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Der israelitische Lehrer · 1865-12-21 · 51 (21.12.1865) · p. Seite 214

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
5 (1865)
Issue
51 (21.12.1865)
Date
1865-12-21
Page
Seite 214 (sequence 4)
Language
German
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214 der innigsten Befriedigung zurückscbau n können, die noch erhöbt Wird durch das Bewußtsein, in dieser ganzen Verbandlung unsererseits allen bei solchen Perbandlungen leider nur zu oft zu Tage tretenden cm bi^Ti tfrmieCtn ^u haben. Und so Hessen wir, daß auch diese Leiten, die unsere Bestrebungen in den letzten Zeiten über uns verhängten, gnädig an uns vorü erzegangen seiir werden, und können nur noch die Versicherung beifügen, daß durch diese Vorkommnisse, so.groß und empfindlich auch die Dpicr und Scelenlciden sind, die sie uns verursachten, unser Muth und unsere Hingebung für im^r* beilige Sache nicht im Geringsten litt. Ruhiger und vorsichtiger werden wir allerdings werden, unsere Ueberzeugungtreüe aber bleibt dieselbe. — Im nassauiscben Landtag wurde für die Ausbildung jüdischer Religionslebrer. wie-seither, die Summe von st. > verwilligt. —"In der dessifchen Kammer wurden zwei für' die hessischen Juden bemerkenswert, c Anträge gewellt; vom Abgeordneten Wernher: es sei die Regierung um Vorlage eines die Beziebungcn des Staates zu den religiöien Eorporationcn regelnden GeseyeScntwurfs zu ersuchen; und ein Mimsterialantra , dahin gehend,, die Kamm r wolle st. zur Ausbesserung der Min malgehalte der Geistlichen beider christlichen Eoniessiouen bewilligen Indem zn diesen Geldern doch auch die Juden eine beträchtliche Summe beitragen müssen*), liegt vier abermals die Veranlassung vor, die Parität zu wahren, und wir zweifeln nicht, daß energische Schritte Seitens der geeinigten Vorstände der jüdischen Gemeinden Erfolg haben würde. . _— Von Tr. Wittstock ist eine Brochüre, die Gründung einedeutschen Rational-Lebrer-Seminars betreffend, erschienen. Die Aus'ükrung dieses Projekts dürile auch iür die Juden von großer Bedeutung sein. Wir w rdcn darum auf das interessante Flugblatt zurückkomm.m, und unsrerseits das Weiterschreiten dieser Angelegenheit mit Aufmerksamkeit beobachten. Stg»ttg!art, 13. Tec Z.oi'cheu d>n Regierungsbebörden und dem hiesigen Gcmeindrraty jiHert gegenwärtig eine Streit, frage, welche schon aus letztem Landtage in Anregung gekommen, aber nicht entichiten werden war. ES ist dies die?raze wege^ der Zulassung der Israeliten in den Stiftungsrath. DaS OrganisationSerikt über die Gemeindeverwaltung best trmt nämlich, daß die Gemeinderäthe auch Mitglieder deS Stistun^SratiS sein sollen, ohne dabei irgend e ne weitert oder na.ere Bestimmung zu tr ffen, und vero dn t weiter, daß die O'tSgeistlicken gleichfalls Mitglieder sein sollen. - In Ulm w r nun ein JSraelite, der Mi-gl'.ed deS Ge^einderatlS war, nicht ü. d:n Eti tun^Srath zugela^en worden, w 'S halb sich der dortige G>- meinderat^ beschwerend au d e zweite Kammer gew-ndet hatte. Die KcMmer war jedoch, über die Sacke, ohne e ne Entscheid ng ru tr.ffen, auf den Antrag d-r staatsrechtlichen Commission zrr TagcSorl!nur.g übergegangcn. Tie Linke, welche die Zulesinnz der Israel.t , befürwortete, berief sich dabei auf die Bestimmungen deS Geme ntcorganisgtionr.dikiS, worin keine Auknabmgemacht äst. Vom Ministertisch auS, sowie eon der Rechten un der Präla endank wurde dagegen eingewendet, daß es sich von seilst verst.he, laß Israeliten im Stiftung« rath nicht Etz und Stimme ha en könnten, da der Stistungsreth sich auch m;t Ge^rsländ-n deS Cu'tns. und der Sck> m. so wie mit der Berwenlung christlicher EriftungeN zu besu.äuizen und darül-.r Beschluß ru fasten Hab'. Hiergegen bemerk, d" Linke, d ß die' Etistu--s.äibe sich nicht bloß mit CuUuLsacken, .rr-dern auck mit der Armensürjorae zu lesasten h.h n, w'lche k'ne allen Gl n.enSbekerntn'st n gemeinsame.Angel.g"^." sei. '"der, sagt *1 Ne.ch stawstischcn Kufnabmen ist daS D.rbü.i iß ber Juden IM Errßherzegtbum zn den Ebrif.en wie 1 27. die Regierur g, die Israeliten lasten zu ihren EtistungSräthen auch kcne Christ n zu. Der letztere Grund scheint denn auch d e Kammer veranlaßt zu haben, zur Tagesordnung Überzugehen. Seither rubte die Sache; da wurde auch ein isiaelitisches Mitglied tes hiesigen Bemein'eralhs von den Sitzungen d S StistungSrati,-a ^geschlossen und die k. Strbtdirection bestätigte diese Ausschließung. Der Gemeinderat! hat hie-gegen Berufung bei ber «»'gesetzten Behörde eingelegt, deren Schiksal indeß unschwer zu errat,en sein dürfte. Aus Bayern, im Dcc. Meine-churze Mittheilung in 9lr. 40 über die Ra binaksverhältnisse einiger großen Gemeinde» unseres Vaterlandes hat einen Augsburger gewaltig ins Harnisch gebracht (S. 9ir. 44), was mich trotz der beigefügten tankeSwerthen Vcrtheidigung der -verehrlicken Redäction zu einigen allgemeinen und einigen speziellen Bemerkungen veranlaßt. Bei aller Sorgfalt geht die Presse in der Berichterstattung zuweilen naturgemäß etwas irre. Der Berichterstatter kann ja nicht überall Alles selbst sehen, und wenn auch, die Auffassungsweise bleibt dock oft verschieden. Es ist darum noch uicht gerechtfertigt. gegen sie in derlei Fällen loszufahren und von „unter der Würde finden" zu sprechen, zumal wir Israeliten, die wir der Presse so viel zu tankenHbaben, sollten eS gar nicht tbun. Eine sachliche Erwiderump^läßt sich jeder gern -gefallen. Den vorliegenden Fall betreffend, bemerke ich, daß diesen Sommer ein Augsburger Gemeindeglied an einem.deutschen Kurorte erzählte, daß der Vorstand in Augsburg den Dr. H. gar nicht mehr als den Rabbiner anerkenne und ihm den Gehalt nicht mehr aus der Gemeindekasse bezahle, sondern derselbe ihm von der Gegcnpartbei rorschußweste aus.ezahlt werde. Es durfte also wohl bei der allbekannten Partheibildung in der Augsburger Gemeinde bezüglich des Rabbiners Tr. H, ohne rhm deßhalb zu nahe zu treten, in so glimpsttcher Weise, wie geschehen, berichtet werden. Ucbrigens sagte erst vor ganz kurzer Zeit ein anderes Gcmeindeglied, Dr. H. werde nunmehr doch in Augsburg bleiben, ein Beweis von der vorbanben gewesenen andern Situation. Mit meiner allgemeinen Bemerkung von der schlimmen Stellung unsrer Bediensteten — eine erschöpfendere Bezeichnung gibt es nicht — constatirte ich nui}/3 bloß allgemein ' Bekanntes und soll es mich freuen, wenn bei den Elementen, aus welchen diese neue Gemeinde besteht, Augsburg eine rühmliche Ausnahme machen sollte. In München will man eine zweite große Synagoge bauen, jedoch nichr in solchen Dimensionen, wie politische Blätter es berichten. Vorüber Hank hat aber die eine Synagoge ihrem Prediger definitiv gekündigt In Fürth ist der bisherige Veriveser des k. Rektorats, Herr Dr. Brentano, jedoch nur auf „Widerruf", w.e die amtlichen Blätter melken zum k. Rektor an der Gewerb- und Handelsschule ernannt werten. Es ist dies der erste Israelit, cer in Ba ern zu ein r solchen Stellun gelangt, die derselbe aber and) in jeder Bezicbung auszufüllcn vermag. 9!ach Jerusalem sind, wie Sie wissen, aus dem Ba'erland reichliche Spenden geflossen, und zwar nicht bloß von den Frommen, sondern auch ron den 9ieuen, und das ist recht, kenn man soll dem Rothleicendcn, aucy wenn er andren religiösen Anschauungen iolgt helfen so viel man kann, obgleich diese- Jerusalem hinsichtlich der Gaden einem löcherigen Sacke gleicht. Wenn nur die Herren Frommen auch so dächten und handelten; ader cs ist nur zu wahr, daß sic, wie unser allverehrter Dr. St in in dem Vorwort zur „ Ackawa" ^agt, gern von den Neuen nehmen, aber daß sie auch ihn'n geben, "davon schweigt die Geschichte gänzl ch. Sind doch unser. Fortgeschrittenen, welche, wenn eiw bebart.ter Bittsteller kommt, wahrscheinlich um ihre Gewissen zu WnüLcu, mit rollen Händen geben, zu einem un-

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