Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 4 (1864)
- Issue
- 42 (20.10.1864)
- Date
- 1864-10-20
- Page
- Seite 168 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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168 Humanität einer Gemeinde1 — Die Schule zu Bielefeld ist zur öffentlichen erboben s Herr Rübe« in Gütersloh hat Herr Blumenau vereidet. - Lehrer find von - allen Communallasten befreit I So Cramer in Rietderg, Steinweg in Rheda, Rüben in Gütersloh und Blumenau in Bielefeld , ^Letzterer selbstverständlich als öffentlicher Lehrer) und Cramer machte zuerst dm Antrag und nach erlangter Bestätigung folgte Steinweg. Die Eingabe an den Bürgermeister befürwortete Dieser bei den Stadtverordneten, worauf der. Bescheid erfolgte, daß der Lehrer für das laufmde Jahr und in Zukunft von der C- Etmer befreit sei. Mit gleichem Beispiele find nun mehrere Lehrer vorgegangen und wünschen wir. in gleicher Weise eine humane Resolution ihres Magistrats. — Lehrer Kaufmann in Ahlen betreibt eine neue Schreibmethode, durch welche er in wenig Lektionen jede noch so corrumpirte Handschrift in eine feste und schöne umwandelt. Sein Geheimniß hat er freigebig seinen Rachbarcollegen verrathen, und sich und dicsm eine große Zahl junger und älterer Schreibschüler geworben. Bei Friedländer in Brilpn erscheint Prägers Gebetbuch — (ein treffliches Werk) in zweiter Auflage. Der Verleger hat in einem Rundschreiben an die Lehrer Subscribentensammlern bedeutende Vortheile eingeräumt. Von 2<» Sgr. 7>,2 Rabatt und auf 12 Exemplaren 1 Freiexemplar. Gleichzeitig machm wir auf die in diesem Verlage von dem leider zu früh verstorbenen E-Hecht. heraNsgegebenen Werken t) cv" "c, 2) r'*'!?' ct, 3) (ein vorzügliches Gebetbuch für Frauen und Jungftäum) aufmerksam. Wir glauben hiermit eine Pflicht' der Pietät gegen unfern verstorbenen Frmnd erfüllen zu muffen — und genannte Werte verdienen nicht der Vergessenheit anheimzufallen. Hieran schließen wir die Bemerkung, daß es eben der sel. Hecht -war, der^zuerst in einem deutschen Werkchen: den Lehrbegrip des Judenthums dem Christenthume gegenüber volksthümlich und scharf auseinander gesetzt hat, und daß es also auf einem Jrrthume beruht, wenn solches in öffentlichen Blättern von einem kürzlich erschienenen Werke gerühmt wird. _3n deutscher Sprache hat,Or. H. das Verdienst, der Erste gewesm zu sein; in hebr.: ÄbarbaNell und Viele schon vor vielen hundert Jahrm. Aufrichtigkeit im Geben und Rehmm der Anerkennung!- Ehrlichkeit und Wahrheit über Alles! (Das bringt uns zu einer wiederholten Mahnung. Schon oft wurde an uns die .-rage gestellt: warum erscheint keine eingehende Lebensbeschreibung Hecht's im „3fr. Lehrer"? Wir muffen 'mit Schmerz wiederholen, daß selbst eine Aufforderung an die nächsten Angehörigen fruchtlos blieb. Da wir selbst aber von den Lebensverhältmfsen desselben nichts kennen, so sehen wir uns außer Stande, dem berechtigten Verlangen Genüge zu leisten. Red.) 1t m f a n. — DaS so ebe» erschienene neue Schulreglement für Pole» erfreut sich einer sehr günstigen Leurtheilnng selbst von den deutschen Zeitschriften, und man lobt seine. Frcifiimigkeit. Nach demselben sollen für die Juden russische höhere und niedere Schulen errichtet werden. Wir sehen: Ueberall im Ausland sucht man die Juden der Hinneigung zum Dentschtbum, zur deutschen Sprache zu entziehen. Die Zichl der Juden in Polen beträgt nach den neuesten Zählungen 600,000 und in ganz Rußland 1 Million 450,OM. Sie wohnen vorzüglich in de« West- Provinzen. Doch bereiten sie fick, seit cs ihnen gestattet ist, überall zu wohnen, mehr und mebr über'das gcsammte Reich aus. (N. Fr. Z.) Wir können nicht kmhin, den nachfolgenden Artikel ohne jede Kürzung anfzun.hmen. weil wir in ihm wieder einen Maßstab für das Wirken in unserem Vereine, und sür d>e Hoffnungen, die w,r an ihm knüpfen dürfen, finden. Das Frankfurter Journal schreibt: Naumburg, 5. Oct. Gestern nnd vorgestern fand hier die Jahresversammlung des Pestalozzi-VereinS für die Provinz Sachsen statt. Die Versammlung war überaus zahlreich' besucht und es wohnten derselben mehr als 6M auswärtige Mitglieder bei, welche hier sämmtlich ein gastliches Unterkommen gefunden hatten. Die Versammlung selbst, von dem Vorsteher des Eeutralvereins, Hrn. Tittcl au» Halle, geleitet, welchem noch Herr Lehrer Teller von hier und Herr Lehrer Singcwald alS Licevorsteher beigegeben waren, wurde von einem Geiste der Liebe und der Eintracht getragen, wie ich ihn selten noch in einer Dersammluug von solchem Umfange gesunden habe. Die Gemüther waren freudig erregt von dem überraschenden Aufschwünge, welchen derjunge Verein binnen Jahresfrist genommen hatte. Der: selbe zählt bereits 55 Zwcigvcreine und (die Ehrenmitglieder eingeschlossen) 2335 Mitglieder, eine Zahl, die fick noch fort-, während steigert. Die Gesammteninahmc belief sich auf 3256 Tblr. (8 Sgr. 1 Pi,, so daß an Unterstützungen für Wittwen und Waisen die Sstnime ron 1378 Tblr. verwendet werden konnte. Unterstützt wurden 1l8 Lebrer - Wittwen und 134 Waisen mit Ehrengaben vön 30 , 40 , 50, ja bis 60 Thalern. Der Fonds des Vereins besteht gegenwärtig aus 1378 Thlrn. Da der jährliche Beitrag eines Mitgliedes 1 Thlr. beträgt, so erwachsen dem Vereine fortwährend neue bedeutende Mittel, um seine wohlthätigen Zweck in erwünschter Weise erfüllen, Kummerthräncn unglücklicher Lehrer-W.ttwen stillen und sich der Sorge für verlassene arme Waisen annehmen zu können. Außerdem fließen dem Vereine noch fortwährend reiche Einnahmen durch Geschenke zu, welche durch Veranstaltung von Eoncerten, literarischen Untcrncbmungen rc. gewonnen werden.^ Zu gleichem Zwecke ist auch eine Lotter.-.- mit 5(KX) Loosen i 5 Sgr. veran stallet worden, welche letztere sämmtlich untergedracht find. Die zu verleoienden Gegenstände bestehen meist aus freundlichen Gaben zarter Fraucnbänke/so daß ein schöner Gewinn für den Vereinsfonds sich daraus erwarten läßt. Man begreift aber auch die bohr Wichtigkeit des Vereins nach allen Seiten hin vollständig, und Löschen diese Art von Selbsthilfe ihre zahlreichen Gegner haben mag, so kommt man dem Vereine doch allseitig freundlich entgegen. Tie Versammlung wurde von unserem Oberbürgermeister Rasch Namens der Stadt mit eindringlichen Worten freundlich begrüßt und der Supcrintendent-Vicar Hann entrollte in begeisterter Rede ein schönes und erhebende- Charakterbild von Pestalozzi. Ein Gruß wurde beantragt für die gegenwärtig in Chemnitz in Sachsen tagende Bruderversammlung und deßglecchen an Diesterweg in Berlin, und wurde fast einstimmig angenommen, Nur zwei Redner fühlten sich bewogen, dagegen z« sprechen, weil dies als eine Demonstration erscheine» könnte. Dieser Einwurs wurde mit männlichem Freimuthe zurückgewirsen. So schloß die Versammlung. _ Leräntw örtlicher Redakteur: I. Kliugenstein in Odernhei», in Rbeinheffe»; Selbstverlag der Redaktion. Für den Buchhandel: tu Lommisfion bei L. L. Fritzsche in Leipzig. — Dampf-Echnellpressendruck von I. lsvrtsleten in Mainz.