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Der israelitische Lehrer · 1866-01-25 · 4 (25.1.1866) · p. Seite 16

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
4 (25.1.1866)
Date
1866-01-25
Page
Seite 16 (sequence 4)
Language
German
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Nuderbavahnulßalteu geschehen. In ihney wird »er Gamd zu allem Gute» geletzt, waS ftmter der Schule und dem ganzen Erziehungsgeschäfte überhaupt wohl zu Gute kommt. Selbstverständlich aber sollen diese Bewahranstalt«» keine Dresfiranstalten sein; vielmehr soll i» ihnen die Kräftigung de» Köpers, die Schür fuug der Sinne in den Vordergrund treten. Wie das zn geschehe» hat, hat unS am Besten Friedrich Fröbel gelehrt.. Seinen Ideen nachznahmeu fei unser Ziel! -t- Wochenbericht. Aus Baden, 4. Januar. Herrscht in Baden ein Kirchenstreit, ein Echulstreit^ um der Kirche Willen? Allerdings! Ist aber da- Land deßhalv unglücklich? Hassen sich die verschiedenen Eonfesfionen gegenseitig so gründlich,-wie eS allzuost behauptet wird? Keineswegs. .«Eine schöne Probe hiervon lieferte ein am 30 Der. v. I. stattgehabtes isr. Kirchenfest zu Muggensturm bei Rastatt. Es wurde eiue neugeschriebene Thorarolle tn_ die Synagoge verbracht, zu diesem Zw^ke verzierten christliche Hände das.isr. Gotteshaus mit aus dem Gcmeindewalde unentgeltlich abgegebenen Tannenstämmchen und Reisern, mit aus dem Pfarrgarten geschenkten Buckszweigen und anderem Grün, mit von christlichen Frauen gespendeten Sträußen und Kränzen. Ebenso wurde das Zimmer in einem Privathause geschmückt, worin die neue Tborarvlle vorläufig aufgestellt mar, wohin namentlich auch Spiegel und Gemälde aus einem christlichen Hause geliehen waren. Es sand mit der Tbora -ein feierlicher Zug über die Straße statt, allenthalben wurde ihm mit EbrerÜletung begegnet, und viele Böllerschüsse sandten feierlichen Freudenknall in die Luft. In der Svnagoge stand Kops an Kops gedrängt, darunter, auch einer der christlichen Ortsgeistlichen und der Bürgermeister. Tie etw» dreiviertelstündige Predigt des Rabbiners, welche den Fortschritt der Humanität betonte, wurde in lautloser Stille allseits andächtig angehört, ebenso die deutschen und hebräischen Gesangsvorträge eines gut geschulten Chors. Der Gottesdienst war zu Ende, die Menge strömte aus der Svnagoge, und wurde abermals mit Böllerschüssen begrüßt. Müggcnsturm aber ist ein Dort und sämmtliche christliche Einwohner find gut katholisch. So steht es in-Baden, dem Lande mit dem kirchlichen Echulstreite — nein, dem Lande der fortschreitenden Humanität, dem Lande, defien Fürst, Regierung und Volk den Frieden liehen und ihn wollen. (F. I.) Rordeck (Knrhessrn). TuS Projekt, die Gründung einer allgemeinen deutsch Israel. Lehrerconierenz, wozu Eie in 3ir. 50 vom cor. Jahre Ihrer geschätzten Zeitschrift Anregung gaben, dürste von allen israel. Lehrern m.t Freuden begrüßt werden. Wenn auch für die Lehrer mancher Läuter Provinzialconferenzen bestehen, so würde jedenfalls auch diesen eine allgemeine Lehrerconferen; des Anregenden mehr bieten, denn: „im engen Kreis verengert sich der Sinn, . es wächst der Mensch mit seinen größeren Zwecken."" Für die Lehrer solcher Länder aber, iu denen dis jetzt noch keine, regelmäßige Konferenzen bestehen, wird jedenfalls «ine allgemeine Lebrerconfenz von noch größerem Nutzen sein, da dieselben die.langjährigen Erfahrungen, die ihre AmtSbrüder in den Provinzialconferenzen gemacht haben, milgenießen können. Ihrer Aüffcrderung zufolge erlaube ich mir daher. Sie ergebenst zu bitten, meinen Namen in der im »Isr. Lehrer" zu «pöffnente« Rubrik-*): »Wir kommen^ zu verzeichnen, und ich hoffe, daß AehnlichrS der größte Theil der kurhrsfischen Lehrer »thun wird. Diese Geleaenhert benutzend, kann ich es nicht unterlasse». Ihnen einige Bemerkungen über de» so überaus interessanten Artikel: .Eine pädagogische Reise", mitzutheilen. Zum Schluffe sagt der geehrte Herr Verfasser, „daß der Unterricht auch -in den kleineren, einklassigen israelitischen Schulen wöchentlich mindestens 32 bis 33'/, Stunden in Anspruch nehme." — Was kann hiernach in den meisten kurhessischrn Schulen der Provinz Ober« heffrn—) geleistet werden, da in denselben nur 15 Stunden wöchentlich Unterricht ertheilt wird. Es bestehen nämlich in Oberhessen viele Wandelstellen, zu denen zwei, auch manchmal drei Oitschasten gehören, so daß also an jedem nur 3 oder 2 Tage (den dritten Theil oder die Hälfte von 28 Stunden) Schule gehalten wird. Diese Ortschaften liegen zuweilen auch 1 bis 1»/* Stunden von einander. Will man nun ave obligatorischen Gegenstände unterrichten, so kann man, bei der Verbindung verwandter Gegenstände, doch nur jedem Gegenstände eine Stunde wöchentlich zutbeilen. Nun erscheinen jährlich, um die Schule zu vifitiren, Lokal, Oberschulinspektor und Rabbiner, zuweilen auch Landrath und Echulreferent, von denen jeder sein LieblingSfach am besten zu betreiben wünscht. Welche Ansprüche können nun diese Herren an einer solchen Schule macken? (Sebr wabr! Dagegen ist der Turchichnittsgehalt — 1UU Thlr. jährlich! Schöne Zustände das! Red.) Wir komme«.'*’) Stern in Nordcck (Kurheffen), Krämer in Altenmuhr, Sulzbacher in Kirchheimbolanden, Lehmann, Jnstitntsvorsteher in Neustadt a. d. H., Plaut in Treis a. d. L., Nathan in Altenstadt, Nathan in Gernsheim, Heß in Flörsheim (Nassau). Die Mitglieder der rheinhessischen Lehrerconferenz in oorpore. Die Mitglieder der oberhessischen Lehrerconferenz laut Beschluß ihrer Conferenz (im Juli v. I., Nr. 46 d. Z.) WWf" N o t i z. Seit einiger Zeit find mehrere für uns bestimmte Tanschblätter u. Dgl. irre gegangen. Wir bitten grfl. daraus achten z» wollen» daß schon seit >/, Jahre Herr Oskar Leinrr in Leipzig Eommisfianär des „3fr. Lehrer" und der ,,»cha«a" ist, »nd bitten die irtthümliche Notiz auf de« Titelblatt«» sowie in Nr. 1 d. d. 3hrg. dieser Zeitschrift danach berichtige» zn »alle». Dir Nedartion. *) Die wir im Januar mit einer größeren Zahl von Namen! eröffnen zu können, das Vergnügen haben. — Red. j **) Ob in der Provinz Niederhessen auch Wandelstellen bestehen, j weiß ich nicht. > Wir verweisen auf den Artikel „Aus Kurheffen" in d. Bl. für I Diejenigen, welcke unser« Zeitschrift im vor. "Jahre nicht gelesen. Es! handelt sich um die Gründung einer allg. Lebrerconferenz an Stelle j der seitherigen Provinzialconferenzen. Die Zustimmendea werden wir > unter obiger Rubrik aufführen, jedoch nur bis etwa 25—30 Lustim» j niungen erfolgt sind, also die Sacke gesichert ist. — Red. Lerantworllicher Redacteur: I. Klingenstein in Ldernheim in Rheinhefirn; Selbstverlag der Redaction. Für den Buchhandel: in Commission bei Oskar Lein er in Leipzig. — Tampf-Tchnellpreffendrnck von J.tzGottsieben m Mainz.

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