Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 6 (1866)
- Issue
- 5 (1.2.1866)
- Date
- 1866-02-01
- Page
- Seite 19 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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19 —_ nur erfüllt zu haben,-wen» wir frage»: -Sagt uns um Gotteswillen, was eigentlich mit diesem HaLbpriffen Werthvolles erreicht ist, welche» Einfluß es auf die Entwicklungvon Geist »ad Gemüth der Mädchen hat, und wir wollen uns gerne bekehren lasten. So lange uns dieser Beweis'nicht erbracht ist, behält das Wort füruns seine vüll^schwere- Bedeutung: was nichts nützt, das schadet; ohne daß wir darum außerdem um direkte Gründe verlegen find, die diesem Unterrichte den Eintritt in die Mädchenschule verwehren könnten. . Wir. Hlaubeu-uuL -mit der kurzen Besprechung der. Unterrichtsstoffe für die Mädchenschule zu Ende zu sein. Wir hätten nur noch einen leider seb^ ve«fachläMten- Gegenstand für die höheren Klaffen hiuMufügeu, w«LwiL Las wahre Bedürfniß deS Lebens, die weibliche Berufsbild düng, als höchstes Ziel berücksichtigen dürsten. — Wir möchten die Mädchen befähigeit, mit kleinen Kmder» umzugehen l Dazu aber müßten sie 1) mit dem Bau und der Entwicklungsgeschichte deS Menschen bekannt werden, eS müßte also die Anthropologie gewiffermasten den Schlußstein deS naturgeschichtlichen Unterrichts bilden; daun aber müßte 2) die Bekanntschaft mit den Fröbel'sche» Erziehungsgrundsätzen, in so ferne sie insbesondere für die ersten Kinderjahre praktisch-bedeutsam sind, angestrebt werden. Zu diesem Zwecke sollte mit jeder höheren Mädcheullaste ein Fröbel'scher Kindergarten als Uebungsschule verbunden sein. Kenntniß der häufigsten Kinderkrankheiten und der einfachsten Mittel zu deren Abwendung, so lange nicht ärzkliche-'Hilfe nothweudlg ist, dürfte nicht fehlen. DaS wäre wohl wichtiger als Französisch. Was wir hier aufführten,, ist für die Volksschule berechnet. ES ist der Unterricht, wie er allen Töchtern des Volkes gemeinsam werden sollte. Allen ist der Beruf: Hausfrau, Gattin, Mutter zu werden, gemeinsam. Die Aufgabe deS Weibes: das Leben zu verschönern und zu veredle», daS Leben des Hauses zu regeln, die erste Erziehung unserer Kinder zu leiten und so den bedeutsamsten Einfluß auf die Zukunft unseres Geschlechtzu äußern, sondert sich nicht nach Ständen. Die Zerfahrenheit unserer Zustände wird nicht gehoben durch die unnatürliche Absonderung der BilduugLdeale, sondern allein durch die Verallgemeinerung wahrer und erreichbarer Erziehungsmomente. (Schluß folgt.) ■»... / Wochenbericht. Leipzig, 14. Jan. Ich genüge mit vergnügen-Ihrer Aufforderung, Ihnen über die jüngste Feier de- Erinnttungstages-an Möse- Mendelssohn, welche am 4. dsL MtS. wie.alljährlich vom.Vereine zur Beförderung geistigerInteressen im Judeuthum veraustaltej wurde, zu berichten^ Die Feier wurde, passend, eingelütet durch entzückende Mustk,. und Porträge auf dem Pianoforte wechselten mit Liedern , von Schvmapn. im.o Mendelssohn-Bartholvh. Ein Gedicht, von Dt. L. A. -Frankl, zur Feier dieses Tageeigen-' verfaßt/ fand üngekheilten Beifall und wurde 1»on Herrn Claar herrlich vorgetragen. Acher "den Dortraz deS Herrn Dr.. Leopold, Stein haben Sie zwerftllo- Gerrittzen.öffevtlichen Blätterz«'g^sest,^.Ewar eine Rede von der-außerordentlichsten Bedeutung und ich. lege sie ihnen heShalo, da. sie berützu Gunsten de- Ankaufs deS MeydelSsohnhaufegedruckt ist, bei. Sie smden Wohl selbst, daß vondieser Rede, an der allemustergilti ä ist, nicht, leicht eine Recension zu l efern ist. Während der mcdner im' Eingänge vpu der allgemeinen Bedeutung.Mose- MeudeflSsohn'- sprach und auch der Stadt Leipzig den Lribut .de» Huldigung brachte, stellt er zugleich dxn - großen -Tobten alseinen vom. Geiste deS Orients und OccidentS genährten Weltwejsx« dar. „Mendelssohn war nämlich von der Vorsehung.ertoca, alS der Einjtge — nämlich als der Erste, wie noch Keiner vor ihm, -Md. weil er der ErstL stgr. ltzi^Kriner .nach-chm.die. innige Wechseldurchdringung deS Orients und OccidentS und zwar nicht bloS durch tag, was er schrieb, sondern, wat weit mehr werth ist.Lzkrch d«, waDer war, zur Anschauung, jur Evidenz zu"dringen. ^Feisttz-aller*Berwischung und Verwaschung, war er nicht ein frommer Jude, obgleich er ein Weiser r>ar — war er nicht ein griechischer Weltweisxr obgleich er ein Jude war, — sondern weil Ir? beidekg<j>H>st)ch7j< darum war er, darum ward er daS-Produkt beider, ein ganzer Mensche Indem der Redner alSdann die innige Wechseldurchdringung deS Orients ünd OccidentS zur Idee der einigen Menschheit als leitmdenGedanken ausstellt, welchen er feinem Vortrage zu Grunde legt, findet er die Ausgabe des Orient- — Palästina'- — darin, die innige Durchdringung deS Wahren und G»trn zu göttlicher Einheit darzustellen, und die Aufgabe Griechenlandin der Idee deS Schönen. Wie der Redner dies herrlich durchführt, wie er die Vereinigung de- Wahren, Guten und Schönen, der Humanität, im 16: Jahrhunderte feiert, wie er schließlich die Mdeutnng Mendelssohn'- und seiner Freundschaft zu Lessiug gedankt, das mußte man hören, oder les en, was wir auch im Interesse der edlen Zwecke wünschen, da die Rede im Berlage des „Vereins zur Förderung geistiger Interessen im Judcnthume" erschienen und da zu beziehen ist. Den Schluß der erhebenden Feier bildeten sehr gelungene Taaste der Herren Dr. Goldschmidt, Dr. Stein, Dr. Heiner re. In Folge deerhebenden Vortrags, den Dr. Stein bei dieser Feier gehallen hatte, und insbesondere der edle«, zugleich nationalen Färbung dieses Vortrags bildete sich ein EomitS, dadenselben bat, am folgenden Tage über ein allgemeines politische- Thema im OdeoN'zu sprechen und auch hier.ärndete derselbe reiche», erhebenden Beifall und rauschender nicht endenwollender Applaus folgte seinem Dortrage: „Unsere Zukunft, eia Wort zur Erkräftigung deS Volkes und zur Befestigung unserer nationalen Hoffnungen." ES waren der dieser Volksversammlung mehr alS 1000 Menschen zugegen. - Die die-».Feier im Hotel de Pologne, zur Erinnerung au Mose- Mendelssohn uad der Vortrag im Odeon werden den Leipziger» uapergeßlich sein. Mag auch der geschätzte Fest- und DolkSrrdner unS ein freundliches Andenken bewahren. AuS Baden. A« 19. und. 20. haben Verhandlungen mit den beiden Landt-k.jrchriw. üher den Entwurf eines S<bulgesetzeS stattgesuaden. Dieselben wurden geleitet vom Ministerialrath Dr. Jolly. Die katholische Kirche war durch Seminardirektor Kübel, die evang-lifchedurch Oberkirchenrath v. Langsdorff vertreten. Eine «eiziahuv-g der stsr. Gemeinden, deren Verhältnisfe im stichst mindet einschneidender Weise.»«» dem neue»'Gesetz, berührt sind, wurde »jchtch, »liebt—<?>) 1 j AüS der Schweiz wird berichtet, daß die Revision der Butü>eLverfaffll»g, insofern, a» di« Judenfrage -betrifft, angenoevmrn ist. >> V; . . r.-.'i •:. a ■ «• Wien. Auf dem galipschrn Landtag ist ein Aniraz gnfs'tMfessivN^lljf '^lzichhevechtjzpNg'. fbessuher^ hinsichtlich ge-