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Der israelitische Lehrer · 1865-01-05 · 1 (5.1.1865) · p. Seite 3

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
5 (1865)
Issue
1 (5.1.1865)
Date
1865-01-05
Page
Seite 3 (sequence 7)
Language
German
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3 fi Die Allinnoe Lra&lte Universelle hat in keinem Lande geringere Beachtung gefunden und weniger Mitglieder ertoorien, als in Deutschland. Die deutschen Juden befanden i ind befinden sich noch im Kampfe um ihre politische Emanciimtion, sind eben im Begriff, in socialer Beziehung sich mit, den Christen zu amalgamiren: da mochten sie fürchten/ daß man chnstlicherseits beim Anschluß an diese A. I. U. sie wiederum des StrebenS nach particularistischer Absonderung zeihe. Aber die Alliance will die Israeliten i n politischer und socialer Beziehung nicht paticularistisch absond« rn, sondern nur eine geistige Verbrüderung unter ihnen stiten, ein geistiges Band um sie schlingen, da, ja auch die Juden aller Länder, das Israel der ganzen Welt, m religiöser Beziehung Brüder sind und zusammen gehören. In 1 i esem Sinne hat die Alliance stets zu wirken gesucht un > sich die Anerkennung aller Welt bereits erworben. Es so lle uns freuen, wenn auch das deutsche Israel nicht länge r anstände, der Alliance die verdiente Anerkennung zu zollen, und die Mitglieder derielben auch in Deutschland sich zu mehren anfingems UnS liegt das letzte Bulletin vom Ängsten October vör7 Wir versuchen hier einen kurzen A uszug zu geben, um das über die Ausbreitung und Wirksamkeit der Alli.nee Gesagte zu bestätigen. — Die Zahl der Mitglieder wächst nach den Berichten aller Orten, all: Welttheile, Inseln und Länder weisen solche auf. Berühmte Autoren beweisen der Alliance ihre Aner! ennung durch Zusendung ihrer Schriften, aus denen sich bereits eine ansehnliche Bibliothek gebildet hat. Die Heraulgabe wichtiger Werke und einflußreicher Zeitschriften ha! die Alliance gefördert. Sie hat für die Volksbildung durc > Errichtung und Subventionirung von Schulen gesorgt und Lehrer bestellt, wo-es den Gemeinden schwer war, sie selbst aufzufinden. Eie hat diese Lehrer alsdann mit den cntspreci enden Instructionen an chren Bestimmungsort entsandt. ll!o Juden und Judenthum feindseligen Angriffen und Verfolgungen ausgesetzt waren, trat sie in die Schranken und hat die Intervention einflußreicher Individuen und vor Allem die hochgestellter Minister und mächtiger Fürsten in Anspruch genommen und gewonnen. Das Vorhandensein einer solch m Institution, wie die A. U. hat sich dadurch als überaus wohlthätig bewährt, daß die bedrängten Individuen der Gemeinden sofort einen thalkräftigen Annehmer fanden und einen Anwalt kannten, an den sie sich mit Erfolg wenden! konnten. Eine allgemein anerkannte Institution, wie die A. U., fand auch um so eher geneigtes Ohr bei einflußreichen Personen.und mächtigen Regierungen. Von welch wohlthätigem Einfluß eine solche Weitreichende Verbrüderung Israels ist, hat sich auch bei den über alle Welttheile erstreckenden und durch die Comitc's der Alli nee betriebenm Sammlungen! zu Gunsten der Tunesischen Flüchtlinge gezeigt, wovon die Liste veröffentlicht ist. Daß die Alliance dabei mit acht jüdischem Gemüthe verfährt, hat sie alsbald gezeigt, als sie denselben aus eigenen Mitteln sofort für die Feste eine vorläufige Unterstützung von ‘2uOO Fis. zukommen stieß. Obgleich wir den Glauben nicht fahren lassen, daß Gott im Himmel der beste und ständige Hüter und Wächter feines Volkes Israel ist und als solcher nicht schläft und schlummert: so erkennen wir doch sowohl die Nothwendigkeit wie Wohlthätigkeit auch der Wacht an, welche Israel selbst sich auf Erden bestellt. Solcher Wacht der Alliance war es zu verdanken, daß eine Schmähschrift wie„V!e de Judas“ bei ihrem Erscheinen sofort unterdrückt und durch die vorgehaltene Androhung gesetzlicher Verfolgung vom Herausgeber zurückgezogen wurde. iWir erwähnen beiläufig, daß der Aufbau von Pilgerhäusern in Jerusalem die Anerkennung der A nicht gefunden hat, um die heilige Stadt nicht noch mehr mit müßigen Armen zu überhäufen; ferner rubriciren wir vorläufig den Antrag Albert Cobn's auf Errichtung einer jüdischen Akademie oder eines Sanhedrins, bis die Alli .nee selbst über diesen Antrag Beschluß gefaßt haben wird. Wir behalten uns alsdann vor auch unserseits auf diesen Antrag von außerordentlicher Tragweite zurückzukommen Unsere Absicht ist es, die Wirksamkeit und Ausbreitung der Alli.nee weiter zu verfolgen und getreulich darüber Bericht zu erstatten. Vielleicht gelingt es uns dadurch, dieser anerkannten Institution nach und nach auch eine größere Anerkennung in Deutschland zu verschaffen. Alzey, im December 11-64. 1 i)r. Rothschild, Rabbiner. ( Die „Ackava." Jahrbuch des Vereins zur Unterstützung hilfsbedürftiger isr. Lehrer. (Korrespondenz.) Aus Kurhessen im Dez. Trotz der zum Separatismüs sich neigenden Gelüste der in Kaffel versammelt gewesenen Lehrer erlauben Sie eS einem Ihnen bis jetzt noch ferne gestandenen kurheisischen College«, seine Freude auszusprechen über den herrlichen Anfang, den das heilvolle Werk des UnterslützungsVereins durch unsere allerwärts mit so großem und wohlverdientem Beifall aufgenommene „Achawa* genommen hat. Das Buch, schon durch sein Aeußeres ansprechend, und durch den glücklich gewählten Titel „Achawa, für Biele schon ein Gegestand von besonderem Jntereffe, hat mit'seinem ersten. Auftreten bereits eine Höhe erreicht, wie sie den meisten anderen, der Speculation entstammten, jüd. Jahrbüchern bisher unerreichbar blieb. Der ganze Inhalt — vom Anfang bis zum Schluß — ist ebenso ansprechend «1$* werlhooll, populär gehalten und doch durch und durch ge? diegen und edel. Ich wüßte, wenn ich auf Einzelnes eine gehen sollte kaum, was ich zuerst hervorheben könnte; die vor-, trefflichen Gedichte, die geistvolle Vorrede und Predigt Dr." Stein's; die anziehenden und intereffanten Erzählungen des seit lange beliebten Volks- und Jugendschriftstellers Krämer und Ihre, tiefepsychologische Blicke in die Menschennatur verrathende Novelle; die erbaulich.m Betrachtungen Dr. Rothschild'- und die ebenso edel gedachten Briese von einer Israelitin die werthvollcn, und — weil ohne den oftmals so störenden gelehrten Apparat — für Jedermann intereffanten historischen Monographieen des in diesem Fache längst berühmten L)r. Wiener und Krämers — lauter in Form und Inhalt vollendete Arbeiten, die durch die Anekdoten angenehm ergänzt und durch die herrliche ebenso für die Schule wie für das Haus werthvolle Musikbeilage ernst und würdig abgeschlossen werden. — Alles dieses vereinigt sich zu emem schönen, herrlichen Ganzen I , t

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