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Der israelitische Lehrer · 1864-07-14 · 28 (14.7.1864) · p. Seite 111

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
4 (1864)
Issue
28 (14.7.1864)
Date
1864-07-14
Page
Seite 111 (sequence 3)
Language
German
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111 1 Seiten unser« r Vorgesetzten und der Eltern besü achten müssen, wenn wr einen Gegenstand aus der Schul; entfernen wollten, derAllen als heilig gilt. Um jedoch denselb« n zu erleichtern, wäre es wünschenswert und schön, wenn überall der 3jährige Ciclus eingeführt würde. De. Rothschild Die Kenntniß des Pentateuch ist nothwendig. Die Kenntniß des Hebräischen u atecdrücken, heißt die so sehr gefürchtete Hierarchie unterstützen und befürworten. Die Wissenschaft des Judenthums muß frei sein, jedem Einzelnen muß der Blick in die Quellen der Religion erösfnet sein. Doch praktisch ist das Gebet wichtiger; und nenn wir in die Lage kommen, uns aus Mangel an Zeit für Beides zu fragen: Gebetodei Pentateuch übersetzen, so verdient unstreitig das Gebet den Vorzug. Hirsch (aus Guntersblum) ist nicht die-er Ansicht. Kinder, welhe den Pentateuch übersetzen» übersetzen ohne! weitere besondere Anleitung auch die Gebete. Kling,nstein. Wir dürfen den Gemeinden gegenüber schon aas Uebersetzen des Pentateuch nicht aus der Schule bann m, obwohl, leider, besonders in den Städten für diesen Ur terricht wird blutwenig geschehen können. Allein auch pädagogisch läßt sich rechtfertigen, wenn man das Pentateuchül ersetzen höher schätzt, als das Gebetübersetzen. Einmal schon, weil selbstverständlich die sprachliche Uebung überhaupt fördert und dadurch das Gebetübersepen sich gleichsam von selbst macht. Dann aber auch, weil der Mensch im l liebele gleichsam einen unmittelbaren Ausdruck der Gefühle gegen Gott findet. Ec wird also. wenn er überhaupt ous wirklichem Frömmigkeitsgefühl betet', auch wenn er denj Sinn der Worte nicht kennt, eben seine eigene Gefühle den fremden Worten unterlegen. Aber anders ist's bei der ^Vorlesung der Thora. Da tritt ein fremdes zu ihm hin, sein Gemüth bleibt dabei kalt, er langweilt sich, wenn er den Vorleser nicht versteht. Dr. Rbsenfeld. Ist es die Sprache, öder ist's her Inhalt, der wir beim Uebersetzen vor Augen »aben? Isis die Sprache so steht sicher die klassische Sprac-e der Bibel höher, als die Gebete; ist's der Inhalt, dann ist wiederum der Inhalt der Bibel bedeutungsvoller als der Inhalt eines großen Theiles unserer Gebete. Gehören di, Gebete ja jedenfalls verschiedenen und späteren Zeiten an, ind ist deren sprachlicher und inhaltlicher Werth sehr verschieben. In ähnlicher Weise sprechen sich noch nutzer Hirsch aus Großbiberau, die bereits Aufgeführter wiederholt aus, worauf der Referent Marx etwa Folgendes zuist Schluß spricht: Meine Herren: Ich sehe wohl, daß Sie fast alle anderer Ansicht sind, als ich. Frage ich mich aber nach Ihren Gründen, so finde ich sie alle zusammen nicht stichhaltig. Sie treiben Gefühlspädagogik. Nicht was Sie wünschen und fühlen, nicht das, was die Gemeinden verlangen, darf hier maßgebend sein, sondern einzig und allein unsere klare und feste pädagogische Ueberzeugung. Wenn Sie uun sagen: was geschieht aber bei der Thoravörlesunq, wenn der Pmta- .teuch nicht übersetzt wird, so erwidere ich Ihnen ganz einfach, daß ja viele Stellen doch nicht übersetzt werden sollen und können (die anstößigen, das Buch Leviticus); und: was thun die Mädchen und Frauen, welche ja die Meiste« von Ihnen dispensiren? Ich mache Sie insbesondere aber «och darauf aufmerksam, daß schon in uralter Zeit die Ipmnc die hebräischen Stücke selbst n der Synagog übersetzten, und in Alexandrien die Septuaginta vorgetiagenI wurde. Wie wollen Sie es verhüten, daß die Kinder beim Uebersetzen die Stellen, die Sie r on denselben unzelesen wünschen, nicht doch in die Hand b«komme«? Meine Herren! Ich frage Sie, wer von Ihnen hat je in seiner Schule den ganzen Pentateuch übersetzt? Sonneberg, Hirs h und andere Stimmen, Ich, ich!) Nun der «, meine Herren, so! sind Sie Ausnahmen und ich weiß nicht, wo wir die Iei« noch erübrigen wollen. Ich aber, «nt auf anderes jperwiedern, ich kann nicht begreifen, wie ttichtzwischen devt Gebete, das ich selbst und zwar tagtäglich beten soll und dem Pentateuch, der mir, stellenweise nu:, also im Ganz« n /ei nmal im Jahre vorgetragen wird, eit bedeutsamer Unterschied sein soll, das Gebet, das ich selbst bete, und die Phrlesung, die ein Anderer mir vorträgt. Die Majorität spricht s ch schließlich dahin aus: e s i st principiell noth wen o ig, den Penstateuch in der jüdischen Schule z r übersetzen. I Damit >var der weitere Antrag: es ist, wenn Zeit übrig, nöthig, oder doch wünschenswerth rc. gefaben. Die Versammlung schloß hierauf die I Debatte. Als Gegenstand bei Verhandlung I Versammlung wurde außer dem aus dem > Rückständigen festgesetzt: Ueber die R l Synagogen Gottesdienstes; Referent: > aus Gernsheim. | Als Ort der nächsten Versammlung wirk i stimmt; die Zeit, wird durch das Bureau fest;; Damit schloß die zehnte rheinheff. isr. Sp i lung. Sie war eine angeregte und belebte, | Anwesenden schauen mit Genugthuung auf Tag zurück. für chissenschaftliche die nächste erat Marr'S eform des Herrn Nathan Umschau. Der Bericht über die jüdische Gemeinde c us eine Freude, dain großen Städtsi dieser, jetzt wodl M Berlin liegt uns vor. Es ist zu machen, daß trotz vieler, tchender Mitzstäude, aerade in jüdischen Gemeinde Deutschlands die jüdischen L: einer großen Frequenz und steten Wachsthums Gemeindeknabenschule ist im letzten Jabre in übergesiedelt, das nach der diesem Programme v schreibung wohl eines der horrlichsten Schulge. welches überhaupt eristirt, und insbesondere das In demselben Gebäude und demselben Direkte ist auch das jüdische Seminar,, über das wir me wünscht hätten. An der Knabenschule sind in Lebrer thätig, und wurde dir Anstalt von auentirt. Darmstadt. I. Juli. In der 12 i. Sitzung 2. Kammer wurden folgende Beschlüsse gefaßt: 1) Hinsichtlich der Verstellung des isr. Rcligionslebrers Ottensoier zu Büdingen, das isr. Relizionsschu wesen im Großherzo.sthum betr.; sowie 2) bezüglich des Antrags des Abgeordne;;n Swckhansen aus Abänderung der Verordnung vom 2. Rov. t-Sll, betreffen' die Btldunz der Vorstände der isr. Religions; metnden, au' Mainz beesetzt werden, hrerversammgewiß, die dm verlebten ind nabcnschule in aufmerksam n überall herrsi bedeutendsten hranstalten fi t, erfreuen. Die in neues Haus ^gedruckten B .'äude sein wir: schönste jüdisch' unteraeordn: rr zu bören g > 2 Klais n 3 ' Schülern sre-

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