Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 4 (1864)
- Issue
- 51 (22.12.1864)
- Date
- 1864-12-22
- Page
- Seite 204 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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204 den, einen Besuch gemacht. Bei diesem Entgegenkommen und dem liebenswürdigen Wesen l)r Lüwy's läßt sich an das Zustandekommen einer Versöhnung nicht zweifeln (?), und treten bald gute Folgen derselben zu Tage, 10 wollen wir uns derselben nur freuen. Zu verschiedenen Zeiten und von verschiedenen Seiten bin ich zur Veranstaltung einer israelitischen Lehrerversammlung aufgefordert worden. Meine bisherigen Erfahrungen und meine Kenntniß von Verhältnissen und Personen sind nicht wohl zur Verwirklichung.eines solchen zeitgemäßen Unternehmens cmgethan. Ist aber dieser Wunsch ein allgemeiner und ist. eine erkleckliche Anzahl bayerischer Lehrer zur Bringung eines solchen Opfers an Zeit und Geld bereit und drücken sie mir dies in Laufe des Winters brieflich aus*) so'bin ich in Vereinigung mit eini gen Bei Eollegcn freudig bereit, die nöthigen Einkeilungen zur anstaltung einer' solchen Versammlung im nächsten Gel irt € ti er. verte c und Hauptlehrer dahin berufne. 'Wir müssen offen gestehen, daß dies Berufung für uns dos Projekt aus seiner Mensirofliäk in das des Beackern« werkten . hinubergeführr hat. Wir kennen Herr nur aus sein-m deutschen Lelctucke, find nie in irzcnd einer ke> ebung zn ihm gestanden, vielleicht gerade weil Herr Stern, trotz wie erholten Versuchs von unserer Seite, aus „Parteirücksichten" uns fern bleiben wollte. Tech, wir .find gewohnt, solche Sckwäck« zu entschuldigen, und dem sei, wie ihm wolle, das genannte Bock Stern's ist ein gutes, zeigt von ernstem Sueben und gutenXenntnifftn nickt allein auf dem Mischen sondern aack auf anderen w.ssenschafrlicken Gcbieten, von Kenntniß derjütksckcn njckt nur ortvodopcn Zitsrarur, (wir begegnen Stücken au« den Schriften Philippscn's, Suin's Fr-in kl 's uhb von anderen ärgsten Feinden des Zudenrbums" — wie ein gewisses Bhitt diese Männer nennt, — unseres Westens aber keinem j. g. rrtltodcren Namen.) Das Buck zeiat ferner pädagogischen Zdi und Umsicht! und wir heben zu vieliRespekr vodielen Eigenschaften, als daß wir tbn nickkauf die Person übertragen, und glauben daher mit Neckt vorauesexe i •u dürfen, daß ein solcher Mann die Aufgabe eines Lcminarleb, ti» mit demjenigen Ernste austaffen' wird, die dieses erhabenen Bezu ckem nur allein praktische, aus dem Elcmentarlebterlebcn b er» orgegangen« ' cksiänner brauchbar sind, —^'würdig ist und daß er fick tu Zeit und Sitte Widerstrebenden nicht verleiten lasten wird Es wird schon aus diesem Grunde die Anstatt aller Beachtung würdig, und gerade darum weil wir .derselben unparteiisch gegenübertrelen, werden wir uns zur Veröff nelichunz zukomr tende Urtheile offen und ungescheut. aufnehmen. (3icd.) *) Wir können hier unserm l-eben und edlen Freunde nicht bcisiimmcn. Wir zlauben, hier wird das Herumfragcn nnd Visiren nicht zum Ziele führen.' Frist > angreiien, friick d-iauf losgehen, das ist bei solchen. Sacken das Beste. Frist er Mutb ist bei Allem gut und führt zum Ziele. Wer Viel fragt, gebt rieb irre. Ter jüdische Lehrerstand in Bayern zählt so vcrzügli be strafte, das ist uns bekannt, daß eine solche Versammlung sicher mit Begeisterung ausgenommen werden wird und wenn zurüchblciben, j— desto herrlicher ist das kommende Zehntel. Wenn Tie aber fragest, hat der und jener Bedenken, Befürchtungen, Wenns, Abcrs und Oderis und Sie kommen nie zum. Ziele'. Dürfte ich daher unseren bayerischen Freunden einen guten wohlgemeinten kollegialischen Rath ertheile i — ick habe in solchen Sacken Erfahrung — so wäre es der: Bestimmen rie ganz einfach mit mehreren von Ihnen ausgisuchten Freunten Zeit lnb Lrr der Persammlung und Gegenstand der Berathung; die Besuiier werden fick sicher finden. Selbstverfiändlich stellen wir zu diesen Zwecke unsere Zeitschrift zur Verfügung, find sogar bereit auf urseri stcsten die betreffend« Einladung (im .Isr, Lehrer") an alle daher! icken Lebier unter Kreuzband zu versenden. Versammlungen sind d-e krä-tigen, berrlschsten Hebemittel des Lebrer stan.tc- und der Schule.- Rrd. d. isr. Lebrer. Jahre .n''« zu treffen. Mögen mir einstweilen recht viele praktische Vor- und Anschläge nach dieser Richtung gemacht werden!*) ron isy Lehrer Krämer in Altenmuhr. Umschau. Ein kürzlich fletau'ter Jude aus M. wurde alsbald nach der Taufe zum Nicht r (Judex) b fördert. Ein Witzling äußerte: N. wurde ckuäer, 'nachdem er ei Juö geworden. sÄus dem nass. Mainthal, lt.>Dez. Die „Mittelrb. Ztg." bringt beute die Notiz, daß derisr. Cultusvorstand zu wllainz gegen d.s „Mainzer Journal" wegen des bekannten Artikels desselben ( „Emancipation der Christen") auf Grund des 8- ‘~-i des Preßgcsetzes (Anreizun zum Haß und zur Verachtung einer ganzen Klasse von Staatsbürgern) Klage erhoben, j — Der pädagogische Verein zu Berlin beabsichtigt von Zeit zu Zeit im V rlag von Fcrd. Gelbar daselbst ein kritisches Jugendschristenverzeicin'.ß erscheinen zu lassen, welches nur von der pädagogischen Gescllschai't nach gewissen alter Prüfung als ewpsehlenswerthe b-fu: tene Schriften aufführt. Es ist dies ein sebr lobenswerlbes Unternernun, und die Ansprache, di' als Vorwort „an die Eltern" voran sgeschickt wird, spricht mit Recht von den Rachrhcilen, die die Masse inbaltsloser und entsittlichender Jugendschrift-n mit sich führen. Cs sollten darum alle Diejenigen, wrlcke solche Schiften zu kaufen haben, ein solches Heit zur Hand nehmen, um das Passende ausfindig zu machen. Ob darum auch all s hier au'gefübrle für jütische Keiner passend ist, können wir nicht unterschcncn. Schlimm genug, daß die Gesinnungslosigkeit vicbr jüd.scher Eltern hi,raut kein Gewicht legt. Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger i > rael: t ijcher Lebrer, Lehrerl Wittwen und -Waisen in Deutschland. Einlauf: iHcß in Flörsheim: Beitrag st. 3/30 kr.; Jhrb. fl. 5. A» fr. Hirsch in Großbiberau: Beitrag fl. £ 30 tr.; Jhrb. fl."gi. 3 kr. Nene Mitglieder: Lift) Rosenau in Hachenburg: W'0) Würzburger in Heusenstamm; W'l) Wohlgemuth in Wattenheim. Berichtigung. :Jn iliummer 4!> Redaktionsnote zum Bericht der kurh. Lebrerversammluna, Zeile '» lies: unserm gerechten Befremden, statt: unser gerechtes: und weiter auf der nächsten Seite, dieselbe Note, Zeile 0 gehört das „in" nicht vor „hochgestellten," sondern am Anfang der Zeile. Sodann haben wrr zu bemerken, daß Herr Lehrer Kohn in Holzbauseu ecreits im Jahreuche aufgesührt, hier irrthümiich nochmals als neu eingetret.n erscheint, und die Zabl der Mitglieder, da auck Friedberg aus Nicderwiesen zweimal im Verzeichnisdes Jahrbuches steht, sich, rorbehaltlich der etwa neu Ein-iund AuStrct.nden also aus 2L1 rgducirt. *) Zwar nicht bloß ton isr. Elementarsonder» gerade vielen Religionelehrern. (Einsender.) Hleranrwörtlicher Redakteur: I. KltNgenstein tu Odernbeim in Rheinheffen; Selbstverlag her Redaktion. Für den Buchhandel: in Commission bei L. 8, Fritz sch« in Leipzig — Dampf-Schnellpressendruck von I. GottSleben in Mainz.