Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 5 (1865)
- Issue
- 7 (16.2.1865)
- Date
- 1865-02-16
- Page
- Seite 28 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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28 Und nun lassen Sie «ich, wenn auch mit einiger Scheu, aber im Eifer und Interesse für die Sache und Herrn Seligmann selbst — dem wir persönlich befreundet sind und dessen Gewissenhaftigkeit und Pflichtgefühl über jedem Zweifel steht — noch ein Drittes berühren. Ist er wahr, wie man erzählte, daß Hr. S.« Vorträge über Jesajas hält und die Mischuah — unterrichtet bei Jünglingen, die die Schwierigkeiten der Lesens und die Elementarkenntniß der Sprache kaum überwunden haben? Wir hoffen, Hr. Seligmann wird uns dankbar sein, wenn wir ihm Gelegenheit igebcn, über sein pädagogisches Ziel und Wirken Einiges'zur Aufklärung des Publikums zu sagen. Tcs ich eben die Feder in der Hand habe und im Zuge bin, so lasten E;e mich noch ein paar Neuigkeiten aus usiserem Pfälzer Judenthum-mittheilen. Unser würdiger Freund. M Esasser aus Neustadt, ging vergangenen Jom kippur, wenige Wochen nach seiner erfolgten Pensionirung, da er sich in wohlverdienter Ruhe des Lebens ohne alle Sorge noch hätte recht erfreuen können, in ein besieres Jeweils hinüber. Die zahlreiche Leichenbegle.tung hörte eine nach Form, Inhalt und Bortrag klassische Leichenredeaus dem Munde des Herrn Dr. Grürebaum. Tie isr. Gemeinde Neustadt aber ehrte sich selbst, indem sie der Wittwe einen lebenslänglichen Pensionsgehalt von fl. 2GÜ jährlich gewährte. Mit Bedauern hören wir, daß der Bruder des Heimgeschiedenen Herr I. Elsaffer in.Gdcnkoben, der. Nestor der Pfälzischen Lehrer und eine Zierde des Staildes durch Charakter, Kenntniffe und langjähriges, segensreiches Wirken, so eben auch um Pensionirung uachgesucht hat. Wohl ist ihm die Ruhe zu gönnen; —allein das Häufchen jener Alten, die, meist Autodidakten, durch eigne Kraft und Wistensdrang sich emporgeschwungen und zur äußern und innern Hebung des Judenthums so wesentlich mitgewirkt haben, wird immer kleiner; es kommt ein neues Geschlecht,-das von den innern und äußern Kämpfen Jener, keine Ahnung hat; möchte es auf den Schultern der Alten stehen und da weiter bauen, wo diese aufhören! Unsere politischen Gemeinden fahren fort, mit anerkennenswerther Liberalität den Israeliten die Lasten für ihr Schulwesen zu. erleichternd Landau, Frankenthal, Neustadt und mehrere Landgemeinden haben neuerdings die Beiträge zu den isr. Lehrergehalten erhöht. .— Ein beachtcnswerthcs Beispiel von vorurtheilefreier Toleranz — warum muß dicß garstige Wort noch in unserer Sprache existiren und wann wird es durch vollständige „Gleichberechtigung" endlich verschwinden? — bildet auch die in Neustadt blühende kaufmännische Erziehungsanstalt des Herrn Lehmann, wo unter jüdischer Tirection Pensionäre aller Confeisionen zusammen wohnen ,- leben, lernen. — Aus unfern Zeitungen ersehen Eie, daß immer noch mehrere isr. Lehrerstellen verwaist find und daß trotz Gehalts-Aufbesserung die Bedürfniffe der Gemeinten nicht vollständig befriedigt werden können. — Unsere isr. Lehrer werben sich um Pfingsten zur Coniercnz dikßmal in Kaiserslautern zusammen finden Sie wifien, Herr Redacteur, wie lebhaft, anregend, mit welcher Herzlichkeit diese Conferenzen stattfindxn; werden wir das Vergnügen haben, Sie und die wohlbekannten Freund« aus Rheinhesien bei uns zu begrüßen? Verein zur Unterstützung > hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehr'er- Wittwen und -Waisen in Deutschland. .Spenden: Gesammelt durch Herrn Abr. Lind euer, Lehrer und Cantvr in Würzburg, von den H-rren: Joel Jacob von Hirsch st. tO (Jahresbeitrag auf unbestimmte Zeit); Joseph von Hirsch fl. 5 (versprach, im k. I. w'ed.r etwas zu geben); David Hirsch st. 5 (JabreSbeitraq, aus 4Jabre): Eamucl Roienihal sin. st. 20; Ealomon Rosevtbal fl. 20; Dr. «ed. I. Rosenthol fl. 5; Louis und Moritz Frankel st. 10; Jsak Müller fl. 10; Louis Henneberser st 5; S'gm. Etevfrld fl. 15; Leo» Hrrzfelter st. 5; F Ullmann fl. 5; Sam. Freubenthal fl. 7; Sim. Haj. Lppenbeimer fl. 10; Eol. Bmg fl. 9. 6 kr.; Buchhalter I. Luchs fl. 2. 42 kr. (sämmtlich von Würzburg); Dr. S. Eichenberg, Vorstand teS Brüsi-I'schcn Institutes in Eeegnitz fl. 5. zus. fl. 148. 48 kr. — Durch He rn A. Koschland, Elementar« l?brer in Auerback a. d. Bergstraße: Aus der in Lorsch fl. 5. — Durch Herrn Lebrer Et rn in Mainzlar: L. Kann fl. 1; LSb Katz fl. 1; E. Kann fl. 1; Adolf Kann 30 kr. — fl. 3. 30 kr. — Dr. A.'Diesterweg in Berlin fl. 1. 45 kr. Im Ganzen fl. 159. 3 kr. (Fortsetzung weaen Mangel an Raum im nächsten Blatte.)' Leopold Goldschmidt sche Stiftung in niHZ. Zweck derselben ist laut § 7 der Statuten: „Den Ertrag der jährlich eingehenden Zinsen an Lehrer, gleichviel welcher Confession. zu vertheilen, welche in anerkannt wirksamer Weise auf Geist und Gemüth der Schüler wirken und sich durch Eifer und Berufstreue auszeichnen." Demgemäß werden diejenige, welche Ansprüche an gedachte Stiftung zu machen wünschen, anfgefordert, ihr deßfallsiges Gesua> niit den nö'higen Belegen begleitet, c „bis spätestens den I. März d. I " bei dem Unterzeichneten einzureichen. Ter VerwaltiingSrath der Leopold Goldfchmidt'fchen Stiftung. Offene Lehrerstelle. Die Stelle eines Lehrers an der hiesigen isr. Religions¬ und Elementarschule ist vacant und alsbald zu besetzen. Außer einer jährlichen -Besoldung von fl. 300 und vom 1. Januar 1866 an freie Wohnung, steht dem Lehrer noch bedeutender Nebenverdienst durch Ertheilen von Privatunterricht in Aussicht. Bewerber wollen sich sogleich unter Vorlage ihrer Zeugmsie an pen Unterzeichneten Vorstand wenden. - v Gedern in Oberhesien, den 29. Januar 1865. Der Vorstand: N. Stern I , N. Hess, M. Cahn. Beramwortlilber Redakteur: I. Klingenstein m Odernbeun in Fkbeinbeffen; Selbstverlag der Redaktion. Für den Luckbandel: Kommission bei K. L. Frixjcke in Leipzig — Dampf-Schnellpressendruck von I. Sottblkbcn in Mainz. in