Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 5 (1865)
- Issue
- 48 (30.11.1865)
- Date
- 1865-11-30
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Der Jüraciitisrhr Iekrer Zcitschrist für die gesammten Interessen des israelitischen Lehrerstandes und juaiticfc < r ' * Organ für den Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lebrcr- - Wittwen und -Waisen in Deutschland. j\°. K8 Mainz, den 30. November 1865. (Fünfter Jahrgang’.) Döchiiaiick 1 J.'ur-m' . Dikrtcljäbrlicher Abonnemmtspreic 27 tr. — '? An>eigkn zu 1 Sgr. di« Petitzrii». ,BrstcUrm?7n >...-.I - — - --!- Was den Lehrern vor Allem Uoth thnt. In Bric^kn an citi n i'ochgkstellten Freund. IV. Lehrer-Bildung!*) * j Eie wünschen, verehrter Herr! Tie Fortsetzung des im-; vergangenen Frühling begonnenen und im Eon wer sorlgej führten Briefwechsels, der E.e, wie Eie sagen, auf Höchste j rnteressüte. — O, daß das, was ich Ihnen dort zu sag.n! mir erlaubte, auch ron anderen einflußreichen ivlüi.n.rn,■' insbesondere von Borftanden und Leilern der Echnle gelesen würde; daß auch andere das, was die Lehrer, die bedeut-! lomflen Faktmen im religiösen Gcmeindeleben der Juden, > mit ihrem Hcrzllrt «n Tage fördern, anerkennen und de- ' herzigen; daß die Lotung vor dem Lthrcrstande wachse, daß die Eelbsista, digkeit des L»hrees als ein unerläßliches : Bedürfnis; zum gedeihlichen Wirken desselben Eeliung er-; lange; daß inen sich endlich drein füge. den, Lei rer ein Gehalt anszuzahlen, mit deiner eine Fanulie anständig ernähren kann l Was ich Ihnen heute zu schreiben habe, wird vielsticht voy manchen; Coliegen widersprechen, von Vielcu, za den Meisten mindestens n'cht als Bedürfnis; des Le drei stände s, vielmehr als ein allgemeiner, mehr die Gemeinden als die Lehrer treffender Rothstand angesthen werden. Manche werden selbst das Gegeiitheil chür den zeitigen Lehrersland und seine Besserstellung rortheilbafter finden; ne zveiden wünschen, daß der jetzt schon kühltere Lehrermangel ncch wachse, damit sie selbst ein höheres Gehalt und mehr Rechte in ihrer Gemeinde erhielten. Es ist ein Körnchen Wahrheit in dieser Anschauung. Turch den Mangel an Lehrern zahlt man jetzt im Großherzogthnm Hessen z. B. schon ziemlich höhere Gehalte, wenn auch immer lauge ncch nicht hinreichend, eine Familie auskömmlich zu ernähren. Aber -;'c -z-i ,~s? Der Lehrermangel hot einen dcprimircndcn Einfluß bereits auf den religiösen Geist in manchen Gemeinden geäußert. Viele sind des Lehrers ganz entwöhnt; viele Kin- *J Vergl. Rr. 11, 14, 15, 24 „. 26 d. Bl. 4 Tblr. Bei frankirter Zusendung-unrer Kreuzband säirleck: 2 u. \i-!;. nedmen alle Poiiänuer und Bucdbandlunzen an. der wachieil obre Religionsunterricht, ohne ir. r.dwelche Kenntniß im .vcbräi'chcn und in oer Liturgie, unter dem enlstltstchenoen Einfluß des Milsüggenigs, des Mangels an aeregelter Erziehung auf; viele unterliegen dem prostlrsti'chen Geiste der spccistsch chrlstli.hell Echnle. Eo wurde mir vor kurzer Zeit aus einem R ichbarorte, in welchem ,'eil Jrhrcn kein R lig'onsnnt-'rricht erthe'lt imrd, berichtet, daß ein Kind, nachdem es den Eoüstrmandcnkinterricht des .'iltervchen Geistlichen beigemohnt barte, bei seinen Eltern durchsetzte, auch ein neurs schwarzes Kleid zur ichristl.) Eonfirmarso'.l zu bekommen; es habe dann mit seine?! cbriillichen Mitichstl-rinnen die Kirche am ersten und zweiten Bfingsttag bestiä/l. neillch obne an dem Abendmahlsakr iakti ch Tbeil zu nehmen und dbne ire.cndwie den Gedanken zu hegen l'<) von seiner isteligion ^'Mallen. Ter .,r>err Pstn.er" wer doch nicht stark genug ein inne:lichcs rel.giest's Bedürstiiß rege zu macheni^es war nur Rachohmungs ucht, was es in die Kir be trieb;' blos der Wunsch „aue., ein neues Kleid zu haben" — ich weiß nicht, 'oll ich „desto luijei" oder „desto 'chlin.mer ' 'e.gr>r. Konnte iS j koch nicht.auch anderst kommen? Kann dies an Ganzen znm Heile des LchrcrstandeS gcre:chiii.. euch, wenn wir des Heil desselben von dera der Ge'ümmlre>l loslrenuen wobtul? Die'e ohne alle rel-gstste Bildung au'wachienden Knaben und Mädchen, was werden das »ür M-'-nner und Frauen geben? Weceen Ditfe als. »olde den Lehrer zu achten im. Stande 'ein? Das ux "r: ~t.’--r ist ein durchweg niistktliches Wort, w d.rß^rrar den, de;r es denkt und ausspricht, durchaus nicht als gewipcnhaittn Lehrer bezeichnen tonnen. Zum Heste der jetzt lebenden Lehrer cbenio wieder Zutpnkt müüen wir wun'chen, daß >n allen Gemeinden een lüchtiger Unterricht ertheüt werde und da wohl iehr viele jüdische Gemeinden zu arm und zu klein sind, um einen Lehrer auskömmlich;r. besolden, to muß ein Weg gefunden werden, auch diesen dre Wodlthat entsprechenden Unterrichts angedeiben zu laffen. 'ei es durch die Zusanlmenwerfung mehrerer Gemeinden oder auf irgend eine andere Weise Wir wollen also nicht. wie schlechte, kurzsichtige Kaufleute, darauf 'peculiren daß die Lehrerwaare rar werde, um im Prei'e zu steigen, ändern nach gesunden volkswirthfchafttichen Grundsätzen das Be- /