Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 5 (1865)
- Issue
- 25 (22.6.1865)
- Date
- 1865-06-22
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/4896751-5428734-5431500--1096-4897649- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
v/r> ♦ Zeitschrift für die gelammten Interessen des israelitischen Lehrerstandes und -uultich Draan für den Verein zur Unterstützung bilfsbedürstiger israelitischer Lehrer^ehrer- Wittwen und -Waisen in Deutschland. iX". T». Mainz, den 22. Juni (fünfter Janrgang.) 2.:r. fn:;tiv 1 '.'iiimintr. l:Ktif:iäl rlul'ct <1tcniumfn:a* ir. J7 fr. , Th!- i'c: tranfimr Zusendung unlcr .'ircujhinD >r!*rlirf' >.. 12 k . An-.eigen -u I Lgr. tw Peniecile. <.'cüeeu»gen. nehmen .llc Poiiäm-er und Bua'Krncluiigen an. ‘V t » t e f o I 1 der niniten israelitischen Lehrerconierenz der Vial;, oda>lialle» zu .''raiterssautern um ä. Juni l^fi. Fnsnlulsvorsleher Lehmann aus Neustadt a d. H., jurn Präsidenten erwählt, eiöffnete die Versammlung. andeutend, daß dieselbe heute besonders mit freudig erhobrnejr Stimmung zu ihrer Arbeit schreite, da sie am aus „heiligen: Boden" stünde, in den Räumen, wo dii pfälzischen Lehrer ausgerüstet werden zu Arbeitern in: Weinberge des Herrn*), und in der altehrwürdigen Stadt des Kaisers Barbarossa, dessen Name, ans die Größe und Herrlichkeit des deutschen Neichrs hinweisend, uns daran erinnert', daß wir deutsche Lehrer seien, und daß die Bildung unserer fugend zur Vaterlandsliebe ein Hauptziel unserer Bestrebungen sein müsse. Er theilte hieraus mehrere Einläufe an die Konferenz mit; eine Entschuldigung des Lehrers Sulzbacher, der Eon »crcnz unvorhergesehener Hindernisse wegen nicht beiwohnen zu können. Der Vorsitzende sprach das Bedauern dtr Versammlung aus, der Mitwirkung eines so wack.rn Schulmannes bei ihren Beratbungen entbehren zu müssen. und! nahm auch d-.e Entschuldigung zweier anderer Lehrer, Strauß aus Obermoschel und Bender aus Blieskastel, entgegen. Tie Versammlung sprach aber ihr Bedauern auch über die Lauheit sc mancher „Westlicher" Lehrer aus, denen zu Liebe man die diesjährige Conferenz von Neustadt nach pem ihnen günstiger gelegenen Kaiserslautern verlegt habe, oyne daß sie in genügender Anzahl erschienen wären. > Herr Lehrer I. Löwcnheim aus Lengsseld! hatte, in Hindeutung auf den dritten Gegenstand der Tagesordnung, sein Merkchen: pcn rrza, von einem freundlichen ^Schreiben begleitet, zugesandt. Taffelbe wird unter den Mitgliedern . ' Es war uns mit tn dcrikenswertbefitil Berettwilligkeir cer große r'ebrsaal im keniglicken Seminargebäude für mistrc Verhandlungen «ingeräumt worden. cireuliren und dem verehrten Vermsser sprach die Versammlung ihren Dank aus. Nachdeni Lehrer Bärniann von Zngenheim und Stern von Nienstädt zu Schriftführern ernannt waren, schlägt . Letzterer, in theilweiser Aenderung der vorgeschlagencn Tagesordnung, folgende zwei. Fragen zur Verhandlung vor: I/Wenn dem Vorgehen unserer christlichen Collegen uz der Pfalz betreffs ihrer Eingabe an die Kammer der Abgeordneten um Gehaltserhöhung Folge gegeben wird, — welche Schritte und Seitens, des iir. Lehrerstandes zu thun, damit auch er der Wohlthat eines irr diesem Betreffe etwa : zu erlassenden Gesetzes thcilhastig werde? und 2) Wie märe ein für die isr. Schulen der Pfalz allgemeiu gültiger Stundenplan zu entwerfen, der mit dem von königl. Negierung für die Volksschulen der Pfalz aufgestellten Lehrplan übereinslimmt.', ohne daß die Unterrichts-' zeit für die isr. Schulen vermehrt werden müßte? Ta Frage I nur zu einer kurzen Debatte Veranlassung geben könne, beschloß die Versammlung, alsbald darauf einzugehen. Ter Antragsteller motivirte seinen Antrag dadurch, haß bei solchen Geietzen immer nur von katholischen und protestantischen Schulen und nicht auch von israelitischen die Rede sei, wodurch bei Gemeinden und Behörden Zweifel.entstünden, ob auch die iir. Schulen in den Bereich des Gesetzes gehören. Dagegen wurde geltend gemacht, daß in allen betreffenden Gesetzen nur der Ausdruck „deutsche Schulen" gebraucht sei, und daß bei erhobenem Eonflicte vom königl. Staatsmimsteriuin bereits entschieden sei, daß dieselben gleicherweise aus isr. Schulen anwendbar seien. Ferner : es werde der vorliegenden Petition von der diesjährigen Kammer leine Folge gegeben werden, die ganze Angelegenheit, sowohl in Betreff eines Schulgesetzes, als der Gehaltsaufbesserung sei vertagt, da die königl. Staatsregierung bei der nächsten Kämmcrsitzung die Initiative, ergreifen werde. Einige Mitglieder der Conferenz übernahmen es,ihnen näher bekannte oder befreundete Deputirle bner-' lich anzugehen, daß duräi eine ausdrückliche Erwähnung j der isr. Lehrer bei den Verhandlungen, die Gleichberech- ' tigung derselben ausgesprochen, und damit jedem Zweifel vorgebeugt werde.