Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 5 (1865)
- Issue
- 36 (7.9.1865)
- Date
- 1865-09-07
- Page
- Seite 150 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/4896751-5428734-5431529--1160-4897702- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
150 13,083 Frcs. 2 Cts., woro, stift OoOO Frcs. verausgabt,und somit noch 6,043 FrcS. 2 CtS. übrig find. Am 31. Mot 1864 betrug die Zahl der Mitglieder 2,878, am 15. Mai 1865 erhob fie fich auf 3,90t>, rach Abzug der im Laufe de- Jahres Ge-, fiorbenen und Ausgeschirdere«. Davon zählt Paris 567, daübrige Frankreich 602, 'Algerien 204, Oesterreich, mit Benelien 130, Preußen 145, taS übrige Deutschland 10. Die Alliance Jsr. Univ. hatte am 18. Juni 1863 über die Lösung folgender 2 Fragen einen Concurs eröffnet. ' 1) Geschichte der auf die Emancipation der Israeliten bezüglichen Literatur. Analhsirung derjenigen Schriften, welche' von dem letzten Viertel deS 18. Jahrhunderts (Dohm, Grögoire, Mirakeau) bis auf unsere Zeit für die Emancipation, besonders von nicht - israelitischen Schriftstellern erschienen find, ebenso wie derjenigen Reden, welche über diesen Gegenstand in öffentlichen Bersammlungen geyalten worden find. Auseinandersetzung der mehr oder weniger vollständigen Leistungen, welche diese Frage in den verschiedenen Ländern Europa's gefunden hat, und Zusammenstellung der Vorkheile, welche daraus sowohl für die Israeliten wie die Europäischen Nationen überhaupt erwachsen sind. — Preis für die beste Lösung dieser Frage: Eine goldene Medaille im Werthe von 1500 Frcs? 2) Nack authentischen und osneiellew Dokumenten eine Social- und Eriminal-Statistik der Israeliten Frankreichs vom Jahre 1830 bis auf unsere Tage in Zeiträumen von je 5 Jahren zu entwerfen. Einerseits zu erforschen, in welchem Verhältnisie die Israeliten an allen freien Gewerben (c*rri4res) sich l betheiligt und welchen fie "den Vorzug gegeben haben; andererj seitzu prüfen, welche Verbrechen und Vergehen man ihnen verwerfen könne und welche dir proportionale Ziffer in den gerichtlichen Berurtheilungen nach allen Abstufungen für fie gewesen ist' Es sollen dann allgemeine Betrachtungen über die auf das pro-! portionale Verhä'.tniß der israelitischen Bevölkerung zu den all-! gemeinen gegründeten statistischen Tabellen folgen. Zu dresem Eoncurs ist jede analoge Arbeit zulässig, welche i eines der übrigen Länder Europa's behandelt, wo die Lage der ■ Israeliten ähnliche Vergleichungspunkte bietet. - j AlS Preis für die beste Lösung dieser zweiten Frage ist! eine goldene Medaille im Werthe von lOOO Frcs. bestimmt. Für die zweite Preisfrage ist kein« Arbeit eingelau'en, für die erste Eine, ater ungenü ende. Sie ist von einem Deutschen mit^dem Motto: „Bürgerliche und staatliche Freiheit für einen Indens Ehonning. Sie tcschäftipt sich mehr mit der Literatur des Gegenstandes, als mit dem Gegenstände selbst, behandelt auch hauptsächlich die Emqncipationsfrage in Deutschland, weniger in den andern Ländern Europa's, ist auch nicht ausführlich genug, namentlich zu kurz in der Entwickelung der eigenen Gedanken urd entbehrt der Schlußfolgerungen, w Ich« in größerer Ausdehnung aus der ganzen Darstellung zu so gern gewesen wären. | Die Alliance vermuthet,, daß eS dem Verfasser an der uöthigen Zeit gefehlt haben wöge, setzt obige Frage noch mal» zum ConcurS aus, ermuthigt den Verfasser erwähnter Arbeit wirdcrhvlt an dieselbe zu gehen und hofft von demselben für das Jahr 1867 eine preiswürdige Arbeit zu erhalten. Die iutereflante Rede deS Präsidenten Ersmieur wird durch - häufigen Beifallsruf unterbrochen. Im Anblick der zahlreich i,! der Versammlung erschienenen Damen fühlt er sich wahrhaft wir möchten sagen: „prophetisch begeistert und läßt fich über die Stellung, den Beruf und die Geschichte der Frauen überhaupt und die Israels insbesondere auS. Auch der Einfluß der Frauen in unserer Gegenwart, auf Bildung und Sittlichkeit, al» der Wurzel der Grundlage für des zu erstrebende glückliche Einzel- und friedliche Zusammenleben der Menschen wird hervorgehoben. Die Hauptmomente aus der neuesten Geschichte der Alliance werden ebenfalls berührt. Rücksichtlich der vor der Alliance zu gründenden Schulen sagt der Redner: Mau wolle nicht bloS durch sie Juden bilden, sondern Bildung verbreiten, um alle Menschen za sittlichen zu machen und auf gleichen Rang zu erheben. Die Verschiedenheit der Religion dürfe keine Verschiedenheit des Rechts bedingen. Denn Gott dulde alle Religionen, der Mensch könne nickt weniger thun. In JSra-l erkennt der Redner noch immer das erwählte. Volk Gottes, welches jetzt zahlreicher sei, als je zuvor. Er führt hierbei die Worte deS Bischofs Gregoire an. welche dieser gelegentlich dem Redner selbst gegenüber persönlich geäußert: Tie Absichten Gottes für Euch (Israel) sind nicht aufgehoben; Ihr seid jetzt zahlreicher, als zu Tavid'S und Ealamon'S Zeiten. Jbr zählt jetzt auf der Erde mehr a:S 6 Millionen." Der Redner fährt fort: „Und wenn daS vom ^udenthum ausgegangene Ehristenthum mit allen seinen verschiedenen Sekten eine Zahl vrn 2C0 Millionen repräscirirt, was bedeutet diese Zahl gegen die ungibeure Menge d,r Anhänger andrer Religionen auf Erden? Eine Macht begründet also auch das Ehrist,nthum nickt durch die Zahl seiner Anhänger. Erwarten wir also Alles von Gott! Wir sind der Stamm, jene die Aeste, aber wir Alle sind Menschen und haben Gott zu Einem Väter. Heben wir alle Unterschiede und Trennungen auf! Geben wir der welche anpefangen hat, unS besser zu erkennen, das bessere Beispiel. Seien wir die befferen Bürger, die besseren Brüder! Jüdische Frauen, bleibet ihr das Muster der Familientugenden und erziehet eure Kinder nach eurem Beispiele! Reichen wir, meine Herren, unseren Brüdern oller Eulte die brüderliche Reckte, und sagen wir ihnen: da ist unsre Hand, gebet unS die Eurige; es ist Zeit, daß wir sie ineinanderlegen! Es folgt noch eine kurze Diskussion über administrative Fragen und eine ehrenvolle Erwähnung des verstorbenen Dterrabbinen deS Central-EonsistcriumS Ulmann. —DaS Verzeichnis: der neuen Mitglieder ist beigesügt. —Rothschild Beim Herannahen des neuen Jahres erlaubt sich Unterzeichnete auf das in ihrem Commissions-Verlage er-! schienene Echriitchen aufmerksam zu machen: Drei Predigten, - gehalten am Vorabende, am ersten und zweiten Festtage deS neuen JahreS SV2S, von Dr. Jnl'ia» Joel. Rabbiyer zu Lauenburg in Pommern. Preis 7'/, Tgr. Diese gediegenen Predigten von dem als Kanzelredner rühmlichst bekannten Herrn Verfasser, haben sich in der kurzen Zeit, daß dieselben durch den Buchhandel Verbreitung finden, einer äußerst zahlreichen Abnahme zu erfreuen gehabt, und können dieselben, soweit der geringe Vorrath noch reicht, zu dem obigen Preise durch jede Buchhandlung bezogen werden. VerlsxstbuedlisuätiinK von Oskar I-einer in Leipzig. Lerankw östlich« Revacteur: I. tklingenstetn in Odernhrt» in Rhetnbeffens Selbstverlag d« Redaktion. Kür den Buchhandel: in i«m«isfie» bei Oskar Seiner in Leipzig. — Danipf-Schnellpressendrnck von I. siotttleben ly Mainz.