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Der israelitische Lehrer · 1864-07-21 · 29 (21.7.1864) · p. Seite 116

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
4 (1864)
Issue
29 (21.7.1864)
Date
1864-07-21
Page
Seite 116 (sequence 18)
Language
German
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116 Werk allen Praparanden, »Lehrern und insonders sich weiterbildenden Borbetern auf's Wärmste anzuratheu. Münchweiler, 17. Juni 1864. L. Wldbtt. Freund und Marr; Präparationen zu« alten Testament. Präparativ» zum Pentateuch. 3 Hefte, pr. Heft 7* 2 9tgr. Leipzig, Verlag von Wilhelm Biolet. Ein Sckriftcken, deffen Anlage und Ausführung.beweiset, daß die Hrn. Verfasser vielseitig gebildete uud tüchtige Schulmänner find. Diese (die Hrn. Verfasser) find, mit »ns der Ansicht, daß man vom Anfänger nicht verlangen kann, daß er die ganze Grammatik, Formenlehre und Cyntar inne^ha begehe er zn lesen (hier übersetzen gemeint) aufängt. Mit diesemDÜchlem in der Hand, wird der Schüler im Stande sei», sich auf seine Lektion vorzubereite»; an der Hand des ihm hier gebotene» Materials, wird der Lehrer so mancher Mübe Lberhoben sein, die ihm den Anfang diese- Gegenstandes erschwert; überall den Stamm «»deutend, giebt es zugleich die grammatikalische Analyse, und ist so ein HülfSmittel gegen jede Verflachung und alles j mechanisch« Treiben. Wir wollen über das Ganze uns nickt j weiter eiulaffen, weil wir sonst eine vollständige pädago- | gische Abhandlung schreiben müßten. Wir empfehlen jedoch j dieses Büchlein Lehrern in höheren Klaffen der Schule» auf's! Wärmste und Angelegentlichste. ' AgadifcheS. Ausgehet der Mensch zu seinem Tagewerke, und zu seiner Arbeit bis zum Abend. Wie diele sind deine Werke, Gott, sie Alle hast du mit Weisheit gewacht. Pf. 104, 23, 24. In welchen Beziehungen steht der erste Vers zu dem zweiten? Folgendes Gleickniß wird di« Sache in ein helleres Lickt setzen. Zwei Brüder erbten von ihrem Vater «inen Acker, der des AnlaueS bedurfte; sie theilren ibn unter einander in zwei gleiche Theile, und hatten außer demselben kein weiteres Vermögen. Der eine Bruder war ein verständiger, fleißiger Ma»n, der audexe aber war das Gegeutheil. Jener, welcher wohl einsah, daß die ausschließliche Beschäftigung mit dem Anbau des Ackers ihn abhalten werde, seiner Nahrung nachzi.gehen, und seine Bedürsniffe herbeizuschafien, vermietbete' sich als Feldarbeiter bei einem andern, um von dem erworbenen Taglohn täglich sein Leben zu fristen, jeden Abend aber, als er von seiner Arbeit heimgekehrt war, bearbeitete er seinen eigenen Acker mit großem . Fleiß« und Emsigkeit. Erübrigte er aber von dem Erwerb ' mehrerer Tage so viel, daß er einen Tag oder mehrere Tage! zu leben hatte, so unterließ er für diese Zeit bei andern zu arbeiten, Md verwendete allen mögliche» Fleiß »nd Anstrengung aus seinen eignen Acker, und so verfuhr er fortwährend so lange,! bis der Anbau seines Grundstückes' erforderlicher'Maßen ganz vollendet war. Wenn nun die Zeit der Erndte heran kam. sammelte er den Ertrag, wovon er für das folgende Jahr seine» Unterhalt bestritt, während deffen er mtt Muße seincn Acker bearbeitete und mehrere Bäume anpfianzte, so daß die gewonnenen Früchte nicht nur für seine Nahrung ausreichten, sondern ibm neck einen Uebersckuß gewährten, wovon er seinen Acker vergrößern konnte. Sein tbörichter. Bruder hingegen, sobald er ülcr-eugt war, daß die Bearbeitung seines Grundstückes ihn rcn Herbeischafsung seines Unterhaltabhalte» werde, unterließ das elftere gänzlich, vermiethele sich zum Laodbau bei Andern und . lebte rcn dem verdiente« Lohn, vhne das Geringste zu erübrige». Dar ibm ebenfalls riel übrig geblieben, «daß er einen ^Tag , Berannrortlicker R-eatieur: I. Nlingenfretn tn OdernMm m 3 ßemtn\ :.ir MC.?. Fritz scb« in Leip-ig — D int davon leben konnte, so brachte er diesen Tag in Müßiggang und Ergötzlichfeit hin, ohne an sein Grundstück im Geringsten 1 z» denken. Die Zeit aber, welche ihm von seinen Arbeitstagen k übrig blieb, brachte er in Schwelgerei zu, und so blieb kein Grundstück brach liege», »nd brachte nichts al» Unkraut hervor, : und indem endlich auch die Umzäunung einging, riß eine Ueberschwemmung auch die Bäume sott, wie der Weise spricht. Prov.! 24, 30. Ich ging einst vor den Acker eines FauleüzerS rc. x. So sieht eben nur der Fleißige den glücklichen Erfolg seiner Handlungen und den Segen Gottein seinen Werken und während der Träge gefühllos vor den Werken des Höcksten vorbeigeht, sonnt sich der Fleißige in de« Segen de- Herrn. Hierdurch wird klar, warum Vers '23 mit '24 in so naher Verbindung steht. Verein zur Unterstützung hUfSbedürftiger isr. Lehrer, Lehrer-Wittwen und -Waisen in Deutschland. Spenden. Turch Dr. M. Ster» in Militsch O. S. v. ihm selbst 29 Sgr.; H. Liecktentritt 15 Sgr.; Salomon Hirschfeld 15 Sgr.; JuliuS Hirfckfeld 20 Sgr.; Dr. Frönerz 15 Sgr.; H. Halberstädter 10 Sgr.; Seltner 10 Sgr. FuckS 10 Sgr.; I. H. Wagner 10- Sgr.; Pringstum 15 Sgr., D. Ruf 7'/» Sgr.; M. Herrnftädter 71* Sgr.; H. Herrnftädter 5 Sgr.; Dr. Gottwien 10 Sgr.: S. Stöller 15 Sgr.; Marcus Bandmann 10 Sgr. Zusammen 6 Thl. 15 Sgr. fl. 11. '22 kr. Subscriptionen. Dr. M. Stern 1 Kalender-Jahrbuck; H. Liechtentritt 1 Kalender-Jahrbuch; I. H. Wagner 1 Kalender: Seltner 1 Kalender. Zusammen 2 Kalenderjahrbücher und 2 Kalender. - ■ ‘ . T *- WM- Goncurrenz. Die israelitiscke Gemeinde zu Worms a. R., stellt einen ersten Eantor mit einem firen Gehalte von fl. 8<»0 an. * Derselbe muß mit einer outen Stimme gründliche Kennrmß der hebräischen Sprache verbinden und einen Ebor zu leiten verstehen. Abgesehen von den Accidcnzien, bietet sich einem qualificirten Manne Gelegenheit, durch Unterrickt in Musik und Gesang sein Einkommen bettächtlick zu erhöben. Bewerber wollen sich innerhalb 4 Wecken an unterzeichnet« Stelle wenden. Der Vorstand der israelitischen Gemeinde Worms. Verein zur Unterstützung hilfsbedürfttger isr. Lehrer, Lehrer-Wittwen und -Watten in Deutschland. Unsere erste Generalversammlung soll stattfinden: Montag, den »2. und Dienstag» 23. August c. in Mainz; Eröffnung: Montag Mittags IL uhr. Versammlungsort: Gasthaus zum Nassauer Hof. 1) Besckluß über den Entwurf der Statuten (verkfientlick' im Israel. Lehrer Nr. 11) unk dennitive Feststellung der selben. 2) Wahl der betreffenden Eomite's und Bildung von Bezirks-, Provinzial- und Landesvereinen. Schriftliche Anträge werden, wenn sie uns rechtzeitig vor gelegt werden, angenommen. Anmeldungen sind erwünsckt. Sdernbeim den l. Juli 1863. I. A. deS prov. HaupkccmiteS - .T. Klinjfouistoiii. ibembeüen; Seltstverlag der Redaktion. Für den Buckbandcl: in f^E^nelltnelikniruik von I. Eottsleb-n in Mainz.

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