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Der israelitische Lehrer · 1865-07-06 · 27 (6.7.1865) · p. Seite 111

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
5 (1865)
Issue
27 (6.7.1865)
Date
1865-07-06
Page
Seite 111 (sequence 7)
Language
German
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111 '•) D'-- Grammatik enthalt zu viel für den Sckuluvterrickt» cab r benuye man für b:n g ammatischen Unterrubt nur tats <enige, war den größten formalen Bilde.ngsfioff in sich faßt, und! r nge manche» Ändere iiminkliv an d»e Kinder bman. 6) Sprachfertigkeit tan» nickt an grammalischen Regeln eriangt werden, sondern cs muß d r Stoff für die Sprackübunqen aus dem unmittelbaren AnfwauungSkrerse der Kinder entnommen werden. 7) Häufige Wieverbolung in veränderter Form ist Bedingung mrk Einprägcn beim Kinde. Wir fügen hier, da einmal Tbesen der Gegenstand dieses Ber chteS find, die 5 Sätze über Pflege sittlich verwahrloster Kinder bei, welche unser geeb'te EolHge Löwen beim n Stadt längs seid .jüngstens verkssentlicktie und die ganz besondere Berücksickt'gung verdienen. 0 ES gibt sittlich verwahrloste Kinder in allen Ständen debürgerlichen Gesellschaft. Die in rer Armuth verwahrlosten fi.d nickt die am schwersten zu heilenden. 2) Nur die Pädagogik bietet die rickiigen Mittel und Wege, wie auf eine gederhliche Entwicklung verwahrloster Kinder einzuwirleu^m: . 3) Die Bolkssckul« hat solchen Kindern chre besondere Aufmerksamkeit und Psiege zuzuwenden und Igeeigneten Falls auf eine Dislokation des Zöglings in eine andjre Familie, am besten in einem anderen ürte, hinzuwirken. l 4) Das Jntereat sittlich rerwahrloster Kinder in sogenannten Retturgshäusern widerspricht den Grundsätzen einer rationellen Pädagogik und bietet keine Garantie für die Rettung der ihnen anvertrauten Zöglinge. 5' Die Bereinigung aller sittlich verwahrlosten Kinder rin.s Staates oder einer Provinz ist weder vernünftig, noch nützlich; es ist dabenicht der Beruf des 1'ehrerstandeS die' Gründung von Reltungsbäufem >u fördern. u nt f cf» a u. Jnsbruct, 13. Juni. Der ifv. Banquier Samuel @., welcher für seine kränkliche Gemahlin in der Umgebung von Meran eine Billa gekauft hatte und dort seit einiger Zeit wobnte, wurd' fortwährend durch Katzenmusiken und andere Skandale leunrubial, bs er stch endl'ck gezwungen lab, die Hilfe der Ger.ckte in Anspruch zu nebm.n. Nun. blieb er zwar in se.ner Wohnung unbehelligt; aber als er vor einigen Tagen auf d.'r^est^aße nach Lriren fuhr, wurde er von mehreren Tyrolern überfall-i:.. aus dem Wagen gerissen und auf die empörendste Art mißhandelt, worauf die GlaubenSeiseber die Flucht ergriffe».. Wegen dies'! Borfalls ist iereits die gerichtliche Untersuchung eingeleitet. (Hierzu bemerkt die hier erscheinende „Jnnre.tung": „Wir bringen diese einem nickttaroliscken Blatte entnommene Nacbrickt hier ledigl'ch zum Abdrucke, damit sie von kompetenter Seite berichtigt wer. e, indem wir von dem ganzen Vorfälle vier kein Wort er ubren, und trotz aller Glaubenshetzereien doch r ne zu gute Meinnna von hem Tvroler Volke haben, als dak, wir es so'cher Ausschreitungeni fähig ballen könnten.)" F. I. ' ’ i_ — Am ‘25. Mai fa d die 5. Generalv?rsammlung der „Alliance israelcte universelle" statt. Wir bedauern sehr, daß wir von der uns gewordenen Einladung zu der gewiß interessanten B,rsaa>mlu!jg kerne» Gebrauch macken konnten. Welche Bedeu'ung muffen die Berhcnalvngen so erleuchteter und energisckcr Männer bieten, deren Zwecke so groß, so weitgehend und so edel sind! Wir verschieben die Mittheilung der Verhandlungen bis dahin, wo die ousfübckickcn authentischen Berichte vorlicgcn. Die Veröffentlichungen des EentralcomiteeS der Alliance werden fernerhin in unserem Blatte eine ständige Rubrik bilden. — - Dr. A. Geiger, Rabbiner in' Frankfurt a. M. veröffentlicht in der A. Z. d. I. und im Fr I eine Einladung zu einer Zusammenkunft nach Frankfurt auf den 12. Juls, um fich „durch von Zeit zu Zeit erfolgendes persönliches Zusammentreten in freien Besprechungen über, wissenschaftliche und allgemeine Fragen des JukenthUms zu verständigen." Die Bitte ist gerichtet „an einen Jeden", doch sind vorzüglich die Rabbiner, und die — Gemeindevorsteher bervorgeboben. — Wir hatten von den Vorberathungen zu dieser Versammlung schon vor vielen Wochen erfahren, glaublen jedoch das Projeci gesckeitert. —' Noüs verrons I An die ifr. Herren Lehrer der Grnsih. Hessischen Provinz Gberhesscn. Ausruf zur Gründung eines Provinzial-Lehrcr-Brrcins mit regeltnüßigen Conserenzen, sowie zur Bildung eittes Proviuzial- Eomitees des „Vereins zur Unterstützung hilfsbedürftiger isr. Lehrer, Lehrer-Wittwen und -Waisen in Deutschland." Im Hinblick auf die inneren Einrichtungen des rheinhessischen isr. Lehrerstandes, namentlich auf seine regelmäßigen jährlichen Conserenzen, auf seinen Leseverein und so manches Andere, was den Lehrer zu seinem Berufe anfeuert und ihn in den Augen der Welt erhebt, mag bei manchem isr. Lehrer unserer Provinz, der es gut mit sich undseinem Stande meint, schon oft der Wunsch wach geworden sein: „O, wenn wir in Oberheffen es doch auch so hätten! Wenn doch.auch wir Gelegenheit hätten, regelmäßig unsere Zusammenkünfte halten, unsere Gedanken gegenseitig austauschen, uns die in unserem so schwierigen und so selten anerkannten Wirken gemachten Erfahrungen mittheilcn, Einer den Andern ermuntern und aufrichten zu können! Werden wir in Oberhesien cs denn auch noch dahin bringen?“ Ist ja für. den Lehrer Nichts erhebender,, als m.t gleichgesinnten Genosien sich zu besprechen; Nichts vermag mehr auf ihn zu wirken, als der Rath, [ber Trost, die Lehre eines Collegen! Auf der anderen Seite gibt eS a derdrückenderes für den Lehrer, als 'ich >er auch nichts Nicvon seinen Collegen abgesondert zu sehen; Nichts kann ihn in seinem Berufe schlaffer machen; Nichts kann mehr zu seiner geistigen Verkümmerung beitragen als wenn er schm muß, daß er aus sich selbst, und nur auf sich selbst angewiesen ist: — Jsolirung des Lehrers ist geistigen Tod für ihn! . Abgesehen jedoch von den geistigen Vortheilen, wei i ein solcher Verein den israelitischen Leitern unserer Provinz bietet, ist desien Conslituirung jetzt [durch die Nothwendigkeit geboten. Viele der Oderhessischen Lehrer sind Mckj glieder des ^Vereins zur Unterstützung hilfsbedürftiger isr. Lehrer, Lehrer-Wittwen und -Waisen in Deutschland." Ich sage Viele derselben; denn noch nicht Alle sind von d.iü Geiste durchdrungen, daß sie Heil erblicken in cder Verein.- gung Aller, d^ßsiecinsehendieWahrh^tderLehke: r’-r rrx

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