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Der israelitische Lehrer · 1865-03-23 · 12 (23.3.1865) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
5 (1865)
Issue
12 (23.3.1865)
Date
1865-03-23
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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I ßraelitiHchc IMer. r Zeitschrift für Organ für den Ver die gesammten Interessen des israelitischen LehrerstandeS und zngleich ein zur' Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer- Wittwen und -Waisen in Deutschland, N°. 1*. Mainz, den 23. März 1865. - (Fünfter Jahrgang.) Wöchentlich 1 Nummer. Bierteljäl Anzeigen z rlichrr Abonnement^prets 27 fr. — 1/4 THlr. Bei frankirter Zusendung unter Kreuzband jährlich 2 st. 12 kr. 1 Egr. dl« Petitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. I Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger ifr. Lehrer, ^ehrer-Wittwen und -Waisen in Deutschland. DaS Hauptcomitö beauftragte den Unterzeichneten, einzelne Ehrenexemplare unserer „Achawa" an bestimmte Adressen zu versenden. Da ich für die mix züm Verkauf überlassenen Bücher sowohl dem Hauptcomits als auch dem Vereine genaue Rechenschaft und Belege schuldig bin, so erlaube ich mir die hochgeehrten Empfänger ergebenst um recht baldige Empfangsanzeige zu bitten, um > mich übxr genaue Ausführung des mir gewordenen Auftrages ausweisen zu können. Hiermit verbinde ich die Mittheilung, daß der Verein bereits feine helfende, wohlthätige Thätigkeit zu beginnen hat. Eine Lehrerwittwe aus Bayern und ein dienstunfähig gewordener, sehr edler, würdiger Lehrergreis von 80 Jahren aus Nassau sind bereits unserer Unterstützung überwiesen. Preisen wir Gott, den Allerbarmer, daß uns jetzt schon die Mittel deS Vereins in den Stand setzen, hier helfend mit voller Kraft einzutreten, nachdem vor noch nicht ganz IV2 Jahren der erste zündende Gedanke in die Welt gesendet wurde. Gott segne weiter unser Werk, damit erquickt werden durch Seine und edler Menschenfreunde Hilfe und die vereinte Thätigkeit des Lehrerstandes die Hilfsbedürftigen und Dienstunfähigen im Lehrerstande, die Lehrerwittwen und -Waisen. Odernheim in Rheinhessen, am Purimfeste 5625. Der Geschäftsführer des Vereins: I. Klingeustein. Corresponbenz. Camberg in Nassau, im Monat Adar5625 n.E. d. W. (Die Stellung des isr. Religionslehrers refp. fein Wirkungskreis in der Gemeinde und eine dem entsprechendeAusbilduug desselben, mit besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse im Herzogthum Nassau.) (Fortsetzung). Die Ausbildung des Lehrers muß nach seinem Wirkungskreis in der. Gemeinde bemessen werden. Es sind darum vor Allem folgende Fragen zu beantworten: I. WaS soll der isr ReligiouSlrhrer in der Gemeinde sein? Selbst angenommen der isr. Religionslehrer habe in seiner Gemeinde keinen weiteren Beruf, als: Lehrer der Jugend zu sein, (was, beiläufig gesagt, immer Hauptzweck sein und bleiben muß) seilst in diesem Falle ist vor Allem gründliche Eprachkenntniß das erste und Haupterforderniß zur Ausbildung des Lehrer!. Wenn es schon an und für sich als unbestrittene Wahrheit gilt, daß gründliche Kenntniß der Sprache, vor allem t... >--- mift$ wahrer Bildung ist, so darf schon um seiner geistigen Fortder Muttersprache, die Bii diese dem Religionslehrer, bildung willen, nicht abgehen. Aber auch seinen Platz als Rellgionslehl er wird er ohne diese Grundlage nicht ausfüllen können: einmal, weil alle Zweige des von ihm zu ertheilendeu Unterrichts einer gründlichen Kenntniß der Muttersprache als Fundament bedürfen; sodann würde er aber auch durch größeren oder kleineren Mangel an dieser Kenntniß nicht verhüten können, seinen Schülern gegenüber sich Blößen zu geben, die ihn um die so nothwendige Achtung des Schülers vor dem Lehrer bringen würden. Noch mehr als dem Elementarlehrer (? Red.) thut es dem Religionslehrer Noth, durch anerkannte wissenschaftliche Bildung sich Achtung zu Verschaffen und solche zu erhalten. Der Elementarlehrer lehrt practische, für daS Leben nothwendige Kenntnisse, auf deren Erlernung schon vom elterlichen Hause her mehr Gewicht gelegt wird und deren sich darum das Kind mit mehr Eifer und Lernbegierde befleißigt; der Neligionslehrer hingegen soll mehr die sittliche Vervollkommnung seiner Zöglinge erzielen, die practische Nutzanwendung seiner Lehren springen den Kindern nicht so leicht in die Augen, da muß die gesteigerte Achtung vor dm Kenntnissen des Lehrers der Kinder Aufmerksamkeit fesseln; wenn aber der muthwillige 12—14jährige Knabe des Lehrer- Schwäche heraussühlt, — und an was kann er das besser,

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