Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 6 (1866)
- Issue
- 2 (11.1.1866)
- Date
- 1866-01-11
- Page
- Seite 8 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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8 Wahl und eine vortreffliche Bebandlung des Stoffe« rufen unS zwei Charakterbilder ins Gedächtniß zurück, die zur Zeit deS UebergangS aus einer schmachvollen in eine beffere Periode, in Israel als herrliche Lichter glänzten, den Rabbinen S. W. Rosenfeld in Bamberg und den Pädagogen l>r. Jacob Weil in Frankfurt a. M. Die Aussicht, daß Dies Gebiet weiter angebaut werden wird in den folgenden Jahrgängen, ist eine höchst erfreuliche. (Schluß folgt.) W o eh e n b e v i dj t. — Wir erhalten beifolaende Zuschrift, um deren unverkürzte Ausnahme wir gebeten werden. Der edle Charakter des geehrten Collegen in uns bin'änglicb bekannt, und wir dürfen darum mit Sicherheit eine befriedigende.Erledigung der betreffenden Anqelegenbeit erwarten, wenn wir auch befürchten, es möchte Herrn Meng es die eigenthümlicbe Stellung der >fr. Religionslehrer in Hessen, um die es sich hier handelt, unbekannt sein. Wir werden ihn hierüber aufklären. Worms, am 8, Dezember 1865. Lieber Herr College! Wer Ihren Artikel in.Rr.-46 des »Israelitischen Lehrers" vom 16. Rov. c. liest ohne die Statuten, älso ohne die Tendenz unserer Ludwig- und Alicenstiftung zu kennen, wird zu der falschen Meinung verleitet werden, unsere Stiftung stehe auf dem Boden eines engherzigen Eclusirs. diene nur der Liebe gegen die Hinterbliebenen ckrisilick-er Collegen. In dieser irrigen Meinung wird er bestärkt werden durch die ganze Haltung Ihres Artikels, die eine gewiffe Gcreittbelt wegen vermeintlicher Beeinträcktigun., unbestrittener- und unbestreitbarer- Rechte sehr grell hervorleuchten läßt Ick wak überrascht davon, gerade Eie, desien Derhältniß zur Ludwigs- und Alicenstiitung Ihre eigene Erpectorationen vollständig überflüssig macht, Sie, wacher die Motive zur Gründung der Stiftung nanz genau kennt, als Verfasser dieses Artikels bezeichnet zu finken. Sie selber aehören ja doch zu jenen Lebrern, für welche Sie das Eintritts^ reckt in die Stiftung „fordern," und Sie selber sind Mitglied mit allen liechten jedes andern ordentlichen Mitgliedes. Sie wissen auch, daß,noch andere israelitische Lebrer ebenfalls Mitglieder sind. Ter % 3 unserer' Statuten gewährt Jedem das Reckt der Mitgliedschaft, der »provisorisch oder definitiv angeftelltcr Lebrer" (Hess. Volkssihullebrer) ist. Wer alsodurch seine Eramen^Anspruch erlangt lat auf eine Stelle im Hess. Volksschulwesen unh. »provisorisch oder definitiv angestellt" ist, hatte bis zum 1. Skt. (. das Recht, ohne Weiteres der Stiftung als ordentliches Mitglied bsizutreten. Das wissen Sie so out, wie ich. Verweigert nun irgend ein Be.zirksagent einem Lehrer, der erst angestellt wird, die Aufnahme, so hat der betreffende Agent gewiß reine Gründe; glaubt nun der von dem Ag-ntcn seines Bezirks rurück.ewiesene Lehrer, einerlei ob er Katbolik otcr P-otestant oder Jude ist, ihm sei von dem Agenten Unrecht geschehet, so stebt ihm ja das Recht der Reklamation an den.Vorstand derStiitung und in weiterer Linie die Berufung an die Generalversammlung - zu, um sich Recht zu versil affen.- Ließ äbc-r em Lehrer, welches Glaubens >r auch sei, d>r schon seit der Gründung der Stiftung oder doch schon im Jahre 18(4 »provisorisch oder definitiv" angestellt war, den 1. Set. c. verstreichen, ohne sich zum Eintritte in die Stiftung zu melden, so wird ihm mit demselben Maße gemessen» wie jedem anderen. Der Fall, dessen Sie in der.tem Artikel erwähnen, ist mir officiell nicht bekannt geworden; ick schließe nur aus der Bestimmtheit, mit welcher Sie von einem solchen sprechen, daß Sie richtig belehrt sein muss n. Sie haben aber dennoch keine Veranlassung gehabt, deßhalb gleich Lärm zu schla-en und die Stimmung der Leser Ihres Blattes gegen die Stillung zu kehren; das zeugt doch wohl von weniger Liebe und Begeisterung für die Stiftung, als man bei Ihnen voraussetzen durfte. Nach meinem Gefühle und meinem Be wisse von Pflicht gegen die Stiftung, deren Mitglied Sie sind, hätten Sie den betreffenden Lehrer einfach auf die weiteren Schritte aufmerksam machen sollen, He er zu thun babe, um zu sein m Rechte zu gelangen, wenn ihm dasielbc durch die individuelle Ansicht deS Bezirksagenten verkümmert worden st. Hätte der Vorstand und in letzter Instanz die Generalversammlung die Ansicht deS >on Ihnen gctadeltcn L.-A. adoptirt. so dursten Sie dennoch der Verfügung nickt gleich einen tadelnswerthen Beweggrund unterschieben, sondern es wäre dann noch Jbre Pflicht gewesen, den erhobenen Anspruch Ihres Prottgä einmal ganz parteilos zu prüfen und Sich zu verlässt wn. ob der Mann wirklich die Qualität besitzt, die ihm das Recht, Mitglied der L.- u. A.-Stiftung zu werden, unbedingt zuspricht, unterst in dem Fall, daß "nach I brem eignen Ermessen dem Petenten ein Recht verweigert wurde, das jeder christliche Lehrer Hessens unter denselben Verhältnissen bat, würde es Ihre, des Redacteurs, Pflicht, in den Spalten Jbres Blattes das Benehmen der Ludwig- und Alicen-Stistung als solcher Der Intoleranz zu zeihen. -- Mit bekannter Hochachtung Jbr ergebener Menges, Präsident der Ludwig- und Alicen-Stistung. Ungarn. Der religiöse Fanatismus hat schon Unglaubliches geleistet, aber das Unglaublichste bereiten ortbodore Rabbiner in Ungarn. Dieselben arbeiten gegen dir von den liberalen Parteien des ungarischen LanktagL beabsichtigte Gleichstellung der Israeliten mit anderen Confessionen bezüglich der politischen Rechte. Man schreibt uns dierübcr aus Pesth: „Vorige Woche batten die oberungarischcn orthodoren Rabbinen zu der Zahl von einigen zwanzig ein geheimes Concilium;n Ra-iv Mibaln Zu der Verhandlung waren nur hie größten Zeloten herbeigezogen, und dich es sich um Gegenstände von höchster Wichtigkeit gebandelt, hiesür zeugt die in dieser rauhen Jahreszeit unternommene weite ißeise der Rabbinen von Perp.Iet. Sr. Peter, Szikso Szigef, Sttopko u. a. m. nack ibreni Bestimmungsorte. Man bemertte allüberall eine starke Rührigkeit unter der Qrthodorie, die Rabbinen rwciien Ranges scheinen die in Rabst Mibalv gefaßten Beschlüsse schon in Händen ru baden und tbeilen sich dieselben persönlich mit. Die Antecedentien der Eiferer Rabbinen, die obscvre» Tendenzen, die sie vcriolgen. scheinen das r.llerorts verbreitete Gerückt zu verbürgen, daß die orthodoren Rabbiner nickts weniger im Schilde führen, als einen monströsen Contrecouv gegen d e in Aussicht gestellte Judenemancipation, indem sie hiezu Unt rscbriften sammelnd, petitionel einfcbreiten wollen, vergebend, die Juden wünschten seilst-nicht die Emancipation. Wird auch der Landtag von einer zu liberalen Stimmung beseelt sein, als daß derselbe solchen Eulcnstimmen Gebör gebe, ist lock dieser Fall ganz dazu geeignet, einen Skandal heramzu- - beschwören, d, r ganz gewiß Schmach auf diejenigen laden würde, vor deren Auzen die Vorbereitungen hiezu ungebindert getroffen - werden konnten. (Rcues Fremdenblatt.) Beramnortlicher Redaclrnr:;V.-ft lingi\nf»fin in Ldernheim in Rheinhesfen; Sebstverlag der Redaction. Für den Buchhandel: in Commffiion bei Lskar Le in er in Leipzig. — Dmnpf-Schnellpreffendriick von I. Gott sieben in Mainz. i