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Der israelitische Lehrer · 1865-11-02 · 44 (2.11.1865) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
5 (1865)
Issue
44 (2.11.1865)
Date
1865-11-02
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Zeitschrift für die gesammten Interessen deS israelitischen Lehrerstandes Der Asrselitisclie Iekm und zugleich Organ für-den Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer- Wittrven und -Waisen in Deutschland. ]\To. 4L4* Mainz, den 2. November 1865. (kirnttsr Jahrgang.) 2u«ch«nUich 1 Nummer. Biertrljährlicher AionneilientSpreis 27 kr. — 1/4 Thlr. Bet frankirter Zusendung unter Kreuzband jäkrliil, 2 fl. 12 kr. Anreigen zu 1 Sgr. die Petitzeile. Bestellungen nebmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Cine pädagogische Reise von Lehrer Weil aus Freudenthal in Württemberg. (Fortsetzung.) In der Oberklasie wird dann der Rest vom 1. B. M., das Wichtigste aus dem 2., 3. und 4. Buche und ganz besonders das für die Religionsbildung so wichtige 5. -B. M. in Behandlung genommen und dabei auf eine einfache, sachliche Erklärung des Inhalts besonderer Werth gelegt, aber jede kalte Worterklärung und gemüthlose Zergliederung vermieden. Die mehrklassigen Schulen dagegen werden sodann den Pentateuch mit wenigen Auslaflungcn und daneben auch noch ein Theil der ersten Propheten, sowie die wichtigsten Kapitel aus den Sprüchen Ealomons und in sprachlicher Hinsicht neben vollständiger Abwandlung des regelmäßigen Zeitworts so n eit thunlich auch diejenige des unregelmäßigen in ihren UnterrichtSkreis aufnehmen. ' 2) Für Behandlung des systematischen Religionsunterrichts und der Bibelkunde wurde inzwischen auf ganz verschiedenem Wege eine Verbindung mit der hebr. Bibel vorgeschlagen und hat man sich dabei auf die so wünschenswerthe Concentration des Unterrichts berufen. Wir müssen gestehen, daß wir ein solches Mittel, wenn und insoweit es sich dabei um bie wahre Concentration deS Unterrichts handelt, für die Volksschule für sehr wünschmswerth, für die ungetheilte iir. Elementarschule aber sogar für nothwendig finden. Allein eine Concentration, wie sie im vorlirgendm Falle beabsichtigt wird, kann weder für die religiöse noch für die allgemeine Bildung förderlich sein. Man will nämlich dm höhern (systematischen) Religionsunterricht, bibl. Geschichte (Bibelkunde) und hebr. Sprache, alles durch dar eine Cmtralfach — die hebräische Bibel — lehrm, ja sogar dm höheren Religionsunterricht wenigstens als stehmdes Pmsum fallen laflm und alle hierauf bezüglichm ReligicnSbücher mtfemm. In Bezug auf letztem Punkt wurde bereitin dem 1. Theile dieses Berichts bemerkt, daß diese Ansicht nur in einer einzigm der besuchtm isr. Echulm des Auslandes ihre Vertretung gefunden. Möge es aber noch acstättet sein, zu zeigm, wie das Verlangen vom Standpunkte der Pädagogik aus ebmso unzweckmäßig, als unausführbar erscheint. Das Wesen der Concmtration des Unterrichts erforj dert nicht bloß eine quantitativ richtige Beschränkung der , einzelnen Unterrichtsfächer, oder vielmehr eine Vereinigung! derielbm zu einem Cmtralsache mittelst Anknüpfung des i Unbekannten an das Bekannte, sondem ganz besonders auch! eine qualitativ richtige Auswahl des Lehrstoffs, wmn der! Schüler mit demselben nicht zu sehr überladm werden soll. Dies setzt nun voraus, daß dem Schüler zu gleicher Zeit | nicht Verschiedenes vorgeführt werden dürfe, wenn eS ihm > möglich sein soll, sich in den Stoff zu versenken und den- ' selben nach allen Seiten zu ersoffen. Es möchte darum schwer zu begreifm sein, wie sich ReligionS- und Bibelunterricht an den noch viel unbekannteren Sprachunterricht — ohne weitere Behandlung dieser Fächer — anschließen und wie es dem Schüler möglich sein soll, die 3 ihm zu gleicher Zeit gebotene Speisen zu ver- I dauen. Soll außerdem durch das Hereinziehen des zu i Vielen nicht jedes Fach sein Wesen und seinen Zweck ver- ■ lieren, so wird es eben so wenig gelingm, hebr. Sprache, Bibelkunde und Religionsunterricht, wie deutsche Sprache, Realien und Rechnm zu vereinigm. Wenn endlich schon die Concentration im Allgemeinen ihre nicht unerheblichen i Schwierigkeiten hat und besondere Gewandtheit und Tbatkrast des Lehrers voraussetzt, uni wie viel größer würden sich diese Schwierigkeiten im vorlirgendm Falle zeigm, wo; obmdrein das Cmtralfach wenigstentheilweise ein mehr : fremdes, jedenfalls noch wmiger bebautes ist. Die größten , Nachtheile hievon würben sich gerade beim ReligionSunter-- \ richte zeigm. Es ist zwar richtig, daß eS in der Bolks- | schule weit mehr auf die Sache, insoweit sie Verstand und ■ Gefühl anregt, als aus das System ankommt; aber ebenso wahr ist, daß die Schüler auch einm innern Zusammenhang der ReligionSwahrheitm haben müffen, und daß dieser Zusammenhang wesentlich zur Verdeutlichung der Begriffe und zur Erleichterung deS Unterrichts beiträgt. Muß man nun

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