchentlich 1 Rümmer. Vierteljährlicher Adonnemcntsprois 27 lr. ---- >,< Thlr. Bell frantireer Zusendung unter. Kreuzband jährlich 2 fi. 12 Anzeigen zu 1 Sgr. die Pctitzelle. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. , > > . ■ i ■■■! I ■■ IÜ 'llfJF ,.J >-» .» Tod und Un^erdliehkeit. Rede, gehalten in der Lhevra zu Erfurt Lii der Scelenseicr am 28.-Januar 1865. > Bau Dr. A. Iaraczewsky. *) Es ist eine tiefernste Feier, die uns jetzt zur heiligen Andacht vereinigt. Schon rhr Name: nictpj '',2!D „Erinnerung an die dahingeschiekcnen Seelen", deutet auf den tiefernsteu Charakter dieser Stunde hin. Und wie Toniitm wir auch anders, als in tiefer Wemutsi derer gedenken, die uns, als'fie noch hitniedcn wandelten, so reiche, reiche Liebe zugewendet, die unS getragen auf Adlersfliigeln zarten Erbarmens, ja die uns an der Liebe Seil gclütet alle Tage ihres irdischen Daseins. Wie lange oder wie kurz sie auch hienieden geweilt — viel zu ftüh wurden sie uns entrissen, und ihr Scheiden erpreßte uns Thronen des bittein Schmerzes, und wir würden eine Beute der Verzweiflung geworden sein, wüßten wir nicht, „daß stärker als der Tod ist unsere Liebe" und mächtiger, als des Grabes finstere Macht Unsere Hoffnung auf die Unsterblichkeit unserer Seele. Ja, nur ihre irdische Hülle brach, ihr Geist aber stieg empor, ein lichter Seraph, zum Throne Gottes, in dcffcn Rechten ist „SÄigkeit auf ewig." j So lasset uns denn in dem Gedanken an die Unsterblichkeit unserer Seele in dieser Stunde uns wahrhaft erheben. Laßt uns dm Glauben an Unsterblichkeit, gestützt auf Verheißungen der Schrift, gestützt aber ganz besonders auf das Urtheil unserer göttlichen Vernunft im uns zu befestigm streben**). Die Verheißung aber, andie ich meine Betrachtung knüpfe, ist enthalten im Pred. Sal. c. 12, 7 und lautet wie folgt: rmm nuneo pan by neun ruru D’ntw ba 3wn d. h. und zurückkehrt der Staub zur Erde, wir-er ward, und der Geist kehrt zurück zuGoy, der ihn gegeben. N- Zwei gewichtige Wahrheiten' sagt uns hier der Predigst: 1> daß de? Staub sich mit dem Staube vermähle; und, 2) daß der Geist nach dem Tode des Leibes zu Gott aufsteige. ■— Diese EmLheilung des Menschen iu Le.ib und Geist, Ersterm als vm sterblichen und Letzteren als dm unsterblichen Theil. entspricht der ältestm Anschauung unserer Religion, entspricht aber auch dem Urtheile unserer /göttliches» Vernunft. Was unsere Religion betrifft, so läßt sie scho» auf den ersten Seiten W Bebel dm Menschen von Gott aus dein Staube der Erdb geschaffen sein und ihm eine« göttlichen Geist einhauchm, der dm Staub belebte (ns29 D”n). Nach dem 'Gesetze nun, daß dgs Gleiche sich raijt dem E lei chm zu verbinden-strebt, muß der Staub, die Erdscholle, mit der Erdscholle sich zu verbinden streben, der Geist aber als etwas Göttliches, nach der Trennung von dem Leibe, in seine himmlische Heimath emporschwebm *) Also die Religion. Aber rs hält auch diese älteste Annahme des Juden» thums vor dem Richterstuhle der Vernunft Stand. Denn auch sie unterscheidet, der Religion entsprechend, in dem Mensche« dm materiellen, als vergänglichen, und dm immateriellm, als bestäudigm Theil. Es tretm uns nämlich Erscheinungen im inneren Geistesleben entgegen, die in dem materiellen Theile des Menschen, in der Erdscholle, unmöglich ihren einzigen und letztm Grund finden können. Ja, da alle uns bekannten Kräfte und Gesetze der matericllm Natur uns nicht zum Verständniß jener Erscheinungen verhelfen, so werden wir zu d-r Annahme hingcdrängt, daß das, was in uns sich semer bewußt ist, denkt, fühlt, empfindet, begehrt und will, eine immaterielle, d. h. nicht *) Dem Vorstand« der Ehewra, den Herren Bachmann, G. Sabcr und tzriedmann gewidmet. sich kOH selbst, daß wir bei der Kürz« der Zeit, die un« z» Bebote stand, nichh alle Vrrnunftgründ« anführcn konnten und Un« nur auf dl«-mitgethetltrn beschrSnken mußten. Bergt. folgende Stelle m inlär. rndda: 'UN vrr »'dti na tiin c’rnnnn jo ,no uw 'N «in ,cun7yn p sra nra' nw dn :c’Jinnnn jdi nuvöpn p inma arm «bK m ,W mar Dfcl daher heißt die Seele pbn (Odelok d»eljou) u. f. w. Siede auck Pbilippfon Rcligionölehrc II, 240; ferner: Joseph»« (8. Jud; iV; ST, 5,) Anrede an^ die Soldaten, die er vom Selbstmorde abballen will.

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