Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 5 (1865)
- Issue
- 46 (16.11.1865)
- Date
- 1865-11-16
- Page
- Seite 193 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 193 — Rrnches aus der Profangeschichte wird stch am zweckmäßigsten mit der biblischen Geschichte verbinden lassen, wobei dann theils die bestehende innere Verbindung in der Geschichte selbst, theils die Chronologie, und theils auch die Gränzen resp. die Nachbarschaft der Länder und Völker als Anhaltspunkte benützt werden könnten. o) Die Naturkunde läßt sich noch weit mehr durch den Anschauungsunterricht an der Hand der 2. thcilweise auch schon der 1. Fibel vorbereiten. In der Oberklaffe wird es darum nöthig sein, die Verbinvung mit der Mittelklasse gehörig herzustellen und bei einer zweckmäßigen Auswahl von Lesebuchabschnitten die Beobachtungsgabe der Schüler weiter zu wecken, Sinn für die Natur und ihre Freuden und Schonung alles besten, was Gott geschaffen hat, zu pflanzen unv zu pflegen. Bei dem Unterrichte in der Naturlehre dürfte es bei Behandlung der b treffenden Lesebuchabschnitte vorzüglich darauf ankommen, eine klarere Einsicht in das Wesen der Natuikräfte und ihrer Erscheinungen zu bewirken, den Aberglauben und sonstige Jrrthümer zu bekämpfen und so viel als möglich zu beseitigen. Eine wesentliche Erweiterung des in den ausgewählten Lesebuchabschnitten vorkoinmenden realistischen Stoffes wird in den einklassigen Schulen nur in den wenigsten Fällen möglich sein; wohl aber werden zur größeren. Veranichaulichung auch einschlägige Abschnitte aus andern Gebieten^ an den betreffenden Orten hereinzuziehen sein, die dann' auch theils zur befferen Einprägung des Stoffes und theils zu Rechtschreib- und Stylübungen in Diktaten zusammengefaßt, oder in schriftlichen Aussätzen weiter verarbeitet werden. (Schluß folgt). lehret werden ließ, während sie ebenso gut BolkSlehrer sein köm iten, — insofern sie Inländer : md gehörig geprüft und angestell: sind. Wir fordern dies als einen Akt der einfachsten Gerechigkeit von HestenS Lebrern im Jahre IW'i, — denn die hest Religionslehrer von jetzt sind nichr mebr die verkommenen Gej kalten von anno dazumal; es »nd in ihrer Mehrheit würdige, vcr >ienstvolle, kenntnißreiche und brave Männer, die jedem Lehrkör rer Ehre machen, würden, uild die nur durch die Ungunst ein:S unverschuldeten Geschicks nicht Elcmentarlehrer sind, weil nu'circa 10—12 solider jüdischer Sckulstellen im Lande sind und — an sogenannten Communalschülen, auch wenn die Zahl der dieselben besuchenden jüdischen Schüler — wie in Worms, Alzey rc. es als stecht erscheinen ließ, Indische Lehrer nicht anqestellt wcrden Die israel. Relisions - Gemeinde» sind also genöthigt, R linonSlebrer aufzunedmen, und die Ledrer, auch wenn sie mit Jdnen dieselbe Lehrerbildungsanstalt besucht babcn, und die volle O.ualcsication als Elcmentarlebr.r haben, können unr in sel r wenigen Fällen Volkslehrcrswllen erba ten. Darum fordern w r die Ausnahme in die von sLehrern geleitete-und einzig von diesen abbängiqc Ludwig-Alieenstiftung als einen Akt der Gerechtigkeit, der Billigkeit, der Humanität, als etwas Selbstverständliches in einer Zeit wie die unsrige, dir jeder Ausschließung abhold in. Wir geban zu bedenken, ob die Abweisung ebrenhait wäre für den Hess. Lebrerstand! Wir erinnern Sic daran, was ein edler Mainzer Israelit, Leopold Gqldschmidt, für die christlichen, wie für die jüdischen Ledrer Rheinhessens getban hat, leider obne bis jctzt Nachahmung zu sinden! — ollte aber unsere Aufforderung üßten auch die beisischen für i mir als geduldete Mitglieder wirklich bleiben wollen? iruchll.'s o eiben — nun dann scheu Elcmentarlehrer sich betrachten. Ob sie das auch Klingenstein. Wochenbericht. Odernheim, 1. Nov. Mit Erstaunen erfahren wir soeben, daß unsere Bcrurtheilung in Nr. 38 über die Zurücksetzung der naisauischen Ncligionslehrer bei Gründung eines wohlthätigen Vereins zu Gunsten der Lebrerrelikteu (Adolphstiftung) unberechtigt ist, insofern hier in Hesten die Religwnsiebrer von der kürzlich gegründeten Ludwin-Alieenstiftung ebenfalls ausgeschlossen sein sollen Wir selbst sind als best. Elementarlebtzer Mitglied dieser Stiftung haben aber uns bei. den Generalversammlungen leider noch nicht zu bctheiligen Gelegenheit gehabt; und wenn auch, — uns wäre nie in den Sinn gekommen, eine solche Bemerkung dem intelligenten und freisinnigen bessigcn Lehrerstande gegenüber zu machen. Wir hätten eine dahingehende Anfrage als eine Beleidigung deS hessischen Lehrerstandcs angesehen, weil wir eine Ausschließung für unmöglich hielten. Und. doch ist eincm unserer College» die Aufnahme von dem Agenten des betreffenden Bezirks versagt worden! Wir machen zu »guter Zeit den geschätzt?«^ Vorstand besagter Stiftung aus dielen stall ammerksam und ersuchen denselben, eine solche Abnormität je eber desto besser zu desavouiren oder — salls ja irgend etwas derartiges in, den Statuten oder sonst irgendwo sich vorsinden sollte, alsbald zu rektisiciren Wir fordern das für unsere Eollegen, die das Schicksal Neligions Holzminden. Kuriosum — Unser „Anzeiger," dessen in der Lcbrerzeitung schon einmal Erwähnung geschehen, ist entrüstet-, daß die letzte in Sepsen abgebaltene Landeslehrerverjainmlung mit dem Vortrage tines Israeliten, des Dr. Aron- Helm, eröffnet werden konnte und zwar über die Frage: „Welches Ziel bat die Landeslebrerv.-rlammlung zu erstreb.n, und in welches Berbältniß soll sie zur allgemeinen deutschen Lehrerversammlung treten?" Unser Blatt meint, das sei eine unzwei-v deutige Kunde, daß der Landes Lebrerverein in eine Richtung kinzubiege» droht die für die Lehrer uind für die Volksschule bedenklich ist; denn l) bringt der Vorstand sich und den Verein unzweiselhajt in den Verdacht, daß ihm auf dem Gebiete der Volksschule Religion und Konfession ganz gleich iltige Dinge sind; 2) gibt er (der Vorstand) Veranlassung, daß sich die Gemeinden schwer gekränkt fühlen (!); 3) bringt er das herzo liche Konsistorium in V.wiegendest, und 4) ist es ein bitterer Hohn und eine ungeziem'nle Herausforderung der christlichen Geistlichkeit gegenüber (koch wobl nur der-Geistlichkeit, die in einer solchen schamlosen Beleidigung eines gelehrten und geachteten Anderszlaubenden und der .Verleumdung des Vereins ungebildeten Laien gegenüber das Kainszeichen ihrer „Christlichkeit" an der St.rn trä t?!s. Wir fügen zu solchem erbärmlichen Geschwätz nichts weiter dinzu, als: Auch das hat wider Willen .sein Gutes: es bilft das Maß'füllen zum Ueberlanlen! — (Mg. d. Lcbrerzeitung. > i — Diesterwcg's süntund sieben zigst er Geburtstag; wurde am JO. Oktober in-Pankcw zugleich mit d-r Einweihung ' der zweiten von ibm begründeten „deutschen" Pestalozzianstalt gefeiert. Bri dieser Gelegenbeks wurde die Büste des weisesten und edelsten deutschen Schulmann's, -"eiche Freunde fertigen l ließen, und dr von Prozessor Albert Wolf ans carrarischem ' Marmor gearbeitet ist. entbüllt u >t in dieser Anstalt ausgestellt. Von auswärtigen Lehrern uiid Schulfreunden wurde dem Alt-