Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 5 (1865)
- Issue
- 37 (14.9.1865)
- Date
- 1865-09-14
- Page
- Seite 153 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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153 rcölidi gciuonnciieii llcbcrzeuguitg »ach Der Idee fragt, iric in Lessing's itathan lebt, so stimme» wir im Allgemeinen mit Herrn Platz überein, nur ist seine Schlußfolgerung immer eine falsche, den Vordersatz anflicbende: Lcssing hat diese Ideen' gesunden iin Mosaisinus wie int (sliristcnihum; aus dem Mosaismus gingen sic in's -Ebristenthnm überdamit ist er noch kein Jndengenofsc. l„i Ralhan gab Lefsing dein ^ndenlhum eine Ehrenrettung vor den Bernnglimpsnngcn der alten Zeit. (är hatte in Mendelssohn,einen galt zeit .luden kennen gelernt und ibn geliebt, l weil er auch ein ganzer Mensch war; warum sollte er i sich nicht mit der Frage beschäftigen, ob solche g a it; e Menschen ■ auch and dem .lndenthnme sich entwickeln können? :Hcin, daS .Zndenthntn bedarf der fremdartigen Blnmcn,-der fremdeit Ans- , ichmückungeit nicht, um Mettschett zu erzeugen, denen es geäugte, Menschen zu sein. - „'•h>ac> tlmtifcr Dir, den -3amen der Vernunft, Den er so rein in meine 3cclc streute, - Mit deines Landes llnkrani oder Vlnnien Do gern' zu mischen?" — „Fch selber fühlt meinen 2*öden, wenn.! Die noch so schön ihn kleiden, so entkräftet Do ansgezebrt durch deine Blumen!" — „ x\hr (Glaube Dchicn freilich mir das Hetdenmästigfie '.tu ihnen nie. D och io viel tröstender Vötr mir die Lebte. das; l^rgebenlieit in <^oit von unierm Wäbncn über n-ott Do ganz und gar nicht abbängt."! Dollte Letnng einen lniget gebildet/haben, den Anhcre ihm nun verhunzen? Latten wir, edle Freunde, die edlen Doden rubn. M/ndelssohn ivar ei» Fnde. einen besseren gab cd nie. Leiting ivar ein t^'iriü. Beide sande» im Moiaismnd, was ivir alle in un'erin Bekenntnisse finden, ivenu wir in Wahr beit darnach streben, den nviit der Wahrheit, d. i. der Kleist l^ottes und der t'viü der Liehe. lind das; dsefc Liebe im l'brislentlniiii ivie im .luden-lmme. und auch unter Musel männern ihren Ansdrnek finden kann, das bat L.'tting erkannt int yrbcii und in der Wissenschaft, in der inofaischen Lehre wie im Ilmgange mit dem ersten Fnden. der den Pentateuch für die Hilden in die D brache »lermanieus nberictzte. llnd darnm a t It n it, J e m v e 1 It e!r r nud D aladin! Wollt Fhr darum beute noch „Hinter diesen istdi äten Walt Ft» pltiiosopltiichen Delta'vclz Hunde bringen Die ihn;aiiiai iotletz?" — , Möchten doch Alle jo tolerant sein im «''eiste Rathaus und mit seinen Worten zu sprechen: „Was Euch zu Christen macht, macht uns zu Inden." -; Do tauge jedoch Hengstenbcrg und, Eonforlen uns die Pcrflnchtcn nennen, Papst Pius den Pan» ausspricht gegen alle Anschauungen der gebildeten Welt und Herr Platz das Ftidenlhuin auf > Kosten des l'hrtftettthninS verunglimpft, ohne erstercs vorerst ru prüfen und zu kennen, also die drei rUidt »tilgen des Ehriflenthniitzi uuS gegenüber gleich intolerant sich zeigen, so lanne erlaubt uns als Juden . unfern ersten Lehrern,(ch»tserm Moses, Fesaias, Hillel, MaimonideS und 't t RiendelSsohn getreu tm Vcisittg’fcl,ett :Katbau mir einen wachren und ganzen, .luden zu erkennen. Klinge tt it c i n. Wochenbericht. — In dem „ Israelitischen Lehrer" wurde seit Kurzem über mehrere Lehrcrjubiläen Bericht e stattet, welche b i isr. Lehrern d-r Provinz Sbcrhessen stattgefunden haben. Ick gebe diesen Berichten, soweit sie die kurhess. Provinz Dberhessen betreffen, durch daS folgende Referat für mehrere Jahre d>m.Abschluß*), da hier voraussichtlich erst in zwei Jahren eine solche Feier wiederkehren wird. Es drängt sich wohl Manchem die Frage auf: „Wie kommt es. dah seit einigen Jahren solche Feieclichkoiten in unseren oberbessischen Gemeinden sich so oft wiederholen, während bei den altern Lehrern dec Provinz der Tag, an welchem ihre Wjährige Dienstzeit sich vollendete, in den Gemein'en meistens ganz unbemerkt, ohne „Sang und Klang," oorüb'rging? „D;e Antwort ist leicht zu gbcn." Es dalict sich dieses regere Leben in den i'r. Schulen und Gemeinden der Provinz Oberh ss.n von der Z-it an, da Herr Rabbiner Gersielt zum Provinzialrabbiner der Provinz bestellt wurde. Seitdem ist ein frischer Lebensodem iw die Schulen und ein freudigeres Streben in die Lehrer gedrungen, was in den Gem-indcn lebhaft nackpulsirt. Der Mann cat ein warmes Herz für die Schule und ihre Lehrer, und ist er einerseits mit Recht streng in seinm Ansordecu gen hinsichtlich der wiisenschastlichen Leistungen der Schule, so ist er andererseits auch wieder der treuste Rathgeber und der wärmste Freund der Lehrer. Ich will hierdurch k.-inen Tadel gegen .s.inen nun verewigten Vorgänger.ausz'sprachen haben. Auck oi'ser meinte es wahrlich gnt, und di: asr. Schulen der Provinz haben ihm viel, sehr viel, sie haben ibm ihre ganze S-gantsalion -zu verdanken. Aber das Alter batte saon lange die Spa mkrast ’ ittes Geistes h rabgest.mmt. M:t dem Herrn Provinzialrabbiner Heesfeld ist ^war ke.n; jugendtiche, aer «in: sehrrüstige und ervrobte Krake ins Amt ge'o nm.u, die in ihrer Bildung aus der Höhe dee?,it siebt; unk da oe s-ifcfr längere Zeit in der Tch.tte tbätrg war. >o kennt er die Freude>a und Leiden des LUtrerstaud s du-ch und durch, und weist dabei rtz- Sache am gebörigen Ori: anzufaisen — das isi des Rätbslls Le'nng! Run zu meinem Reierate: b!m 10. August sei ule der Herr Lehrer Plaut in Neustadt das Ldjähnge I t'stläum s incr Lehrerleätigkett am genannten g)ctc. Vor -t'lt'.azs versammelten sich tu dessen Hause die 'Vor.getehten des Jub'.lars, nämlich der Herr Vrovinzialrabbiner Gersfeld, der dieserbalb von Marburg, der Herr Lanbratb .''ibode, der von dem-? Stunten entkernten > Kirchbain berüber gekommen war und der en. l..co wohnende 'atholische Eaplan und Lokalschulin pcctor; s.rn-er sechs israel. Lehrer der Provinz und die Sdnagogenältesten aus esteustadt und der Filialgemeinde Momberg. Nachdem hi-r ein Frühstück eingenommen war, g'leiteten gegen I? Ubr die Anwesenden den Jubilar; .m GotteShause, too nicht nur dt-e ga ze Gemeinde in festlickem Anzüge versammelt war, sonbcrn auch eine große Menge Christen sich eingesunken batte, 'ökachdem hier ein Choral gesungen war, hielt der Herr Provinzialrabbiner eine tiefergret» -ende Predigt über den Segen und d'e Mühietigkeiten der pflichtgetreuen Lehrerarbeit. Der Redner war selbst aüs's Tieiste *} SB« bitten recht ernstlich darum; um unserer Leser willen, ferner diese Jubiläen nur ganz kurz zu truwlneh. Der Into'g wird derselbe sein. — Red. >