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Der israelitische Lehrer · 1864-11-03 · 44 (3.11.1864) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
4 (1864)
Issue
44 (3.11.1864)
Date
1864-11-03
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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V Der Isrselitische IeKrer. Zeitschrift für die gesummten Interessen deS israelitischen Lehrerstandes und zugleich Organ für den Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer- Wittwen und -Waisen in Deutschland. N°. 44. ' Mainz, den 3. November 1864. (Vierter ^s.krxLnx.) Wöchentlich I Nummer. Vierteljährlicher Abonnement^preis 27 kr. =^. >/« Lhlr. Bei frankirter Zusendung unter Kreuzbanv jährlich 2 fl. 12 kr. Anzeigen zu 1 Sgr. die Petitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Au die verehrliche« Mitglieder des Unterstützungsvereins! Unvorhergesehene Störungen beim Druck haben die Vollendung des Jahrbuches etwas über Gebühr verzögert, und erst heute sind wir in den Besitz der ersten completen Exemplare gekonimen. Wir haben alsbald mit der Expedition begonnen, und werden in einer Woche damit zu Ende sein. Wir freuen uns innig, dem Publikum eine Schrift in die Hände gegeben zu haben, die sich gewiß, ganz abgesehen von dem edlen Zwecke, der damit verbunden ist, viele Freunde und eifrige Theilnahme erwerben wird. Umsomehr dürfen wir uns der Hoffnung hingeben, daß die Lehrer — um ihrer selbst Willen — sich die möglichste Verbreitung derselben angelegen sein lassen. — Eine entsprechende Provision wird Sie ermuntern. Die Zahl her von Ihnen abgesetzten Exemplare wird im nächsten Jahre im Jahrbuch aufgeführt werden Denjenigen Herren, welche noch nicht bestellt haben, werden wir eine Anzahl Jahrbücher, unter der Bedingung der Rücksendung der nicht verkauften zu bezerchneter Frist zusenden. Die Beträge für die von Ihnen empfangenen Schriften wollen Sie 3 Wochen nach dem Empfang derselben entweder an deü Agenten Ihres Bezirks? — wir werden die Namen derselben in der nächsten Nummer d. Z. aufführen — oder an den Geschäftsführer des Hauptconiite's einsenden. Zugleich Mit diesen Beträgen wollen Sie die etwa übriggebliebenen Exemplare, und die Beitrage für das Jahr 1364 mit 2 Thlrn. den Agenten oder uns selbst, wo sich kein Agenturbezirk noch gebildet hat, übermachen. Diejenigen Herren, welche sich früher als Mitglieder meldeten, jedoch durch die Veränderung der Statuten etwa zuücktreten wollten, bitten wir um Mittheilung hierüber bis zum 1. Dezember, andernfalls wir sie als Mitglieder betrachten. Diejenigen, welche noch zu keinem Bezirkscomite gehören, bitten wir, sich dem nächstgelegenen anschließen zu wollen, oder für die Bildung eines Bezirksvereins und die Wahl eines Comite's thätig sein zu wollen Odernheim, den 3. November 1364. Im Auftrag des H a up t c o m i t e's. Der Geschäftsführer: I. Klingrnstrin. - lieber Lehrerbildung. Das Seminar. (Fortsetzung.) Wir müssen es aussprechen, daß leider auch unter Juden man oft vor der eigentlichen Berufsbildung des Lehrers wenig Achtung hat. Man hält im Allgemeinen, denjenigen auch für den tüchtigsten Lehrer, der am meisten allgemeines Wissen hat, unbekümmert darum, ob er auch eigentliches Lehrerwiflen, Verständniß der Menschennatur, Kenntniß des Menschengeistes besitzt. Selbst gelehrte Männer, die mit dem Lehrerstande durch ihren Beruf in vielfache Beziehungen treten, sind von diesem Wahne befangen. Wir glauben, daß die vorwiegend praktische Natur der Juden nicht leicht zu der Ueberzeugung kommen läßt, daß, man ein geistiges Eigenthum' besitzen kann, ohne zu wissen, wie man sich anzustellen hat, um dasselbe auch für Andere nutzbar zu machen. Wir kannten einen hochgeschätzten, tüchtigen jüdischen Gelehrten, der ein Mann von vorzüglichem Wissen und ein ausgezeichneter Denker war; und doch lachte er über das Princip der „formalen" Bildung; hiergegen machte er auch in der Schule wahrhaft fatale Dummheiten, konnte kaum eine zweckmäßige Frage an ein Kind stellen und sich nur schwer verständlich machen. Nur wer ein Pädagoge ist, kann ein Lehrer fein. Die Anthropologie muß den Zögling belehren, was und wie der Mensch ist; die Psychologie muß ihm Aufschluß geben über das Wesen der geistigen Kräfte, die Pädagogik muß ihm sagen: so ist des Menschen Erziehung, io muß ne sich ge-

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