Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 5 (1865)
- Issue
- 2 (12.1.1865)
- Date
- 1865-01-12
- Page
- Seite 7 (sequence 3)
- Language
- German
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7 sätzlich auS Ueberzeugung und mit Bewußtsein zum Principe und zur Maxime des Lebens machte^ verbindet sich beute noch mit dem Namen Epikurus, dtt ein gefeierter" Weiser Griechenlands war, aber zum Beweise auch, in welche Verirrung der Mensch, ng ist geräth, wenn er die 1 Hand unv Weisung des Göttlichen los läßt und das Heilige i nicht pflegt und übt, einer der größten Wüstlinge, die je 1 gelebt. Daher gilt ein .onip'B« d. i. ein Epikuräer, von damals der bis auf.den h utigen Tag, unter Israel nicht blos als ein solcher sinnlicher und genußsüchtiger Wüstling, sondern auch als ein Abgefallener, Un.siäubiger, als einer, der den Grundsätzen und religiösen Ansch iuungen deS Judenthums untreu geworden ist. Um das Judenthnm von dieser verderblichen Verbindung mit dem Griechenthum zu retten, und von der blinden Nachahmungssucht und Hinneigung zu fremden, irrigen, irreligiösen und unsittlich n Anschauungen und Lebenssitten der umwohnenden Völker abzuhalten, trat Matathias auf. Ein Krüglein heiligen Oels zur Nahrung der religiösen Flamme hatte er noch auibewahrt. Damit zündete er Licht an in Israel und bewirkte, daß man sich dem falschen Heidenthume ab- und der wahren Religion des Judenthums wieder mit Begeisterung zuwandte, Tenrpel und Gottesdienst von allein Frischen und Nachgemachten säuberte und in der ursprünglichen Reinheit wieder herstellte und weihte. DaS war das Chanukkahsest.. das Fest der Tempelweihe, w'elches alljährlich zum Andenken an j nes auch für unsere Zeit noch bedeutungsvolle Ereigniß wir in gleicher W sie durch Anzünder,, von Lichtern feiern. Denn in der Verbreitung des Lichts, d. h. der Kenntniß und Aur'klärung über die eigene Religion lag damals, liegt auch chente noch die Rettung und Ei Haltung des Jud nthums. Wenn darum so an den Chanukkahabenden die Lichter in Israels Häusern sich mehren und ein wachsenbcs Lichterband den ganzen Erdkreis umzieht, überall wo Israeliten wohnen; dann sei uns diese sinnb.ldliche Erinnerung eine deutliche Mahnung, dafiir zu sorgen, baß religiöse Erleuchtung sich' so mehre und den Erdkreis umziehe, inrnler rufend: tjs Tio'n ~>rn 'jn1 cjn ’-urx „Heil Denen, w> läie Deine Mahnung kennen, o Gott! und rill Lichte Deines Geistes wandeln;" nn nsnj 'tso ’D „ r'enn durch das Licht, nulches Tein, und nicht der " en chengeist anzündit, sehen wir das wahre und richtige Licht." Anlen! Corresporrden;. Aus Baden. Eie haben, Herr Redakteur! in Nr. 50 Ihres Bl. eine Mittheilung aus Wi n gebracht, daß die dortige Regierung die jüdi'chcn Volksschulen der Beaufsichtigung der Kirche zu entheben und dem Ortsrabbiner oder der Gemeinde anzuvertrauen beabsichtige und dies unter den Lehrern Widerstand sinde. Sie bemerke» dazu, aus dies „beinerkenswerlhe" Faktum zurückkomiilen zu wollen.*) Run muß ich Ihnen aber berichten, daß in Baden das *) Bereits gescheben. — Red. Eine bereits Thatsache ist und bei den Lehrern eine ähnliche Gesinnung wie die bei den mährischen Collegen herrscht. — Nach dem früheren Gesetze Betreffs der Beaufsichtigung der Schule war immer der OrtSpfarrer auch OrtSschulinipector der jüdischen Schule, Das neue Gesetz über die Aufsichtsbehörde der Volksschule bestimmt, daß die örtliche Aufsicht der Schule durch einen Ortsschulrath besorgt wird, welcher aus 2, bez-v. 3 oder 4 Mitgliedern "der betreffenden Coüfession zu wählen ist, wozu noch der Lehrer, Bürgermeister und Pfarrer resp. Rabbiner als berufene — gebome — Mitglieder kommen. Die Wrhlen sind — mit Ausnahme von circa 100 kath. Schulgemeinden^ welche gar nicht gewählt haben — vollzogen und die Vorsitzenden dieser Aufsichtsbehörden, deren Ernennung Seitens der Regierung geschah, sind ag den isr. Schulm, wo Rabbiner im Orte wohnen, diese, an den andern ein M.tglied des außer dem Bürgermeister aus Israeliten zusammengesetzten SchulrathS (gewöhnlich wohllöbliche P irnosim). Das Gesetz verfährt hier gerecht, freisinnig und consequent- Allein den jüdischen Lehrern wächst daraus kein Bortheil. Die Pfarrer als Ortsschulin pecloren waren,in der Regel Freunde der jüdischen Lehrer, haben sie gegen | Anmaßungen g schützt, ihre gerechten Bitten unterstützt, was sie in ihrer unabhängigen Stellung der jüd. Gemeinde gegenüber verinochten. Es ist jetzt anders! Die Aussichten der iir. Lehrer sind im G rnzen bis jetzt durch die Reorganisation der Schule nicht günstiger geworden. Die Israeliten der Residenz haben ihre mit 2 Haupt und 1 Unterlehrer besetzte öffentliche Schule aufgelöst resp. zu einer Religionsschule umgewandelt und schon berichtet e n Mannheimer öffentlich's Blatt, daß die dortige isr. Gemeinde ihrer Schwestergemcinde K nachahmen uno ihre Schule mit der evangelischen daselbst v.'rein gen wolle. Dies wäre zwar so arg nicht, wen» eine confejsion ll gemischte (Commuaal-) Schule für beide Confessionen entstände', was in K. nicht der Fall ist. Denn dort beiuchen die jüd. Kinder keme gemischte, sondern entweder eine evangelische oder katholische Schule, sind darin als geduldet betrachtet und die jüd. Eltern sind bei den Orts'chulräthen nirgendwo vertreten.. Wir können" darin nicht pure Freisinnigkeit, sondern auch ein -Ahei! Jndifferentismus sinden, und haben das Zutrauen zu der intelligenten isr. Gemeinde Mannheim, datz sie n'cht ajaf. diese Weise ihre Schule auflöien werde. : ... Auffallend ist es unter solchen Verhältnissen, mit welchen Hoffnungen immer noch junge Leute sich dem Schulfache widmen. Es ist wahrlich eine wenig hoffnungsreiche 'Zukunst, die sich diesen gegenüberstellt. Denn der öffcnt- I liichen Schulen wird es weniger, und die Religionsschulen < kommen bei dem gegenwärtigen Streben der Confessionen j nach Autonomie unter die Willkürherlschaft der Gemeinden. > j Aus Wür temberg, im Januar. Der Streit zwilchen j Orthodoxie und Reform hat sich etwas gelegt. Bon der iOe- 1 tuodoxie wird besonders auch ein? .weitergellende Bildung! der Lehrer im Hebräischen, die Abschaffung des Memorirens i von Liedern (meistens christlichen Gesangbüchern eutnompie», i öder gereimte Pro'a), die Verminderstng der zu memorjrenden Sprüche, die Verlegung der sahbathlrchcn Katechisgtion non der Synagoge in . die Schule üerlongt, sind läßt' sich nicht verkennen, daß sie manches gemoffen, „was im Staate ^äncinark faul ist." Lehrer Stern in Freudenthal, der die „