Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 5 (1865)
- Issue
- 6 (9.2.1865)
- Date
- 1865-02-09
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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! Der Isrnelmseke Irhrrr. Seit, für die gefammtcn- Interessen christ des israelitischen Lehrerstandes unv Ilig'nch l Organ für den Perein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischet Lehrer, Lehrer _ I Wittwen und -Waisen in Deutschland. N« « 5)iains, den' 9. Februar 1865. (Fünfter Jahrgang.) ärfienttidi 1 Nummer. DierteljU'rlili'tr Rbcnnemcntspreis 27 kr. Au-eig n ',»,1 Exr. die Petitzeile. D.>':-l!ungei l\ Tblr. Bei frankirter Zusendung unter nebmcn alle Postämter und Buckibondlun^ci streuzdand jö'rüch 2 fl. 12 ke. n an. Ueber Lehrer (Fortsetzung und bildung. Schluß.) l Seminar auch Uebungs- ES darf nicht mehr und braver Seminarist, Gemeinde kommt, uns Hatten wir auch bisher nur die Vorbildung des Lehrers für die Schule im Auge, so dürfcN wir schließlich doch nicht verfehlen, den in den Bedürfnissen des jüdisch-religiösen Lebens begründeten Nebenämtern des jüdischen Lehrers Rechnung zu tragen, und so auch von der Vorbildung zuni Vorbeter und Prediger mitzusprechen. Die Masse jüdischer Lehrer wird stets diese Aemter mit dem Lehrerberusi m den Kauf nehmen müssen, und wir wissen aus Erfahrung daß die Stellung des jüdischen Landlehrers, auch wenn er Gutes als Lehrer leistet, gar sehr Roth leidet, wenn er nicht auch auf die Gestaltung des Öffentlichen Gottesdienste-i anregend und belebend einwirkt. Aus diesem Grunde muß das schule für angehende cnn werdest. Vorkommen, daß ein sonst tüäitiger ' der zur Vertragsschließung in eine Sonntag Abend beten soll, zur Antwort geben muß Ich bin nicht vorbereitet*). Nebfn tüchtigem hebräischen Unterricht muß Unterricht im mm* ertheilt werden und d e Gelegenheit zu praktischen Uebungen im Seminaroite gebo ten sein. Auch dieser Unterricht kann uno muß methodisch betrieben werden Man gewöhne die Seminaristen an correttes Hebräi-ch-Lesen, an klaren und deutlichen Vortmg in dieser Sprache. Richtige Betonung, konsequentes imd genaues Hervorheben der Lesezeichen (jr?o , T’ybc ,m?) haben großen Einstuß auf den Wohllaut dieser Sprache. Die eigentlichen, praktischen Uebungen schreiten vom lauten Vortrag des Tischgebets auf das Mincha, Maariv und dann Morgengebet an den Wochentagen fort, io daß jede Woche mindestens einmal jeder Seminarist öffentlich vorbeten muß Dann müssen die Zöglinge in derselben Reihenfolge im Vortragen der Sabbatgebete geübt, sind insbesondere zum Vorlesen der Thora angehalten werden. Hierbei wird es soohl von. Nutzen sein, wenn am Freitag anfänglich ein , ist selbstverständlich; und ist, jeden verrotteten ji;j ju dem Sangesunfug eines gerne steuern möchten, *) Buli kiäblilb «orA.krmmtn! Seniinarist eine Parascha, dann zwei, drei u. s. f. als yorbereitend vorträgt, damit am Sabbat bei der öffentlichen Vorlesung keine Correkturen so; kommen. Haben die Seminaristen einen Separatgottesd enst, io können sie wohl auch ungehalten werden, dre Parascha, zu der sic am Sabbat aufgerusen werden, selbst voszutragen. Der praktischen Uebung muß selbstverständlich , aus der Thora, (über die Accertte rc) vorausgeheü. Auch für die Funktionen bei den ho >en Festgottesdiensten muß das Seminar Anleitung bieten. Haß natürlich zum Borbeterdienst Musikkcnntniß unerläßlich daß es uns nicht darum zu tyun conserviren, daß wir vielmehi großen Theils unserer Vorbedr brauchen wir nicht zn wiederholend Ein einfacher, zuni Herzen sprechender, mit dem Inhalte des Gebetstückes kjarniouirender, und aus dem Gemüthe intsprungener Vortrag ist der Würde des Gottesdienste > viel angemessener, als der lustigste 77 und bii’. Ich glaube, wenn sich die Vorbeter gewöhnen könnten, den glrößten Theil der Gebetsiücke, den» Inhalte gemäß, gant einfach declamatorisch vorzutragen , io würde der Gottesdienst hierdurch an Würde und Weihe gewiß ganz bedeutend gewinnen. Doch darf, um der künftigen Stellung des Lehrers illen, auch das herkömmliche!, insbesondere das. clasfische (stereotrgi gewordene) rv::n nicht vernachlässigt werden. Wir wollen aber nicht vergessen, hier, wo wir vom altm rnun sprechen,'auch eine ebenso berechtigte Forderung der Neuzeit hervorzuhebcn: Der Lehver muß geübt werden, auch ein deutsches Gebet würdig und angemessen vorzutragen. Eine weit schwierigere und solgenwichtigere Aufgabe ist die Vorbildung des Seminaristen zu angehenden Predigern. Es liegt in den Verhältnissen der jüdischen Gemein-! den und Lehrer — wie wir in unserm Artikel „Der Lehrer' als Prediger" im vorigen Jc hre hervorgehoben — daß wir : dem Seminare diese Forderr ng nicht erlaffen können. Wir glauben auch, die Sache ist durchaus nicht so schwer, als sie sich ansieht. Wir fordern ja nicht, daß ver Lehrer eigentlich kunstgemäßer Pret iger sein solle! Wir wünschen dies nicht einmal, damit er seinem eigentlichen Lebens-: