Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 5 (1865)
- Issue
- 28 (13.7.1865)
- Date
- 1865-07-13
- Page
- Seite 116 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Ej 116 im düsteren Wald, der die „niederen" von den „oberen Stricker-- j Häusern" trennt, keuchend hinaufkletterten, sahen wir auf einmal «ei sonderbare Gestalten zwischen Bäumen und Sträuchern und der Wurzeln und Steingeröll dahinschlüpfen, als würden sie vom bösen Geschick auf d-n Tod verfolgt. Die «ine Gestalt würden «:r für eine Jsern re gehalten haben, hätten nicht zeitig genug dürres Laub und vertrocknete Grashalmen aus dem Tragtuch herauSgelugt und einen schüchternen Morgengruß zu unS herübergeraschelt. Die andere Gestalt aber mußten wir für ihren Lebens- und Leidensgefährten, zugleich ober auch für ihren Geschäftscompagnon ansehen; denn sie schr tt sorgsam nebenher, half wieder in da- Gleichgewicht, wenn die Burke straucheln machte und winkte tröstend nach der nahen Hütte, indcß auch sie die schwere Bürde vulgo „Hucke" fast zu Boden drückte. Er. der Mann, trug dürres Holz aus seinem Kreuz, taS mehr denn 60 Winter zählte. Ein- Stricker kam daher, wir fragen ihn und hören, was auch alle Wett soll hören: „es ist der Lehrer mit der Frau, die Holz und St:eu und Futter in dem Walde suchen." Bald sehen wir sie auch in einem kleinen „Strick" — oder, wenn Sie wollest — in ein m Baudenhäusche» an drS Walkes Saum verschwinden, - in einem Haus, als Sarg zum Sterben noch zu groß' zum Leben zu kle n. Und dennoch also wobnt ein Lehrer drin mit seiner Frau, und auch mit seiner Kuh und seiner Ziege,' wenn nämlich Futter für die beiden letzten Mitgeschöpfe au^z.treiben ist. Hier unterrichtet er seit 46 Jahren schon so 20. höchstens 28 Kinder armer Eltern im Leien, Sckreiben, Rechnen und Religion. Allwöchentlich erhält er einerr^sage „einen Silbergroschen" von jedem Kinde und vöu d r „Herrschaft" jährlich 40 Thaler, freie Wohnung, etwas Holz und auch Benutzung von zwei Morgen Rodeland, auf dem verzweifelt wenia wächst. Sonst weiter nichts. Wer rechnen kann, summire' Das Erempel ist kinderleicht. — Der Lehrer Rassadowskg (Krei? Marienwerder) erhielt bei seinem stOjährig-m Jubiläum das allgemeine Ehrenzeichen und — 10 Thaler. Der Mann bat 10 K-nder; da paßt die Summe außerordentlich gut. Anzeigen. Verein zur Unterstntznng hilfsbedürftiger israelitischer Lebrer, Lehrer- Wittwen und ^Waisen in Deutschland. Spenden: Von Herrn I. .M. Stein anS Eb''ca o in Nordamerika (Schrieacrfohn d.'s Lehrcrs.Simon Krämer, in Al enmudr) 20 st. G sammelt durch den Vorstand der isr. Religionsgcmeinde Herrn M Katz zu Steinbach b-i Gieß n fl. 3. 45 fr.; een Herrn B. D llstätler. Rad.in r in Kar sruhe fl. 1. 45) kr.; Dr. Aub in München 45). kr.; Dr. Wolf in Golhenburg in Schweden fl. 8. 40 kr. Jahrbücher: I. Frank in Landau fl. 1.2t. fr_; Schwab in Oberhausen 45 fr. M > tgli ederbeitrag: Strauß in Nuß'och und Scherer in Wieslock in Baten., Zi e u e Mitglieder: Heidingsfelder in Kippenheim, Strauß in Liußloch, Scherer >'n WieSloch, Goldrawer in Sembach, Eif-nm.ann in Bkhl, Bärwann und Rothschild in Jngenbeiyr, Stern in Neustadt. Synagogen-GrsLnzr von Alb. Mayer, Dirigent, und I. Staad, Organist. Bestellungen bei Dav. Lapp in Mainz oder den Herausgebern daselbst. Preis fämmtlicker Ehvr- und Soli-Stiinmen 2>Thlr. Dieses anerkannt praktische 2serk in jeder Gemeinde-anwendbar, entbält 26 88als Anleitung rum Gesangumerrichte in Sü'ule» sowie lü6 Nummern für die Liturgie aller Sabbatb- und Festtage. Bei Moritz Jonrdan in Mainz ist erschienen: Grundlage zu einem wissenschaftlichen Unterrichte in -er mosaischen Religion, von Dr. Jos. 4ul). Preis 1 fl. An 4 die Mitglieder des isr. ch'ehrcrlescvereins in Rhcinhcsscn. Auf Grund des Beschlusses derLe^rerversamnlluug in Mainz werden Sie hiermit auigeford.rk, i-nver;üglicd 1) alle Büier. die Sie augenblicklich im Besitze ha.cn, 2) alle rückständigen Beiträge, 0) 8> kr. Bei r>g für das lmiend: Jahr um so mehr nmerba'b 4 Wock.n von h.ute an einzusendei, als ick von me nem Amte al* Bibliv'hrkar zmücktrelend Jtecknung abrulegen babe und die Bibliotbck an einen anderen übergeht, werüber seiner Zeck in diei-n Bläne.n Mi!t?cumig erm!gen wird Oternheim, den 28. Juni 1855. I. Klingenstein- R'klamationen wegen nicht erhaltenen stiummern oder gar nickt ausgesübrten Besi>Uungen beliebe man immer bei derjenigen Buckhandlung oaer Poststelle einzu:e>chen. bei welcher aus die Aeitschrijt abonnirt wurde. Vom 1. b's 20. August bitte ick etwa drin.ende Br:csc für mich zu adrcssircn: I. KUngensten» pr. Äd. I. Mannheimer Ulittwe Kleinheubach am Main. Briefkasten. Herrn B. in Aled. T!« Beiträge für daS zweite Jabr sollen nvck nickt erhoben werde». Da Sie für dos vorige Jabr längst zahlten, konnte ich jetzt Ihre neu« Zahlung n cht qubriren. Alles ander« näck stcns. Herrn M. R. in Paks in Ungarn: Gin Jahrbuch kostet l/2 Tbaler pr. 6. ,— Für 1 ft. 6. 23 wird gewöhnlich hier nickt v el mehr gezahlt. Ginzelne Exemplare sende ich am besten direkt unter Kreuzband. Das vorjährige ist tereis abgegangen. Hierzu eine literarische Beilage. Beranrw örtlicher Redakteur: I. Kltugeustei« tu Odernhet« in Rhrtnheffe«; Selbstverlag der Redaktion. Für den Buchhandel: in Lommtsfion bet Oskar Lejner.iu Leipzig. — Domps-Schnellpresiendruck von I. Gottsteien tn Mainz.