Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 5 (1865)
- Issue
- 45 (9.11.1865)
- Date
- 1865-11-09
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Zeitschrift für die gesarmnten Interessen deS israelitischen Lehrerstandes und zugleich Organ für den Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer- Wittrven und -Waisen in Deutschland. I N°. 45. Mainz, den 9. November 1865. (Fünfter Jahrgang.) 2veck>entlich 1 Nummer. Vierteljährlicher Avoonement^prei/« 27 kr. t/4 Tlllr. Bei frojnfirter Zusendung unter Kreuzband jährlich 2 fl. 12 kr. Anzeigen zu 1 Egr. die Petitzeile! Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Gine pädagogische Reife von Lehrer Weil aus Freudeuthal in Württemberg. (Fortsetzung.) *)Die Natürlichkeit und Zweckmäßigkeit djeser Conccntration möchte einer weiteren Ausführung umi so weniger bedürfen, als hiedurch nicht blos ein Zeitgewinn, wndern ") V'» grden roch fvlg'nt'« Bespiel zu. den! IN t/orig'r Rvmnur, bezüglich cheffender AeiigionSkatechisailonon in Anschlup an tir Bibel: (Pfl ichten gegen Fremde. David, Jonatban, 1. B. Eam. 18, l» u. 20.) : 1. B Sam. 18, 1 u. ft. 18. Jonathan wählte David \u seinem Freiinde wegen seiner Tapferkeit, ftlugheit, seiner Bescheidenheit und seiner aidern guten Eigenschaften. Unsere Freundschaft muß sich aus Achtung gründen. (St. 18, 1.) »Cr liebte ihn herzlich, verband fich mit ihm." 1) /Freunde sollen fich vor allem aufrichtig lieben. (ft. 19, B. 1 h, 3, ferner 19, 2—4, 20, 11 ff.) Jonathan sagte David alles, wo« fein eigener Vater gegen ibn ausgesprochen.und de. «bsichtigt. , 2) Freunde sollen osfenberztg gegen einander/sein. (ft. 19, V. 4—8 ff.) Cr suchte seinen Freund bei seinem Vater zu entschuldigen, den Zern des letzteren zu beseitigen -r. re. 3) Freunte sollen dienstfertig gegen einander sein, und insbosondere auch einander entschuldigen. 4) Jonatban hatte als ältest.r Prinz die erste Anwartschaft auf den Thron seines Vaters. Cr theilte aber dennoch des Vater« Argwohn nicht, ft. 20, V. 1L—18), entschuldigte vieimlhr sofort seinen Freund nach Möglichkeit und unterstützte ihn mit allen fträfte«. Seine Freundschaft war uneigennützig. 5) Ja, alS seines Vater« Zorn fich sogar gegen ihn wandte, el« er mit der Vertheidigung seines Freundesich selbst der Ungunst seine« Vaters und großen Erfahren auegesetzt sah, hörte er doch nicht auf seinem Freund« beizustehin und ihm auf alle Weise zu nützen. (ft. 20, 35, 42—43.) (Bleibt ttttt deinem Freunde ic. :c.) Daß der ganze Abschnitt katechettsch zu behandeln, auf diesem Weg« di« einzelnen Pflichten festzustellen und die etwa »och hereinzuziehenden Belegstellen zu erkläre» sriin, wird kaum der Erwähnung bedürfen. Ja gleicher Weise wird audeu vorliegenden Bibelabschnitten, der .Segen der wahren Freundschaft entwickelt. auch mehr geistige Anschauung, lebendigere und nachhaltigere Gefühle und eine stärkere Kraft des Willenerzielt wird. Auch das Memoriren wird dadurch eine wesentliche Erleichterung erfahren, indem sich Erklären und Einprägen gegenseitig unterstützen, Sprüche und Lehrbuch in stete Verbindung treten, eines durch das andere vorbereitet und ergänzt, und manche zeitraubende Repetition überflüssig wird. Unter diesen Voraussetzungen dürfte es dann auch genügen, wenn in der Mittelklasse blos die leichteren, in dem württembergischesi Sprnchbuche mit einem * bezeichneten, Sprüche der 1. und 2. Abtheilung des Spruchbuchs und in der Oberklasse usiter Wiederholung dieser und einzelner aus der 4. Abiheilung bei zedem Abschnitte aus! oem Lehrbuche bloß noch einer oder der andere Bibelspruch memorirt werden. — Hienach sei uns noch gestattet, aiuch über die allgemeinen Lehrfächer der Volksschule mit Rücksicht auf die besonderen Verhältnisse der isr. Elementarschule — besonders der einklasngen — folgende allgemein^ Bemerkungen anzufügcn: l 8) Ansch'auungSunterricht. Wir möchten diesen nach Wesen und Zweck lieber den elementaren Realunterricht nennen, oenn durch ihn sollen an den Wachsten Gegenständen der Außenwelt die Sinne der Kinder geübt, ihre Beobachtungsgabe geschärft, ihn Aufmerksamkeit angeregt und dabei! ihr Vorstellungskreimit neuen Kenntnissen bereichert; ihre Sprache geübt und gebildet und vor Allem ihre sittlich Religiösen Gefühle angeregt und belebt werden. In/ dm einklassigen Schulen sllchen wir darum zwar ohne eigentliches System doch nach /einem festen Plane bei dem Schreiblese- und Leselchreibuntmricht, so wie theilweise der der! biblischen Geschichte die Gegenstände der Natur und Kunst, fto wie sie zunächst die 1. Frwel in Wörtern, Sätzen und kurzen Beschreibungen darbietat, nach Gestalt, Farbe, Form, Menge, Gliederung, Gebrauch, Nutzen und Schaden zu besprechen und auch überall, wi> sich audem unmittelbaren Wahrnehmungökreise der Kipder die Gelegenheft dazu