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Der israelitische Lehrer · 1864-09-01 · 35 (1.9.1864) · p. Seite 140

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
4 (1864)
Issue
35 (1.9.1864)
Date
1864-09-01
Page
Seite 140 (sequence 4)
Language
German
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140 \ Umschau. Das Protokoll der Generalversammlung können wir erst in einer der nächsten Stummer« bringen, da dasselbe einer sorgfältigen Redaction bedürftig ist. Bis-dahin werden wir auch alle anderen für den Verein nöthigen Veröffentlichungen machen. Wir bitten bis dahin um Geduld. In der nächsten Woche beginnt dann auch der Versandt des Jahrbuchs und Kalenders. Den Zusicherungen, die Eir Moses Montefiore erst vor Kurzem ans Marokko mitgebracht batte, zum Trotz, soll dort ein Jude neuerdings daS Opfer brutaler Rechtspflege geworden sein. Der Vorfall wird folgenderweise berichtet: Ein Jude batte einen Mauren vor den Vicegouverneur der Provinz Haba (an 20 Meilen von Mogador) wegen einer Schuld von 90 Ducaten citirt. Der Maure erschien,, und als eS sich herausstellte, daß die Schuld nicht 90, sondern blos 70 Ducaten ausmache, befahl der Gouv^neur acht Soldaten, den Juden zu prügeln. Während die Procedur sich in Gang befand,- ging der Vicegouverneur nach Sause, und die Soldaten, welche sich nicht getrauten, mit der träfe ohne Befedl einzubalten, prügelten fort, bis der Jude todt war, und noch geraume Zeit darüber. Die Judengemeinde meldete diesen Vorfall ihren Glaubcnsgenoffen in Mogador, und durch diese erfuhren es die Confuln Ämerika's, Englands, Spaniens unk Frankreichs. Auf ihr Drängen solltdie Leiche nach Mogador geschafft werden. Der dortige Gouverneur verstand sich hierzu, scheint aber selb» heimlich Gegenbefehl ertheilt zu habe»,, kenn auf halbem Wege muh Mogador w'nrde der Leichnam von einem Trupp Soldaten angebalten und zurücktransportirt. Seitdem bak'en die Eenmln an ibre betreffenden Gesandten nack Tanger rapportirt und hoffentlich werden diese keine Vertuschung des Geschehenen gestatten. I gegen die Zulassung der Juden zum Notariate, ausgesprochen, l daß die Kammer ihren früheren Ausspruch zurückgenommen und i sich unbedingt j ü r die Zulaffung der Juden zum Notariate er- | klärt hat. — i In Oppenheim am Rhein fand am 19. August die Einj weihungsfeier der neuerbauten Synagoge statt, zu welcher von | der Civilgemeinde 1500 Gulden freiwillig aus der Gemeinde-! caffe beigefteuert worden waren. Sn dem feierlichen Zuge be- I theiligten sich die Staats- und Stadlbehörde. Die Einweihungs- , rede war von Herrn vr. Aub gehalten. Die Feier war eme j in a lcn Thcilen würdige und angemessene. Verein zur Nnterslützunq hilfsbedürftiger isr. Lehrer, Lehrer-Wittwen und Waisen Deutschland. Bekanntmachung. Alle diejenigen Herren — auch Nichtmitglieder unseres! Vereines, — welche sich des Vertriebs unserer literarischen | Erzeugnisse, insbesondere des Jahrbuchs und Kalenders j unterziehen wollen, wollen sich demnächst brieflich an uns wen-! den, damit wir sie mit den sehr annehmbaren Bedingnissen — die ihnen eine bedeutende Provision sichern — bekannt machen Können. Der.Geschäftsführer des Hauptcomite's I. Klingenstein. Der Wiener „Verfassung" wird :ur Illustration der confessionellen Gleichberechtigung" aus Prag mitgetbeilt, daß ein jüdischer Kaufmann von einer Wittwe ünd'Desiyerin eines Bauernsguts einen Wwsengrund auf secks Jahre in Pacht genommen und denselben iu aller Form durch eimn notorischen Act habe beglaubigen lasten. Kurze Zeit darauf trat die Besitzerin des Bauernguts dasselbe an ibren Schwiegersohn ab, welcher gegen den ebne sein Wisten abgeschlossenen Pachtvertrag Anstand erhob und denselben annulliren wollte. Der Bauer tritt klagbar aus und das Bezirksamt in M. erläßt einen Bescheid, durch welchen der Vertrag für null und nichtig erklärt und der.Jude angewiesen wird, dieLöichung desselben zu veranlassen, und zwar aui Grund eines Ministerial - Erlasses vom 29. August ltzlil, nack welcher ein Jude, der eiinelne Grundstücke von Baüerwirthschaiten vackten will, die politische Bewilligung einholpn muß. Der „Vatrie* wird aus Rom die Verhaftung der Frau Eohen Mutter des geraueten Joseph Eoben mitgethkilt. Stack dem Raube des Sohnes mußte die Mutter gefangen gesetzt werden. „Diese Mutter, welche ihren Sckmcrzensruf bat ertönen lassen,* sagt der Eorrespondent, „die obne Erfolgan alle Thüren klopfte, damit man ihr das Kind wieder gebe, bat die Aufmerksamkeit der römischen Polizei aui sich gezogen. Die. päpstlichen Gendarmen haben sich dieser unglücklichen Frau bemächtigt; sie war vor Verzweiflung iaff wahnsinnig geworden, nachdem sie mehrere Male täglich sich vom Ghetto nack der Thüre der Katechumenen geschleppt batte, um ihren Schn wieder zu sehen, aber immer obne Eriolg. Das Verfahren der päpstlichen Regierung in dieser Angelegenheit, welche an die Entführung des jungen Mortara erinnert, -hat allgemeinen Unwillen erregt." Venedig-31. August. Die öffentlicke Stimme hat sich hier so allgemein gegen das Votum der hiesigen Notariatskammer, i litt tie hessischen Lebrer! i Bei der am 23. August in Mainz stattgefundencn Ver! sammlung hessischer Lehrer wurde beschlossen, daß eine De- I putation von drei Herren aus den drei Provinzen: Otten-! sofer, Marx und Nathan, unterstützt in Darmstadt durch Herrn ‘ Dr. Landsberg die besprochene Petition in Darmstadt über-! geben soll. Zur Deckung der Reisekosten hat jeder hessische! Lehrer 24 Kreuzer zu zahlen, und wir erwarten, daß Jeder, welcher dies in Mainz nicht etwa schon gethan haben sollte, an Herrin Lehrer Marr iu Alsheim in Rheinhessen; diesen kleinen Beitrag in Marken einienden wird, damit ' diese Angelegenheit die ja im Jnteresie Aller ist, nachdrücklichst betrieben werden kann. Odernheim. I. Klingenstein. Eine Familie, in einem schönen Landstädtchen am Hardtgebirge (Pfalz), sucht zu 3 Mädchen von 8, 5 und 3 Jahren eine Dame (Israelitin) in den 20er Jahren, die den i Unterricht im Deutschen, Französischen, Klavier, sowie in [ weiblichen Handarbeiten übernehmen kann. Franko-Offerten befördert die Expedition. Ein seminaristisch gebildeter Lehrer sucht eine Lehrerstelle, die das Schlachten nicht verlangt. Sie ist am erwünschesten, so sie im Königreiche Hannover oder Preußen. Näheres in der Red. d. Bl. Leran:rrorr:,<vrr :»eontreiir: I. Mlingenqrezn m <.verndeim ir. KDratixjftn; teHtftarrlag ver iKftaftion. Kur Den SJutbbaneel: tr. i'^n-r.rnftpn i.fi C-?. Fritz fch« in Leiv'ia ' T amvf-Ecbnellpreffendruck vor I. 6' e;; 3: e b > n in Mainz.

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