Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 5 (1865)
- Issue
- 29 (20.7.1865)
- Date
- 1865-07-20
- Page
- Seite 120 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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120 cement ist weit schwieriger! Dar Erheirnthen einer »reichen Fra»" weit seltener!' Mebr Geld!! Noch ein ähnliches Beispiel! In der vorigen -Nunnner dieser Ztg. war. von dem Jubiläum des wackern, verdienstvolle», im jüdischen Wissen gelehrten LehrerS Hahn in. Holzhausen in Kurhessen die Rede. Die Feier ward in der »herrlichen, brillant erleuchteten Synagoge: und der Mann bat 200 fl. Gehalt; 24 Thaler Ehrengeschenk zu seinem Jubiläum ist eine Gabe, die ihn zn Thränen rührt. Kennte man nicht jährlich 24 Thaler an der brillanten Beleuchtung sparen und dem Manne als Alterszulage bieten?- Immer die alte Leier, werden die Feinde deS Lehrerstandes sagend diese — — Lehrer, die sind gar nicht zu befriedigen. Erst sollen sie lernen und unsere Kinder unterrichten in Sprachen, Naturwissenscha'ten,- Geemetrie, Pentateuch mit Raschi, etwas Taknud würde auch nicht -schaden/ auch Musik, Gesang; dann bauen wir eine neue Synagoge und waS unS dann übrigbleibt, daS erhalten sie. Nein, wir ruhen nicht; wir schweigen nicht; eS muß besser werden. — Paris, 22. Juni. Der Senatsbeschluß über Algerien wurde heute auf den Tisch des hoben HauseS gelegt. Es handelt sich darin um den Personenstand und die 'Naturalisation ^in Algerien. Die EigensLait »Franzose" wird de« mohameda- ^nrschen und israelitischen Eingehornen. ertheilt, doch ble.ben sie unter ihrem besonderen Rechte,' der Muselmann unter seinem mohametanischen, der Jude unter seinem-persönlichen Statute, beide jedoch sind in Armee und Flotte zugelassen und zu allen Aemtern und AmtsverriLtungen befähigt. Die Eingecorenen wie die in Algerien ansä-ssg-n Ausländer, die zu allen Rechten deS französischen Bürgers.zugelassen werden wollen, werden nach französischem Rechte behandelt.*) Die Redaktion der »Morgenrölhe", ein in Guben in Preußen erscheinenteS freireligiöses Blatt, erhielt auf ihre diesbezügliche Aufforderung folgende Zuschrift-: „Die seit einiger' Zeit in dem hiesigen St. Johannitcr- Ordens-Krankeniause befindliche, bisher im jüdischen Glauben ^er.ozene zehnjährige Hulda Treuberz aus^Schermeisel ist, entgegen der Bestimmung teS fj. 83 Tit. 2, Tb. H. A. - L. - 9i., wonach Kinder unter 14 Jabren -selbst nicht mit Genehmigung ihrer Eltern zur Annatme eines andern Glaubens zugelassen werden sollen, am 16. Mai durch -ciOhiesigcn Predi/er Bartusco; (Protestant) christlich getaült worden, trotzdem die hiesigen jüdi. i scheu Eultusbcamten Siebutg und Donn,. welche dem Tausacte | deizuwohnen Gelegenheit batten, gegen diese Handlung feierlichst . pcotestirt haben. "Als am 17. Mai c. die Mutter ihr K.nd aus dem Krankenbause sortmhmen wollte, wurde ibr ein ärztliches Attest ertacgengehalten, wonach die Hulda Treuhrrz so; schwach und hinfällig war,, daß deren Transport nicht mehr! möglich sei. i Die ron dem Prediger Bartusch zu der Mutter' des Kinf des und den Eultusbeamten Sieturg nnd Doi n ausgesprochene , Absicht, unter keinen Umständen gestatten zu wollen, daß daS j ") Der 2. Artikel lautet: Der eingeborene Israelit ist nichts desto weniger Franzose, er iäbrt fort nach seinem persönlichen Statut regiert zu werden. Er kann zuge!asfen werden, in der Land- und Seearmee zu dienen. Er kann zu Eivilämtern in Algerien ernannt werden. Er kann auf sein Verlangen rugelasscn werden cu den Rechten eines >ran- ,»fischen Büraers; in diesem Falle wird er nach französischem Gesetze regiert. " A. Z d. I. Kind anders als auf christlichem Kirchhofe beerdigt würde, und die hieraus abzuleitende Befürchtung, daß auch die Herausgabe der Leiche des KindeS, falls eS stürbe, verweigert werden würde, ist durch die königliche Regierung zu Frankfurt a. O. vereitelt resp. gehoben. Diese Behörde, welche auf Anrufen der Mutter von dem königlichen KreiSgericht zu Zielenzig mit Entscheidung dieser Angelegenheit befaßt wurde, bat in richtiger Würdigung der Verhältnisse die Herausgabe der Leiche des Kindes, welcheS inzwischen am 23. Mai gestorben ist, ungeordnet. Die Herausgabe ist erfolgt, und das Kind in Schermeisel auf jüdischem Kirchhofe beerdigt worden. Daß dieser Vorfall und die begleitenden Umstände hier im Orte auch bei der christlichen Bevölkerung eine große Sensation erregt haben, darf wohl nicht erst versichert werden. Gegen den Prediger find bis jetzt noch keine Schritte gethan, doch soll es auch geschehen, ob er zur Bestrafung wird gezogen werden, ist fragst w. Sonnenburg. Der Vorsteher: den 28. Mai 186'». H. Jacob. Literarisches. -Wir macken unsere Leser auf «ine Zeitschrift aufmerksam, die seit Oktober 1804 erscheint, ein- Art von pädagogischem Kladderadatsch, den wrr ihnen zur Erholung empfehlen ein Blatt. daS einem wahren von vielen Lehrern längstgesüblten Bedürfniß entspricht: Erholungsstunden der lachenden Philosophie für gemütbliche Volksschullebrer und alle Freunde des Standes, unter Mitwirkung bewährter Vocksschullehrcr, redigirt von Herrmann ßörwitz. (Stadtsulza, Eduarv Roß.) j Drei Hefte eines Vierteljahres (ein Monatsheft |l bis llk Bogen) kosten 4 Sgr., ein einzelnes Heft 2*/2 Sgr. : Vacanz. Die israelitische Religionsgemeinde zu Osthofen an der hessischen Ludwigsbahn (Rheinhessen) sucht zum sofortigen Eintritte einen Lehrer, der zugleich daS Vorbeteramt und den Schächtcrdicnft zu versehen hat. Fixer Gehalt 250 st.,! nebst freier Wohnung mit einem schönen und einträglichen | Garten. Die sehr bedeutende Schächterfunktion wirft im Jahre mindestens 250 fl. ab. Außerdem bietet sich manchfache Gelegenheit zu Nebenverdiensten durch Privatunterricht und zur eigenen Fortbildung, da der Unterricht an der Religionsschule bei sehr geringer Kinderzahl nur wenig Zeit | beansprucht. Franiirte Offerten, mit den gehörigen Zeugnissen belegt, itnirpi richten an den Vorstand der isr. Religionsgemeinde _ M. Levi. WM" In derselben Gemeinde sucht man zu den bevorstehenden heiligen Herbstfesten einen anständigen Vorbeter mHU D’ob |F1 JG«MttttoitU4«r Redakteur: .I. Kltngenstein in Oderuheim in Rbetnh essen; Selbstverlag der Redaktion. Für de» Buchhandel: t» Lommijsioa bei Oskar Seiner in Leipzig. — Dampf-Scbnellpressendruck von I. Gottsleben tu Mainz.