Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 4 (1864)
- Issue
- 31 (4.8.1864)
- Date
- 1864-08-04
- Page
- Seite 123 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/4896751-5428744-5431400--0851-4897452- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
122 — Ziehung sich so sehr änderte, daß: z. B. die Weisen — die freilich in dieser Geschichte als Rabbis sehr übel wegkommen — später die Maxime auistellten: „Sorgt für die Bildung der Kinder den Armen — denn von ihnen geht die Lehre aus! Ebe tsowenig wissen wir, woher die Zahl der Prophetenschulen un > Prophetenschüler sowie die Einrichtung der Anstalten so bekannt sind. Wir bekennen die Unwissenheit jüdischer Geschichtsforscher in dieser Beziehung. — Wen« Herr Or Schmidt weiter sagt: „Mit dem Verluste der politischen Selbstständigkeit ging auch die selbstständige geistige Ertwicklung in Israel verloren," so ist das, wie man'» ninsmt — eine Gayrheit und eme Unwahrheit. Eine Wahrheit;— denn kein Volk und keine Ration der Erde wird geistig unbeeinflußt bleiben, wenn ste mit Ruchbar und freust en Völkern in nähere Berührung komme«. Und noch dazu, wenn dies Volk eines der entwicklungsfähigsten der Erde is, die erhabensten Anschauungen über Religion, Ge rechtigkeitsi »lege, Sittlichkeit hat, Ideen, welchen eben wie allen erhabenen Ideen, der Keim zur unendlichen Entwicklung immanent m. Wenn nun ein olches Volk 70 Jahre lang von seinem heimischen Boden vertrieben, in ein fremde» Land verses.t lind, dort als Sklave, als umerjochte Elation behandelt wird, wie dies bei den Juden in der babuloni »chen Ge»a»genschast der Iall war.sowarees ein schlechtes Zeug nlß für die Bilviliigssäliigteil seines Geistes, wenn es,dort nicht berühi-t worden iva.« von der Bildung eures fremden Volkes. Ab r unwahr ist es und zeigt einen schlechten E:n blick in die Ge'chichie zur Zeit der Entstehung des Christeuthuins, paß liier die selbstständige Entwicklung der denr Juden thuine unmineiiten Ideen ein Ende hatte. Im Geg^nrherle! Gerade dre Geschichte von der Erbauung des 2. Tempels bis zur Zei stöiung desselben und mehr als Bä» Jahre darüber hinaus, zeic t ein io-reiches Geistesieben, wie es ur der Geschichte bei nebenherg.'hendem national politischenl Verfall rast beispiellos uasteht, und die Kenner der südliche« G.schichte stimmen da m nberein, das; gerade in d-eser Periode, gerade zur Z il der Zerstörung deS zweiten Tempels die reich sten Geiste! »aalen ausgestreut, der ehrwürdige und er habene Bai m der jüduchen Religion gefestigt und tief ein gepflanzt riurde in dre Geinnlher des von feigem Boden > ' verlrlebenei i pL'L' Volkes. « ,\oi 1 ’ ring icj.it. > Hitckconsivite». : Religiöse Reden bei freudigen Familienereignissep, ne ist einem Anhänge, von Benedikt Hause, Lehrer au der östentlichen isr. Schule zu Reukrrchen bei Zi genham «Kurheffen.) Zranksurt a. M. Verlang öei hebr. antiau. Buchhandlung von I Kaust m, NN 18(54 Der Perfässer versteht es, wie wenige, populär zu d daß das eme Kunst ist, wissen wir Lehrer aus Schristchen sprechen, ui vielen gedruckten Predigten, die von hoch gelehrten und weit berühmten mal — so Männsrn in die Welt geschickt werden; manchscheint es — um dem Volksredner zu zeigen, wie er's nicht machen soll. Wir haben das herrliche (frühere) des Hrn. Vers (nw2;ibx Trauerreden, im selben Verlag) wa m empfohlen, denn jene Reden werden dem nicht geübten Redner, der vor einem weniger gebildeten PUblituiu zu sprechen hat, vorzügliche Ticnste thuu; wir können das auch bei dieser, für freudige Ereignisse bestimm ken Schrift. Klar, bändig, lebendig, mit weiser Benützung der hl. Schrift und Agada erwärme^, erheitern und rühren diese Reden und werden sicherlich das Publikum ansprechen. Und d a s sollen Reden ' Halte man uns meinetwegen für einen Barbaren! Ader sowie mir die das Ohr ansprechende, i nb dadurch auf das seelische Gefühl wirkende Musik höher schägen, als die sogen Zu kunstsmuük, so legen wir auch solchen Reden höheren Werth bei. als den kunstvollsteil Predigten, die die Hörer kalt laffen. oder die Thränendrücker! Tue Redner, die wahrhaft d e m Gemüthe Nahrung bieten, das eben der Predigt als Bil dungsstoss braucht — das vielleickt außer diesen Predigten keine wutere Nahrung für Geist md Gemüth empfängt' — sind noch feiten und es ist sehr bedauerlich, das; vieltjüdischen - Prediger sich in Phrasenthum und pietistischer Salbaderei bester gefallen, als inlder Ausbeute „die die Herr lichcn Quellen des Judenthums ihnen bieten würden. Jeder Lehrer, der in solchen/ Fällen zu predigen hat, verschaffe sich dieses Buch. Es enthalt B rlobungs-, Trau und Beichneidungsred n, R den bei Einweihungen von Häiüern. Birmizwahteier, Pidjon - haben, silberner und goldener Hoch zeit, Chebrared.m und Cynagogeneinweihnnge». Wahrlich des Guten genug! Eorresponden;. Abterode (Kreis Eschw/ge), im Juni. «Unlieb oer spätet.) A n l. d. M. wurdon es 25» Jahre, seitdem Herr L. Tannen bäum' als von kur/. Regigierung bestellter iirael Lehrer, Vorsänger und Schämet in der Suuagogengemeind« Wannfried «Kr. Eichwege) mit den schönsten Erfolgen wirkte. Ter Herr Kreisrabbiner Goedmann zu Eichwege setzte kurs. Vorfteyeramt zu Kassel zeitig vorher in Kenntniß, damit dasselbe dem verdienten Julular die gebübrende Anerkennnn zollen könne Aber auch die israel. Lehrer des Kreises Eich wegc und des nahen Kreise; Witzenhailsen beschlosten, das selbe nicht uigefeiert zu lassen. Wir begaben uns kurz nack unserer Ankunft in's .Schul ocal, wonach vorausgegangcuem Gesang Seitens der hier v'rsanlM.lt n Schüler, welche ei» schönes Ehrengesch.nk übe reicht hatten, der Herr Kreis Rabbiner eine ergreifende Anrede an den' Jubilar hielt, in welcher er ein Bfld des L Heerlebens eiitrollte. Er theilte hierauf der Inhalt des ihm zu diesem Zweck« zugegangcnen schönen Gra ulatwnsichreibens vom kurs. Vor steheramte an den Jubilar mit der demselben zu seinem Ju bilaum bewilligten Geatifii ation von 2i» Thalern mit. Hier aui en'olgte die Uederreichtng eines mit der Inschrift: „Dem Lehrer L. L Tannenbaum zu seiner 25jährigen Amtsthätlgkeil in Wannfried*)» von seinen College» der Kreise Eschwege und Witzenhailsen. aus Lüde gewidmet am 1. Juni ItiiU" versebenen silbernen Beche rs als Ehrengeschenk von den Leh rem, unter kurzer aber herzlicher Ansprache des damit de *) iamwnbaum war vor srinrr jetzt Uüjäbrlgen Wirk» nitrit in L-tniuricd br,«itr v Jabrc an fttcUttr i/rhrrr in Spjngcnberg. «5orr«sv.