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Der israelitische Lehrer · 1865-05-11 · 19 (11.5.1865) · p. Seite 75

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
5 (1865)
Issue
19 (11.5.1865)
Date
1865-05-11
Page
Seite 75 (sequence 11)
Language
German
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)kfe lange Zeit zurückblicken, denn gewiß schweben viele frohen, -Mckltchen Erinnerungen Ihrem geistigen Blicke vor, »nd alle «fea Ihnen zu: »Herl dem, der treu seine Pflicht gethaul- — Auch wir. hochgeehrtester Herr, empfinden einen freudigen Gtolj, daß Eie unsere Mitte zur zweiten Heimath gewühlt, chgß Eie flch glücklich fühlen in dem Ihnen liebgewordruen Berufe und daß die Generationen, die kommen und gehen, eia be- 'redte» Zeugniß ablegen, von der wahrhaft fittlichen, Geist und dt, Demütb beherrschenden Erziehung, die an Ihrer Hand ibnen nh^Itworden und die fie durch's Leben begleiten wird, gleich einem fo, fwtutn Genius! — ,J Darum sind auch wir Alle uns mit Ihnen, hochgeehrtester l Jfcrr. der Wichtigkeit deS heutige» Tage» bewißt, der einen xUbschnitt bildet in Ihrer vielseitigen Wirkungsthätigkeit und der in Erinnerung an die verganqenheit, eine» freudigen Genuß Der Gegenwart und eine frohe Hoffnung auf die Zukunft gewährt. Hochgeehrtester Herr Jubilar! Nehmen Eie zu Ihrem bruttgcn Ehrentage die Herzenswünsche einer ganzen Gemeinde ent» gegen; wir Alle, die Ihre Schüler waren, oder unsere Kinder Ihrer väterlichen Leitung anvertraut hatten und haben, wir gedenken der geistigen Wohlthaten. die wir und unsere Kinder von Ährer Hand empfangen und danken Ihnen dafür von ganzer Seele; — wir erkennen es an, daß Ihre liebevollen Lehren den -Grund gelegt zu unserer Herzensbildung und den defolgenden Geschlechts; wir sprechen eS aus, daß der Lehrer von einst der -treue Freund von jetzt geworden, der Theil nimmt an Freud »nd Leid, an Glück und Hoffnung. Empfangen Eie für Ihre Sorge und Liebe, die sich treu gewiesen im Laufe eines Bierieljahrhunderts, den Dank Aller. Hie wir unterzeichnen; unsere Hochachtung und Anbänalichkeit sti Ibnen für'S ganze Leben gewsiht und die WSn'che, die wir MS Hcrzensg'und für Ihr Wobl Legen, mögen den Weg zum -aütigen Lenker deS Menschensch-cksal» finden, daß Er Gewährung schenke, und Sie, hochgeehrtester Herr, uns echalt^n bleiben zum Dag der seltenen Feier eines goldnen Jubiläums! Zum Schluß seien Cie, hochzeehrtester Herr, gebeten, die beifolgenden Neinen Andenken, als ein schwaches Zeichen unserer '“tftnnung anzunehmen und sprechen wir die Hrffnuna aus, >ß damit das erreicht wird, waS unsere Abflcht ist, nämlich hnen eine Freude zu bereiten. Debatten Sie uns lieb, verehrter Herr Jubilar, und auch -as>mr wollen Sielim Herzen tragen, als daS Symbol eine» edlen j«:, Menschen und einer treuen Seele! „t Bingen, 26. April 1805. «l Unt'rzeichnet waren außer Mitgliedern der ReligionSpeameinde Bingen auch Ebsifien und viele nun auswärts wohnende n> Schüler des Jubilars. “ Am Festtage selbst fanden flch dir Mitglieder der ReligionS- " -Gemeinde und di« verschiedenen Echülerklaffen (letztere nochma S mit sinnigen Gescheuten) zur Gratulat an in der Wobnung d-s » -Herrn Lebrecht ein; Telegramme, Briefe und hübsche Geschenke * «men selbst aus weitester Ferne. Niemand versäumte eS, einem I* Manne den Tribut seiner Hochachtung dar-u ringen, der von fb vielen Beweisen der Liebe und Anhänglichkeit »i-s gerührt, kaum im Stande war, der steteinstürmendea Bew gung Herr zu werden. 14 Abends um 8 Uhr wurde da- Fest durch ein M rhl in den Bstädtischen Räumen .Badha»-' gefeiert. Die Spitz n der zu Hem Jubilar in Beziehung stehenden Behörden wann a,laden «id erschienen; so der Kre S'ath, der Beigeordnete de« städtischen 4 «emeinderath«, der Dtrettor der Realschule, der Reallehrer Herr ° Hildebrandt, ein wackerer langjähriger Freund d«S Gefeeer'en, Herr Karl Gräff, Mitglied de« S.meiaderathS und weit bekannter Fabrikinhaber «. A. Beim Eli «tritt in den Saal wurde Herr Lebrrckt von den herzinnigen Wort,» de« Mitglieder de« Fest» comitLS Herrn Friedberg begrüßt, de - daS Glück schilderte, welche» die Mitglieder der ReligionSgememde fühlten, heute ein Fest der Lied« zu feiern» de« theuern Lehrer, der sich ein unvergeß» liche« Denkmal der L>ebe err chtetj in dem Herzen seiner Gememdegenoffen. Diese BegrüßunoSworte wurden von dem Jubilar mit sichtbar tiefer Erg iffenheit erwiedert: Dankend für so v ele Be-reis« der Lieb« wollte In bitten. h-ute nicht m»dr von seinen Bervienften zu sprechen; da er ja doch nur seine Pflicht geiha», und ein Zu'amm »treffen glücklicher Umstände ihm seine» Beruf erleichtert. Er schild«r:e nun in beredten und warmen Worten seine srrun lichen Beziehungen zu seiner Gemeinde, dem Borstande und der RelinonSgemeiyde, dem Rabbmen Herrn Dr. Eodrrnheim, den Staatsbehörde» und den Bürgern der Statt, die stets be'acht waren, feine Berd-enste anzuerkennen, seine» Beruf ui würdigen Wie sein Berufs - Lden bisher mit gött» licher Hilfe ein glücklicke«, Frieds und Segen bringende« war, so hoffe er auch fernerhin seinem Berufe trcu und in Fr eden zu bleiben mit seltner Gemeinde, um deren dauernder Liebe erbat. Er sckloß m t einem Hock auf die i Gemeinde. — Herr I. H Kullmann, a'S Mitglied d-S Vorstände- und des Fest» com ts'S» schilderte hierauf in Nx rmer Beg'isterung sowohl für die S che als für den Jubilar d-esen als Lehrer und Mitglied der Gemeinde, in seine« priraten Beziehungen zu de» Gemeindegenoffen, als treuen Freund in Freud und Leio. dem alle Herzen ent-egenschlaaen, der sich ein ewige«, freundlich»« Andenken sicherte bei All.n, die seinen U»t rrickt entweder selbst »enoffen, oder ihre Kinder zu «bm lendet-n. Es war für eine» Lehrei wahrhaft erhebend, den V rtr ter e ner heff. (städtischen) ReligirnSgemeinde jo vom Reli iion«)ihrer sprechen zu hören, und wird uns der Eindruck l i ser Werte st tS gegenwärtig bleiben. Herr K eisra'h ParluS brachte ein 5och dem Bor» stand« der ilr. Religirns;em >n1e; der Herr Beigeordnete sprach von der V rehruna der Bürger, der Binger und selbst der Bing rinnen für ten Jub'lar; dfr R alsckuldirektor sprach von der Eollegialiiät rer Letrer unk» b-ackte ein Hoch den Eckulen, Herr Gräf d«n anweirnden NeliaionHledre n: Herrn Tr. Sobernvei« uud H-rrn De. Leopold Sl«-n aus Frankfurt, der al» Jugendfreund de« Gefeierten ,u dem Feste geladen war; worauf Herr Rabbiner Dr. Evbernheim die steis freundlichen Bezirhu-g u fchtdre, w iche die bei'en lüsam venwirkenden Männer siel« verband. Hieraus »»griff Herr -Pr. Leopold Stein das Wort. In erareisend r W ise sprach! d rfelbe ron der Vergangenheit des Jubila S: ,?t ern Eie das Fest de» Lehrers Ihrer Jugend, so feiere ich die Jug-nd Ihres L-brrrS.* M>t tiefer Rührung er äbl'e de- Redner ron er Jugnrd L dreckt'S der eine Stunde von seinem (des Redners) G -> u'tsort') geb, r n und m > demj.lben auf» xewack'en; wie die bridn Freunde zusammen im Bat rhause d> - Redners d>m Talmudstudium oblager-; wie der a'te Lehrer den Sinn für da- Höh-re, für da» Wabre und Edle in ihnen pflege; sie daun »päier zu^an m n >ur Thlmudbochschule nach Fürth zogen, w-e dott dir Ah-un, einer n^uen Zeit m ih en aufstieg. El» wahrer Beifallssturm unlerlrych d n Redner, als er «rnähite, w e dazumal ron zn-ei d-r velien R cktunz angkhösipen Learern einze ne J een der wuen Zeit! verbreitet worden, wie'dann einer v n dies n be-den st rb, u b rie ein R sicher an seinem Tisck« da» .... Wort dpr ch: Dies r Mann wanicht Werth hier zu fein, darum sla b er; wie eia armer Jüngling den Muth batte de« rächen Gönner zu eiwidern: „Nein! Fürth verdiente n-cht, disien Mann m besitzen; ba-um starb er;" und dieser arme Jüngling war — Lebrecht; zusamm n gingen dann die be»d«n Jagen freunde von Fürth nach Wllrzburg, wo Lebrecht *) Mamelsborf, t>«- Stein ist «on Adelsdorf.

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