Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 5 (1865)
- Issue
- 11 (16.3.1865)
- Date
- 1865-03-16
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Des Jüraeü tische Kehrer. Zeitschrift für die gesummten Interessen deS israelitischen LehrerstandeS und zugleich Organ für den Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Wittwen und -Waisen in Deutschland. LehreriX”. ll. Maiuz, den 16. März 1865. (Fünfter Jal irgang.) &.<ed>rtitlitb I Nummer. SJifi Anzeij teljäbrlltber Abonnement^preis 27 fr. - iU Thlr. Bei frankirter Zusendung unter Kreuzband jäbrii t» zu 1 Sgr. die Petitze.ile.' Bestellungen nehmen alle Postämter «nb Buchhandlungen an. b 2 fl! 12 fr. xs Aufforderung. Die verchrlichen Schriftsteller und Schriftstellerinnen, welche sich als Mitarbeiter an Jahrbuche Lchrer-Wittwen und -Wäisen in Deutschland zu beiheiligen gedenken, werden ergebenst gebeten, ihre' literarischen Beiträge bis zum t. Mai c. einsenden zu wollen. Der erste Jahrgang ist in 2500 Eremplaren abgesetzt worden. Die angenopinicnen Arbeiten werden entsprechend honorirt. Alzey, im Mirrz 1 S(>5 Das Redaktionscomite: - I Dr. Leopold Stein in Frankfurt a. M., l)r. D. Rothschild in Alzey. Z. Klingrnstein in Odernheim, ft. Man in Alsheim, Hauptredac^eur. Vors, de» Haupicomitä's. , . (Seschäftssührer. Schriftführer. Was den Lehrern vor Ällcm llotlj lljitt. In Briefen anjuntn bocf jciiclltcn Zreunt. W^ehr Geld! * Eie haben mir, verehrter Freund! durch Ihr letztes Schreiben eine ganz hcsondere Freude bereitet. Die Achtung, niit der Cie von Ihrem neu angcstellten Lehrer sprechen, die Bereitwilligkeit, mit der Sie seinen Wünschen — sowohl insoferne sie seine Person als auch^ insofern sie sein Amt betreffen — entgegenkommen. thut dem Herzen eines jeden Lehrers wohl I Wer möchte nicht mit Freuden in einer Gemeinde wirken, die von einem so intelligenten und für das Wohl der Schule unermüdlich thätigen, begeisterten und hingebenden Vorsteher geleitet wird? Je länger ich die Ehre habe, mit Ihnen in Verbindung zu stehen, desto größeres Jntereffe gewinnt Ihre Korrespondenz für mich und ich bin stolz darauf, Freund uid Vertrauter des Mannes zu sein, der von seinen jüdischen und christlichen Mitbürgern zu Ehrenämtern aller Art berufen, die Verpflichtungen, die ihm hier» aus erwachsen, gcwissenh ist erfüllt, und, ohne zu ermüden, int öffentlichen Dienste thäti; ist. Um so mehr werden Sie mir erlauben, eine Antwort — und zwar eine ausführliche und motivirte — auf eine Frage zu geben, die Sie am Schluffe Ihres letzten Briefes gestellt haben. Sie lenken Ihren Blick mit dem weinigen auf das Allgemeine, und sagen dann: was wollen denn eigentlich die Lehrer? Was thut ihnen Noth? Warum d e steten Klagen, die Unzufriedenheit mit ihrem herrlicheit B rrufe? Woher kommen die stereotypen Ausdrücke: j,Le!irermangel und Lehrermangel," „Lastträger der Civilifwion" und so fort? O, mein Herr, Se haben in Ihrem Bereiche io viel Heil und Segen ausgestreut und mit Freuden auf Ihre Thaten blickend, wähnen Sie nun, daß Alle, denen von Gott ein gleiches Loos beschieden, die in kleineren und größeren Kreisen für das Heil der öffentlichen Anstalten wirken könnten und sollten, in Ihnen ähnlicher Weise handeln! O, daß ich Ihnen den schönen Wahn benehmen muß. Ein gewisses Zart - und Ehrgefühl, eine Scheu —r nennen Eie es meinetwegen auch Lehrerstolz, ein Etwas, dessen Rothwendigkert für den Lehrer, für die Hebung des. Lehrerstan des ich Ihnen in einem späteren Briefe erläutern will, hält die Besseren ab. so zu sprechen, wie's ihnen um's Herz ist. Und doch muß. und soll es, mindestens, zuweilen, auöge sprochen sein. Der Tropfen höhlt den Stein aus. Warum sollte es uns nicht gelingen, die Besseren unserer Zeit zu überzeugen, daß eine durchgreifende Hebung des Lehrerstandes Noth thut?! Zürnen Eie mir darum nicht, wenn ich als Ueber- - schrist meines heutigen Briefes ein Wort gewählt habe, das etwas „gemein" lautet, einen sehr „materiellen Klang" hat. Sie wissen doch noch das Wort, das Sie mir am Anfänge, unserer Bekanntschaft zuriefen: unter unS sei Wahrheit! Und so finde ich es denn nicht so gemein, wenn ich offen für die Lehrer: Mehr Geld! verlange, als venn die Lehrer denken, wie jener Edelmann, dessen Sohr ihm die Ehe mit einer Bürgerstochter plausibel . machen will, und unter ihren vielen anderen Vorzügen insbesmdere auch ihren Reichthum, oder vielmehr den Reich - ' thrm ihres bürgerlichen Vaters hervorhebt Der Vater: hat er (der bürgerliche Vater) auch Shulden? Der Sohn:!J, Gott bewahre! Der Vaters Ach, wie gemein, keine^ Schulden habenj