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Der israelitische Lehrer · 1865-03-02 · 9 (2.3.1865) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
5 (1865)
Issue
9 (2.3.1865)
Date
1865-03-02
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Der IÄrselitisrlie Jelirer. Zeitschrift für die gelammten Jnteresien des israelitischen Lehrerstandes und zugleich Organ für dm Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer- Wittwen und -Waisen in Deutschland. i\°. N Mainz, den 2. März (Fünfter Jahrgang.) - Wöchentlich 1 Rümmer. Vierteljährlicher Abonnement-Preis 27 kr. xblr. Bei srankirter Zusendung unter Kreuzband jälrlich 2 st. >2 kr. Anzeigen zu 1 Sgr. die Petitzeile, Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Aaron Hilberth, Schullehrer und Vorsänger in Niederstetten, ein (.‘eben*- uni Charakterbild entworfen von Merander Mäher. Bei den Jiraeliten ist es althergebrachte Sille, den Grabstein 'auf bie Ruhestätte der Heimgegangenen, Verklärten, erst nach Jahresfrist auf den Gradeshügel zu setzen, denn nach dem Ablause von zwölf Monden hat sich der Schmerz durch den Glauben geklärt und die Verehrung für den Verblichenen bewährt; das Ephitaphiüm nicht vom ersten, heftigen Schmerz diktirt, wird an Wahrhaftigkeit gewinnen und seine Worte in Stein oder Erz gegraben, werden die beste Fol:e in dem Zeugnisse der überlebenden Zeitgenossen finden. Darum habe ich auch gezögert, diese Blätter der Erinnerung an einen biedern Freund und fvürdigen Berufsgenossen hinauszusenden, bis die Violen auf seinem Grabes Hügel blühen, die, ein Bild seines stillen, bescheidenen Lebens tausendfältig der Scholle entsprossen, die seinen früh verblichenen Leib deckt. t, Aaron Hilberth, wurde geboren am 27. Januar 1815 in Neckarsulm in Württemberg Seine Eltern waren biedere Israeliten und fein Falsch an ihnen. In ihren bescheidenen Verhältnisses konnte der Erwerb sie nie vom Pfade des Rechts adbringen und der Hausvater befahl auch seinen Kindern, daß sie halten des Herrn Wege und thun. was recht und gut ist. Aaron war ein gutmüthiger, bescheidener Knabe und wegen seiner frühen Wißbegierde wurde er schon im fünften Lebensjahre in die öffentliche, christliche Schule des Orts gebracht, wo er der Liebling seiner Lehrer und Mitschüler wurde. Den hebräischen und Religrons- Unterricht erhielt er von Privatlehrern und als er seinen Wissensdrang in der Erklärung der heiligen Sprache und der Offenbarungsurkunden in Neckarsulm nicht mehr befriedigen konnte, so wanderte er in seinen freien Stunden nach Kochendorf, einem benachbarlen Dorfe, um dort bei tüchtigen Lehrern zu schöpfen aus dem „Brunnen des Lebendigen." Nachdem er die Schule seiner Vaterstadt init -bem 14. Lebensjahre verlassen hatte, trat er in die Realschule fn Heilbronn ein, verblieb dort zwei Jahre, setzte den Unterricht im Hebräischen bei Schul-- lehrer Stern in Sontheim fort und eignete sich die Vorkenntnisse an, um im Frühjahre >831 in das Kngl. Schullehrerseminar zu Eßlingen ausgenommen zu werden. Hiev , ging ihm ein neues Leben auf; der cnggezogene Kreis i seines Wissens erweiterte sich durch methodischen Unterricht und regen Fleiß rasch; seine gemüthreiche Natur schloß sich kameradschaftlich den strebsamen Comilitonen an und seine ' Lehrer gewannen ihn lieb. Das Lehren war ihm eine ■ Lieblingsbeschäftigung und darum zog ihn auch 'die Unterrichtswisscnschaft, die Methodik, in Denzels Lehrstunden be- > sonders an und bald übte er sich unter Leitung des treffl lichen Li eben au an der jir. Waisenhausschule praktisch 1 im Unterrichten. Dieser war cs auch, der ihn nach abgelausener Seminarzeit, nach Schloß Schmidelfeld, wo Liebcnau's Brüder ein Landgut besaßen) als Hauslehrer empfahl, an welcher Stelle er Jahre verweilte, bis er von der Kngl. Oberschulbehörde nach Bonfeld, Dekanats Heilbronn, als Lehrer- und Vorgänger-Verweser befördert wurde. Diese Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirke Lehrenstcinsfeld, wo damals Rabbiner I)-. Frankfurter nunmehriger Prediger am isr. Tempel in Hamburg, Bezirksrabbiner war und sein Vorgesetzter wurde. Dessen leutseligem Umgänge verdankte er viele geistige Anregung und Förderung aui dem Gebiete der Wissenschaft und dort fand er auch Gelegenheit, sich in den rabbinischcn Schriften umzufehen und an ihrer scharfen Dialektik den Geist zu tunimeln. Im December 1838 vertauschte er die Steste in Bonfeld, chit der in Oedheim, nahe seiner Heimath, wo er nur hie Religionsschule zu leiten hatte, wodurch ihm Zeit übrig blieb, sich tüchtig auf das Dienstexamen vorzubereiten, das er auch im Frühjahre 1840 in Stuttgart mit „sehr gutem" Erfolge erstand. Nach erstandener Dienstprüfung warf er sich mit Eifer aus das Studium alter und neuerer Sprachen und brachte es im Französischen so weit, ."daß er dasselbe geläufig schreiben und sprechen konnte. Damals war es auch, daß er mit vr. Jost in Frankfurt a. M. unv Dr.! Philippson in Magdeburg in Verkehr trat und ersterer!

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