Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 5 (1865)
- Issue
- 38 (21.9.1865)
- Date
- 1865-09-21
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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für die gesummten Interessen deS israelitischen LehrerstandeS und zugleich Organ für den Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Wittiven mch -Waisen in Deutschland. Lehrer- N°. »8 Mainz, den 21. September 1865. Jahrgang.) Lichmtlich 1 Nuuunrr. Vierteljährlich« Lbo»n»»«tSpr«ts 27 kr. --- 1/4 Lhlr. Bei frankirter Zusendung unter Kreuzband jäbrlich 2 fl. 12 kr. Anzeige« zu 1 Sgr. die Petitzeil«. Bestellung« »ehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Leben und Frieden p"e"^ 3id rö-o cd?j/ tan nwb zum Neujahrsfeste 5626. Geneigter Leser, sei gegrüßtI Die Sonne des Lebens und des Friedens leuchte Dir im kommenden Synagogcnijahre; und wenn las Neujahrsfest der strahlenden Göttin deS Tages, das mir mit allen Genossen unseres geliebten Vaterlandes in winterlicher Zeit feiern, Deinen Blick nach Außen wendet, so möge der freundliche Mond, nach dem die Synagoge ihre Zeilen zählt, und der Tein Denken nach Innen lenket, Dir ein Tröster sein, ein Licht in finsterer Nacht, ein Hoffnungsstrahl aus einer besseren Welt. Wenn Du dieses Blatt empfünsst, das Dir ein Bild des Lebens und EtrebenS Deiner Freunde und Genossen im beiligen Lehramte zu zeichnen berufen ist dann ist der erste Tag der ernsten Feier vorüber; Tu hast der eigenen Vergangenheit den Zoll der Erinnerung geweiht, Du hast vielleicht im Geiste an den Gräbern theuerer Freunde, und verloren gegangener Hoffnungen geweilt — laß es genug fein. Begleite mich auf einem andern Wege, der uns auch . einen Blick ins Innere zu thun gebietet; laß uns schauen in das Innere der Gemeinschaft, der wir angehören, in das Leben unseres Standes! Wohlan, die „zehn Tage," die da alljährlich kommen und gehen, wie könnten wir sie heilvoller benützen, als wenn wir uns klar würden, über dar, was uns als Cefammtheit Noih thut, wonach wir zu streben haben als Lehrer und als Israeliten damit die Zukunft uns den großen Tag der Versöhnung bringe: cma« by 0’J3 a^i D’ja by ma« 2b rrem der da zurücksühre das Herz der Väter zu den Hindern und dar Herz der Linder zu den Vätern. D"n, Lebe«! Herrlicher Klang l Dich erflehen wir vom Allgütigen l Wir Alle wollen wandeln im .Lichte des L>ber.S," im strahlenden Lichte der Sonne und wohl kein Gebet in diesen Tagen erregt mebr unsre Andacht, als, die Worte: irot, gedenke unser, Herr, zum Lebt«! iedd u:ra D”nn, schreibe uns ein in das Buch des Lebens! Alle, Alle wollen leben: der Jüngling und die Jungfrau, welche unter Leben oft nur eine Reihe heiterer Genüsse, süßer Freuden, goldner Hoffnungen zu verstehen scheinen; der Mann und dar Weib, um für die Lieben zu sorgen, die ihnen Gott als höchstes Gut geschenkt hat; der Greis, um sich deS Glückes zu freuen, dar er im Kreise seiner Kinder findet; der Reiche, um seine Schätze zu genießen, der Arme um sich für die dunkelschein«nde Zukunft Schätze zu erringen und für die Vergangenheit zu entschädigen, der Fromme und Wohlthätige, um Gutes auSzustreuen mit voller Hand, der Geizige und der Sünder, um Unrecht und Gold anzubäusen. So ist für Alle das Leben ein höchstes Gut. Nur Wenige beachten die erhabene Wahrheit, die in dm Wortm des Dichters liegt:' DaS Leben ist der Güter Höchstes nicht, für Alle aber gilt das Wort des Predigers (11, 7.): »c»n n« mxT? v'ö'pam — Ttci pmoi Ja, so süße ist das Licht! Und so angenehm für die Augm, zu grüßm die Sonne. — WaS ist uns, was ist oder soll und muß dem Lehrer der Gegenwart das Leben sein? Leben ist EtrebenI Des LebrerS Leven ist und soll sein ein Leben deS unausgesetzten Etrebens! Im Strebm, im Vorwärts streben, im heißen Kampfe für die Fortbildung unserer geistigen Seins, für die Veredlung unseres Geistes und Herzens, für die Förderung in unserem Berufe, in der Aufopferung und Hingebung für die heilige Ausgade, der wir uns gewidmet haben, liegt das höchste Glück des LchrerlebenS. In ihm findet der Lehrer dm heiligstm und erhebensten Genuß, im Streben für seinen Beruf dm Ersatz für die Leiden und Kämpfe und Entbehrungen, die uns auf unserem Lebenswege begleitm. Ja, Leben ist Streben! Und das edle Strebm ist wahrlich ein hoher und erhabener Genuß! Wenn Du, 0 Lehrer, noch vielen mühevollm Stundm und Tagm vor Deinen Kindern stehst, und zu Dir sagen kannst: ein: heilige und erhabene Wahrheit ist ihnen klar gewordm, nachdem Du Tage lang darnach gerungensie ihnm zum Verständniß zu bringm; und Du siehst ihre Augm lmchtm im Ler-