Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Lehrer · 1864-10-20 · 42 (20.10.1864) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
4 (1864)
Issue
42 (20.10.1864)
Date
1864-10-20
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/4896751-5428744-5431426--0902-4897492
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Her KrseMisclie Iekrer Zeitschrift für die gesammterr Jntereffen des israelitischen Lehrerstandes und zug «ch Organ für den Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer- Wittwm und -Waisen in Deutschland. IV0 43. Mainz, den 20. Oktober 1864. (Vielter- Jahrgang.) Wöchentlich 1 Rümmer. Dierteljabrlicher Abonnement^preis 27 kr. ---° 1/4 Thlr. Bet frankirker Zusendung unter Kreuzband jälrlich 2 ü. 12 kt. Anzeigen zu 1 Lgr. die Petitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. --1- ' . . ■ __—■» Cin neues Programm und ein alies! (Schluß.) Der Verein, den wir gegründet haben, und der — Gelobt sei Gott — immer mehr und mit voller Kraft sich entfaltet, ist allen deutsch - ist. Lehrern der gesammten deutschen Judcnheit empfohlen. Darum darf kein Land, keine Provinz, keine Stadt Zurückbleiben! Wir rufen heute dies insbesondere unseren Collegen in Bayern, Würtemberg, Baden u. a. O. zu, in welchen die »roßte» Zahl der Lehrer regelmäßige Seminarbildung genossen. Wohl sind Einzelne bereits auch aus diesen Lendern beigetreten. Die Gunst des Geschicks hat aber viele Lehrer dieser Länder — die Elementar- und Volksschullehrer, als solche vonl Staate an- und den Lehrern der übrigen Confessionen gleichgestellt — der drückenden Sorge, von der wir oben sprachen, sowie der Sorge für die Tage der Dienstunfähigkeit, im Alter und Krankheit, theilweise enthoben.*) Allein nie und nimmermehr wird die staatliche Fürsorge in solchen Fällen voll-- ständig ausreichen. Dabei sind der Fälle noch andere, die wir hier weder einzeln aufführen wollen noch können, zu berücksichtigen, insbesondere sind gewisse Eventualitäten bei der über kurz oder lang eintretenden Neugestaltung der Schulwesens in's Auge zu fassen, die, wir sind dessen überzeugt, eine totale Veränderung im jüdischen Schulwesen insbesondere zur Folge, haben wird, daß schon um deswegen die jüdischen Lehrer in diesen Ländern sich von der Gesammtheit ihrer Collegen nicht ausschließen dürfen. — Nur Eines! Wir haben gesehen, wie z. B. die kleineren Landgemeinden in der bayrischen Pfalz bestrebt find, ihre öffentlichen Elementarschulen in Religionsschulen umzugestalten, weil sie wegen des zu starken WegezuaS ihrer Mitglieder die größeren Gehalte nicht mehr aufzubringeu im Stande find. — Gleiches Bestreben findet auch in Würtemberg statt. — Die größeren Gemeinden wollen blos »schöne" Cantoren. — WaS soll unter solchen Verhältnissen aus dem *1 Auch Schreiber dieses hat alS^heff., »vm Staate angestellter Schullehrer Ansprüche auf Pension und staatliche Wittwenkass«. nr. Lehrerstande werden, wenn er nicht in andrer Weise Mittel und Wege sucht, seine Zukunft sicher zu stellen? —, Und die vielen Religionslehrer, die in allen diesenl Ländern sind, wie wird für diese gewirkt? Sind nicht diel beflergestellten Volkslehrer auch für diese gleichsam solidarisch l verpflichtet? Darum ergeht insbesondere an Euch, Ihr ' l. Collegen aus Bayern, Baden und Würtemberg rc. rc. heute d 'r Ruf: ne latc^n or«i ncn'?Ei? inst DD’neci. Schließt Luch nicht ab von der Gesammtheit Eurer Brüder! höret die > Mahnung, die an Euch ergeht; zu allererst um Eurer «selbst willen/ dann aber auch um der Gemeinschaft Willen. Laßt! , nicht das falsche Urtheil zur Wahrheit werden, daß die!! äußere Sicherstellung des LehrerftandeS denselben gleichgültig j mache gegen die höheren Jntereffen der Gesammtheit, gleich- , gültig gegen das Fortschreiten des Ganzen, selbstsüchtig, kalt und theilnahmlos für alles Höhere uud Edle! Das > wäre wahr, wenn der Gedanke einer Verbindung mit Euren jüdischen Collegen über ganz Deutschland hin, dem die besten Männer schon zujauchzten. Euch katt ließe! Was aber Euch geltet, das gilt doppelt allen Lehrern in allen andern Ländern und Provinzen! Tretet zusammen,! verbindet Euch, schließt Euch unserem Bunde an der aus so! sichern und edlen Grundlagen aufgebaut ist, dem die Edelsten und Besten der deutschen Judenheit durch ihren Beitritt, durch ihr Erscheinen bei der ersten Generalversammlung ihre | Zustimmung gegeben haben; unserm Bünde, der, wir wiederholen dies hiermit feierlichst. — und unser Jahrbuch bezeuget eS, — kein Werk der Parteiung ist und werden soll, sondern eine Frucht der Humanität, der werkthätigen Liebe, ein Institut für alle isr. Lehrer ohne Ausnahme! Ein Werk, daS gerade durch seine rein jüdische, von jeder Parieirücksicht fern hallende Gestaltung zeigen soll, daß das innerste Mark, der heiligste Kern des Judenthums— die Begeisterung für Lehre uud Lehrers für Mildthätigkeit und Wohlthun noch nicht angefreffen ist von Pariei-Hader und Zerwürfniß, daß in diesen Heiligsthümern noch nicht der Wurm der Zwiettacht genagt hat/ daß es noch gemeinsame Gebiete gibt für unS Me, als Juden wie als Menschen! Säumet nicht! Wollet nicht zuwarten I nicht sehen, »was aus dem Kindlein wird!*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.