Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 5 (1865)
- Issue
- 1 (5.1.1865)
- Date
- 1865-01-05
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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6090! « Kr IsräMiscke Jelirrr. i Zeitschrift für die gesammten Interessen des israelitischen Lehrerstandes und zugleich Organ für den Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer- Wittwen und -Waisen in Deutschland. , IV". ». Mainz, den 5. Januar 1865. Wöchentlich 1 Nummer. Vierteljährlicher AbonnementSpreis 27 kr. —- >/« Lhlrj. kei srankirter Zusendung unter Kreuzband jährlich 2 sl. 12 kr. Anzeigen zu 1 Sgr. die Petitzeile. Bestelluntzen nehmeii alle Postämter und Buchhandlungen an. Dichtkoust» Tonkunst und bildende Kunst, a« Mittel zur weiblichen Jugenderziehung. Rede zur Eröffnung eines neuen Saales in' seiner Erziehungsanstalt gcbalten »on Dr. I.eopo1cl Stet», den «7. November 1864. Hochgeehrte Versammlung! Wenn schon der einleitende Gesang unserer Jugend*) sowie die borgetragenen Strophen des Weihegedichts Sie feierlich begrüßt, Eie im Namen der vereinten »drei Schwestern" l) eingeladen, freundlich mitgenießend, milde und nachsichtsvoll beurtheilend, Das entgegcnzunehmen, was wir und unsere Kinder Ihnen mit freundschaftlichem Geiste'und kindlichem Gemüthe darbieten: so sei es doch auchmir vergönnt, die angenehme Pflicht zu üben, Sie noch besonders willkommen zu heißen und Sie in diesen Räumen, die wir zu Ihrem gütigen, unsere Freude Heilenden und erhöhenden Besuche erweitert haben, herzlichst begrüßen zu dürfen. 1) Lite! dt« Gedichte« (Ma'erei, P-ksir, Musik). Wir haben diese Räume zunächst für den irdische« Bedarf unsrer Kinder geschaffen, daß wir, um Einen Tisch i > versammelt, das stärkende MahldaS leibliche Labsal zu-! . sammen genießen. Aber wie überall, wo Menschen, die da< Höhere zu schätzen wissen, verbunden sind, ächt menschliche ' dem Irdischen sich das Geistige gesellt, um jenes zu ver^ j klären und zu durchgeistigt«, so wären auch diese Räum« öde und leer, wenn nicht daS göttliche: »es werde Licht" hier ertönte, nicht die höheren Genüsse des Geistes, di« tieferen und innigeren Anregungen des GemütheS sich geltend machten, und bildend auf das Innere der uns ««vertrauten Kinder einzuwirken. Für uns nun ist die mittlere der drei Schwestern, di« Poesie, der Mittel- und Schwerpunkt beim Werke d«r böheren Jugendbildung, namentlich der weiblichen. So hoch wir die Erlernung fremder Sprachen stellen, so ist und doch für uns die gründliche Kenntniß der Muttersprache die Mutter aller wahren Bildung, und gilt eS ein unser-- s! gänglich entstellendes Muttermal für dar Weib die U»-!! kenntniß in derselben. Ist nun die gründliche Kenntniß und i I der selbstbewußte Gebrauch der Muttersprache der Gipfel ') W - i h e l i e d. Seid gegrüßt, Groß und Klein! Tretet hier feiernd ein, Heil sei Euch nah! Eprößlinge mehrten sich, Da-scholl es mütterlich: „Raum, o erweitre Dich!" Und eS geschah. Raum, der uns irdisch speist, Woll' uns oft Herz und Geist Himmlisch ernenn! Göttliche Harmonie, l> Heilige Poesie, Schwestern, vereint Euch hie, Uns zu erfreun. Komm dann, ll'erpsioliöre, Daß wir wie Elf und Fee Schlingen den Kreis I- -i Schwingend uns, leicht und fein, Soll doch beim Ringelreihn „Vorwärts"! die Loosung sein, Heiter beim Fleiß. Wahr, schön, gut — Dreiaccorb! — Soll uns des Geistes Wort Pflegend durchglühn; Wahrheit vom Lichtgefild, Schönheit als Engelsbild, Güte, rein, Gottesmild, Euch wolln wir blüh«! — Und Du, o Herr der Welt, Vater, dem wohlgefällt Kindliche Lust! Halte Dein Bild uns vor, Daß wir im frohen Chor Streben zur Höh empor, Dein tief bewußt!