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Der israelitische Lehrer · 1864-12-01 · 48 (1.12.1864) · p. Seite 192

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
4 (1864)
Issue
48 (1.12.1864)
Date
1864-12-01
Page
Seite 192 (sequence 4)
Language
German
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192 Der erste Thcil d«S Derse» ist allgemein wie die Schöpfung, daher die 3. Person, der »weite Thnl dagegen scheint mehr in Beziehung auf unsere Befreiung zu stehen. Bergl. 2. M. 18, 11. Ps. 87, 9, 10, daher die 2. Person. Oderauch so: Jede neue Schöpfung erzeugt Dank, dieser weckt zum Gesang und dieser zu» Gebet. 3. De- Morgendeine Güte rühmen. Deine Treue in den Nächten. Hier entstehe» folgende Fragen: ») Warum spricht der Psalmist zuerst in der Einheit (des Morgens) und im 2. Theil in der Mehrheit (in den Nächten)? d) Warum setzt er des Morgens die Güte, de- Nachtdie Treue? r) Warum gebraucht er nicht den gewöhnlichen Parallelis- «uS: Abend dem Morgen^ Nacht dem Tage folgen zu kaffen? ««rgl. Ps. 19, 3, 90, 4, 6. Versuchen wir folgende Lösung: ». und d. Der Morgen ist bekanntlich ein Sinnbild des Lichts, des Werdens, der Schöpfung, der Freude, de- Glücks; dieses ist einfach; die Natt hingegen das des Unglücks. Ies. 21, 11. 12. Ps. 30, 6, dos sprickwö-tlich nie allein kömmt nnry hx X’jy *iro. „Den Armen verfolgt gewöhnlich noch anderes Mißgeschick." So verdoppelt sich anch die Nicht für den Leidenden. Job. 7, 3. 4. 30,' 17. daher die Mehrheit. Nun ist der Morgen jisn np die Gnaden- »eit Ps. 5, 4, 59, 17. 89, 14, die Treue hingegen bewährt sich nur im Unglück Dieses ist der Prüfstein für Gatt-n-, , Kinde--. Bruder-, Freundes- und der Unterthanentreue. Ruth i _1. 8. lö. 17. 1. M. 47, 12. 1. San,. 19, 1—12, 31, 11 — 13 I Ps. 6i. 8. . . : »4 r. Sollte der Psalm mit dem Sabbath auch seine | Begründung d. i. die herrliche Weltschöptung, wie die Befreiung : aus leiblichen und geistigen Druck feiern, so entspricht j hoclter — der heitere Morgew — der ersten und Klvtl, der zwiefachen Nacht, welche der Erlösung voranging, Angst und Finsterniß um"üsterten schon des Erzvaters Blick, als ihm jene Le.densprophezeihung ward 1. M. 15, 12.13 Unter Nächte * verstehen wir überhaupt die Mißgeschick:, v n dem Israel th.ils heimgesucht. tbe.lS bedroht ward und wobei sich d,e Datrrtreue und Liebe Gottes im strahieren Glanze bewährt. Ps. . 63, 7. 8. 98, 1—3. Führen wir der - intensiven Bedeutung wegen, aus jenen Beispielen, wo gerade während der Nacht tie; glückliche Wendung für Israel'eintrat, die wichtig,) n rn: »») In der lei »cliirnnrim entläßt der gedemüthiate Pharao das bisher in seinen Banden gehaltene Volk. 2. M. 12,29—33. j t>t>) 7 Nächte später entgeht das schon verzagende Israel > dem Untergange durch tie göttl chen Wunder am Meere. K. 14. ec) Canherib's große» Heer erlag vor Jerusalem einer; nächtlichen Pest. 2. Äön. 19, 32—35. 44) Mit der schlaflosen Nacht der Ahasvero» begann Ha- , mgns und seines Vertilgungt planes Fall. Est. K. 6. -c) Selbst die Erbauung' des zweiten T-mpel» sollen wir, , nach Ioscphvs, einer von DariuS Hystaspos theilweise schlaflos zugebrachten Nackt zu verdanken haben. Derselbe gab nämlich seinen beiubm Wache haltenden Offizieren (worunter der jüdische Prinz Serubabel) ein Räkhsel zur Lösung auf, mit Verheißung r »eS hoben Preise» für den Glücklichen. Der erste erhielt die Frnge: Ov der Wein der zweite: 'Ob der König, der dritte (Serubabel) ob das Weib das Stärkste sei oder ob die Wahrheit sie alle an Macht überträfe? Des Serubabel geistreiche Motivirung entschied unter allgemeinem Beifall der Zuhörer für die Wahrheit. Hierauf willfahrte der hocherfreute König der Bitte Srrubabels um Wiederherstellung de? Tempel». So hat Serubabel durch göttliche Veranstaltung und seinen Geist die anscheinend unübersteiglichen Hinderniffe (Esra 4) zur vollständigen Restauration de» jüdischen Staateüberwunden; diese Legende findet ihre Begründung in Sach. 4, 6. 7. 4, 5. .Unter Eaitenspiel und Psalter zum Denken vo» der Harfe erweckt. Herr dein Werk (der Erlösung) ergötzt mich, deiner Hände Schöpfung besinge ich." Der begeisterte Sänger ruft das Reich der Töne auf, greift in die Saiten sein inniges Dankgefühl durch wohlklingende Laute auszudrücken Ps. 7t, 22—24 und eröffnet den Reigen mit dem zehnsaitizen Instrumente, da auch die Schöpfung durch zehn Aus prüche, die Befreiung ans der Gewalt der Pbaraonen durch zehn Wunder bewirkt wnrde. 6. .Wie groß sind deine Toaten Herr jc." Des Dichter» Lob erhebt sich bizur Bewunderung, wir in dem Schöpfungspsalm 104, 24, auf deren Schwingen er sich in beiden Lied-rn d>e weitere Betrachtung hindurch erhält. 7-. .Dle Unverpunkt sieht das nickt ein jc." Der: beschränkte, Verstand, der sich von der Außenseite blenden läßt, ohne tiefet zu schauen. - 8 .Wenn Frevler grüuen gleich dem Grase (dem schnell verwelkenden) rc. ^Daß sie ewig untergeben." Da- Glück der Gottlosen ist von kurzer Dauer. Wenn die Ver^e 8-12 gleich Ps. 104, 25 ff. in enger Beziehung zur Grundidee stehen, ( nd warum sollen sie eS nickt?) so sind hi ru'ter die stolzen Tyrannen Israels verstanden, waanch durch daS uralte Nachtgebet rtJicxi N2X bestätigt zu werden scheint, wo es beißt: .Unser König, der uns der Gewalt aller Tyrannen entriflen, | unsere Quäler best-aft rc. Er, der unaufhörlich große D ngp vollführt und unzählbare Wunderthaten rc. 9. „Denn Du bist ewiglich, erhaben, Gott!" Dieselbe Ausiü.runa wie im obigen Gebet. 10. .Siehe deine Feinde Herr, keine Feinde kommen um rc.e- Das sind die Widersacher Israeli (Siehe Ps. 83), daber der Gegensatz in der ersten Person: » 11., 12. .Aber wie des Waldstiers Krone, fielet mein Haupt empor, mein Alter glänzt von frrschcm Öele re." Das Hau- Jakob erhält und erhebt sich wieder durch die Gnade Gottes jedesmal nack überstandencn Leid-n Ies. 63, 7—9, besteht sofort in seinem rüstigen Alter und^ erlebt Genugtbuuug an seinen Peinigern Ies. 41, 8—14. Ps. 71, 16—21. 13.. 15 .Der Fromme grünt wie Palmenwivfel rc." .Was im Hause Gottes steht rc. muß nock im höchsten Alter bluten rc." j Diese Stellen bezeichnen, nack unserern Dafürhalten, den Endzweck der väterlichen Wallung Gottes über Israel. Dasselbe soll nämlich ein vom äußern Druck freies, aber seinem himmlischen Vater, Erretter. Gesetzgeber rc. rc. ganz ergebenes Volk sein. 2. M. 3. 12. 3. M. 26. 3-13. Ps. 114, L 2. Nur dadurch kann rl sich des Schutzes und Beistandes des Allerhöchsten würdig macken und seinem immer steigenden Heile entgegen gehen 5. M. 26. 16-19. Ps. 112, 1—5. Unter HouS, Dorbof Gotte-. sowie unter grünen Bäumen möchten wir Andeutungen und Di,der der Lehre de- Herrn und deren aufrichtige Anhänger verstehen. Ps. 1, 2. 3. 93, 5. 135, 1-4 €pr. 3, 18, 11, 30. 16. „Zu v> rlünden, daß der Herr gerecht, nämlich als Urheber und Lenker der Welt (Siehe Nr. 1) 5. M. 32, 4, „mein Hmt," der mir im Unglück« seine Treue bewahrt, „ohne allen Tadel sei" wenn er Tyrannen schlägt, sein Volk befreit und es sich zu seinem Dienste bestimmt 2. M. 19, 3—6 29, 45, 46. SnanflBoitli*« «edaktenr: I. «lingenstetn in Odern he», in «deinbefien; Selb»»«!-, d« Redaktion. Für den Buchbandel: in Lononisfion Wi ft. L. Fritz sch« in Leipzig — Da«pf-Kchnellpreff«ndrnck von I. SottSleben in Mainz.

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