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Der israelitische Lehrer · 1864-09-08 · 36 (8.9.1864) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
4 (1864)
Issue
36 (8.9.1864)
Date
1864-09-08
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Wichkntltib 1 Nummer. Vterreljährlicher AbonuemeutSpreis j L5lr. — 27 kr. Bei franktrt«r Zusendung unter Lreuzband jährlich 2 fl. 12 fr. Bestellungen nehmen alle Pustämter und Buchhandlungen an. IsrEMke Organ für die Schule, die Familie und das Gemeindeleben des Herausgegeben von I. Klinge»stein, Ignaz Lehmann und A. Treu. Anzeigen ga 1 Sgr. die Petitzeile. Siniendnngen entweder direkt an den verantwortlichen Redakteur oder an die LerlagShandlang. Zudentbums. N° SO Mainz, den 8. September 1864. (Vierter Jahrgang.) Die richtige Methode bei den schriftlichen Aufsätzen und.eine Auswahl von Thematas mit Rücksicht auf die jüdische Schule. Referat -ur Eonserenz der rheinisch-westplälischen Lehrer in Bielefeld, am 13. und li. Juni 18154. (Fortsetzung.) Tex Gegenstand, den wir zu besprechen Haben, hat Referenten seit Jahren beschäftigt; er hat mehrere Versuche gewagt, die schwierige Frage zu lösen. Jh erinnere an dieselbe, um mich daraus beziehend, den überreichen Stoff kurz soffen zu können. Indem wir zur Methode übergehen, erlaube ieh mir auf folgende Schriften von mir zu verweilen : 1) Von der Sprache und der allgemeinen Bildung durch die Sprachlehre: Haus- und Schulfreund 18€0 Nr. 0, 7, 8, 9, 10. 2) Die Synonymik als Zweig des Sprachunterrichtes: Israelit. Lehrer Nr. 33 und 34 v. I. 3) Die praktische Anleitung durch die Schulbücher: 1) Aufgabenschatz zur Orthographie; 2) Aufgabenschatz zur Sprachlehre; 3) Tie Sprachlehre als Grundlage der Stylistik. Daß diese Bücher auch in christlichen Schulen benutzt worden, ja sogar von solchen strengster Färbung, läßt glauben, daß der gemachte Versuch wenigstens der Beachtung würdig gesunden worden ist.! Tie Methode muß sich dem Gegenstände, nicht aber der Gegenstand einer Methode anpaffen. Zweck und Umstände können hierbei noch in Betrachtung kommen. Ueber den Begriff des Wortes Methode ist viel gesagt worden; seine Grenzen sind sehr dehnbar. In der Theorie ist sie nach wissenschaftlicher Analyse zwar claflificirt worden, in der Praxis möchte jedoch selten die Spezie rein erhalten bleiben. Sprechen wir also hier nicht von akroamatischer, heuristischer, sokratischer, analytischer, finthetischer Methode, vielmehr nehmen wir des Wortes weiteste Bedeutung: die planmäßige, regelmäßige Behandlung des Lehrgegenstandes mit Berücksichtigung des Lehrganges nach dem Grade des Alters, der Fähigkeit, der Auffassung und des Ausdruckes .der Schüler, ferner die Wahl und Behandlung des Stoffes zu Aussätzen, endlich die Aufgabe und Correctur. Der Aufsatz gehe mit der Denk- und Sprachfähigkeit des Schülers gleichen Schritt und find die schriftlichen Arbeiten mit dem Sprachunterrichte wo möglich zu vereinen. Dieser Grundsatz bildet das leitende Princip der einschlagenden Schulbücher des Referenten. (Siehe Seite 6 der Sprachlehre.) Von der Masse grammatischer Regeln wird zu Gunsten der schriftlichen, zusammenhängenden Darstellung abgesehen. Die Bildung von Sätzen und dergleichen soll blos zur Stütze des mündlichen entwickelnden Sprach - Unterrichtes dienen, und zu diesem Zwecke genügen wenige Beispiele. Mögen alle die nach Wurst z. B. zu bildenden Sätze den Schülern bis zur Haarspalterei gelehrt haben, die Satzglieder zu nennen, die Sätze zu classificiren: für den Gedankenausdruck möchte ein großer Gewinn zu bezweifeln sein. Sie sind das beste Correktiv für die Richtigkeit des fertigen Aufsatzes, aber bei der Abfassung deffelben wird gewiß nicht vor jedem Satze der Schüler sich die Frage stellen: was muß ich jetzt für einen Satz bilden? der Stoff schafft sich das Kleid selbst. Spricht denn der Mensch in einzelnen Wörtern oder in für sich alleinstehenden Sätzen? Daher ist es nur eine halbe Maßregel, beim Sprachunterrichte mit dem Satze zu beginnen, weil man nur in ihm das Wort nach Beziehung nnd Biegung, kennen lernt, denn dasselbe gilt vom Satze und Worte zugleich mit Rücksicht auf zusammenhängende Darstellung. In dieser erst tritt das eigentliche Verständmß des Satzes hervor. Den Anfang macht die Vorschule. Der angehende Schüler muß anschauen, denken und sprechen lernen; zugleich empfängt er den Schreibleseunterricht. Ueber das „Wie" sprechen die pädagogischen Lehrbücher. Nachdem er die Buchstaben machen gelernt, verbindet er sie zu Wörtern, muß auf des Wortes Bestandtheile aufmerksam gemacht werden. Rechtschreiben beruht: 1) auf mechanischer Uebung; 2) Gewohnheit; 3) Unterscheidung der Wortarten, und 4) Ableitung. Vor Allem muß die Auffassung des Wortbildes, besonders derjenigen Wörter, die anders geschrieben als gesprochen werden, die Sorge des Lehrers sein. Diezu gebenden Hebungen zum Abschreiben müssen demnach geordnet, Gleichartiges gruppirt bieten, und die betreffenden

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