Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 4 (1864)
- Issue
- 28 (14.7.1864)
- Date
- 1864-07-14
- Page
- Seite 110 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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110 oie statuarischen lleberschüsse der Centralkasse zuienden, auch dreier von ihrer jährlichen Thätigkeit Bericht erstatten; der CentralReservefond aber von den durch denselben in den großen Gemeinden erzielten Colportagen, von den Spenden und lleberschüssen nachhelfen, wo eben solche Nachhülfe nöthig. Wir glauben, daß dieser Gedanke gut ist und Anklang finden wird. Allein es stand uns nicht zu, solche Veränderungen im Statutenentwurf zu machen, und müssen wir das Eingehen aus diese Vorschläge dem Beschlüsse der Generalversammlung unterbreiten. Wir übergeben blos diesen Gedanken den Freunden unserer Sache, und hoffen, gerade durch diese Idee uns noch manche Freunde — die an der Ausgedehntheit unseres Unternehmens bisher vielleicht AnstoL nahmen, — zu gewinnen. Insbesondere wird es umereiBeziehungen zu den bereits feststehenden Vereinen erleichtern, die ja nichts zu thun haben, als eine möglichst große Anzahl von Jahrbüchern zu beziehen und zu verkaufen. Hiergegen bitten wir die rechten Männer in den einzelnen Ländern und Provinzen, m welchen bis jetzt noch kein Anschluß im Ganzen an unfern Verein stattfand: Sie wollen ungesäumt Landesversammlungen berufen, um die Sache in den Gang zn bringen: Jngleichen bitten wir um umgehende Bestellungen allerseits, da.'der Druck wie angedeutet, nicht mehr eingehalten werden kann. Fetzt oder nie! Versäumen wir den günstigen Moment nicht, um eine. Anstalt ins Leben zu rüfen, die eine große Zukuurt verspricht, die em.e That 'werden kann des israelitischen Lehrerstandes zum Heile seines Berufes. Nicht zu warten, nicht lemporisiren; beachtet die nicht, die Euch solches anrathen wollen, die da sagen: „erst abwarten, was aus dem Kinde wird," das ist Verrath! Zeit verloren. Alles verloren! Frsich angreisen, nach allen Seiten hin die Thätigkeit entfalten, mit Müth.und frischer Kraft wirken; Jetzt gilt-?! Jetzt oder nie, sei.Eure Losung. Und nun noch etwas! Jetzt oder nie! das muß auch die Losung für den „Jsr. Lehrer" sein; Ohne „Jsr. Zehrer" kein Verein! Das Organ des Vereins ist der 'litt, der das Ganze Zusammenhalten muß. Er ist das; vebett, dSr Glanz des Vereins. An seiner Entfaltung : und Kräftigung könnt Ihr die Pulsschlägr unseres Lebens i mhlen. Jahre des Drucks, der Opfernder stillen ungelohni len Arbeit, der Entfaltung, uns über inner Werk hinge- I gangen; eine bessere Zukunft scheint uns ioinken zu wollen; : möge die Hoffnung sich verwirklichen — zum Heile des jüdischen > Lehrerstandes. Alles was unsrerseits geschehen kann, um den j gerechten Wünschen unserer Freunde zu genügen, soll gej ichehen. Tüchtige Kräfte haben uns ihre Mitwirkung zugesagt.! So wollen wir denn alles aufb.ieten, um ein Organ zu schas- > fen, das allen gerechten Anforderungen möglichst genügt, und : mit Kraft und Begeisterung»— die uns nie fehlte — fortj 'ahren zu wirken für die Hebung und.Kräftigung der jüd. \ Schule, des deutsch-isr. Lehrerstandes. j So kommt beim Alle herbei und helfet uns mitbauen, Freunde,. Bruder und Collegen! ehe es zu spät werden durfte: daß nicht zur Schmach unseres Standes wir selbst bte_ blühenden Fluren verwüsten - die reichen Segen verheißen. Berußet nicht! Jetzt oder nie! Bericht über bi« X. Versammlung isr. Beßrer iu Aßeinhesse«, ahgrhalt« pl «»r»«, »» 26. M»i 1864. (Schluß.) Mittags vereinigte ein heiteres Mahl die „Tagenden." Zum erstenmale war daffelbe durch eine namhafte Zahl ernster und heiterer Tcinksprüche gewürzt. Möchte wohl der Umstand, daß wir in „Thalias geweihten Raumen" speisten, unsere Phantaste entfeffeft haben? Den Anfang machte Herr vr. Rothschild, der, anschließend an das Wort 103 b3> 'b enp, (daß das Priesterthum ursprünglich schon in Israel nicht einer bestimmten Klaffe, sondern einem Gliede in jeder Familie übertragen war,) die Einheft des Berufes, die Einigkeit und Harmonie im Wirken der Lehrer und Rabbiaen hochleben ließ. Ihm folgten: Herr 0r. Rosenseld, der in der diesem Redner eigenthümlichen, sinnigen Weise daffelbe Thema aus agadischen Schriftstellen erhärtete;. Hirsch: aus die den Lehterstand schützenden Männer, insbesondere auf den edlen Stifter für die rheinhessischen Lehrer: Leopold Goldschmidt in Mainz; Nathan: den Männern, welche ihr Leben der Hebung des Lehrerstandes widmen, unserm Klingenstein! Klingenstein, dankend: Den Rabbinen, welche sprechen, wie die Herren 0r. Rothschild und 0r. Rosenfeld eben sprachen; den st re b s a m e n Lehrern, und den Dritten im Bunde, den braven Gemeinden und edlen Vorständen, une Herr Ferdinand David aus Alsheim (der längere Zeft auch diesmal wieder in unserer Mitte verweifte;) dann Herr Oppenheimer, tn sehr gelungener Weise, auf das Fallen der Mauern vor Jexicho hindeutend: Dem Fallen der Mauern der Vvrurthellcl (Sie müffen fallen, wenn wir Lehrer nur wie einst Israel 7 Tage —, immer und immer blase«;) Nathan; unserm Präsidenten Marx u. s. f. —| Wer zählet ihre Namen? Nachmittagssitzung. l^rösfnunz um 3z Uhr. Sonneberg aus Bechtheim. Die Mitglieder unserer Conferenz werden mit mir einverstanden sein, wenn ich' hier unfern Dank und unsere Anerkennung ausspreche für das sehr wertk volle Referat unseres Präsidenten Marx. Allein bevor w r auf das Einzelne übergehen, werden wir mit der am S hluffe deffelben angeregte« Frage uns zu beschäftigen habin, mit dem Pentateuchübersetzen. Die Versammlung stimmt ein, und man! schreitet zur Debatte über dcts Pentateuchübersetzen. Sonnebetg: Oer Thöraoortrag ist ebensogut ein Bestandtheil beä| öffentlichen Gottesdienstes als das Gebet. Ja, es ist allgemein anerkannt, daß er ein sehr wichtiger Bestandtheil desselben ist. Es walten also beim Pentateuch dieselben Gründe vor, wie beim Gebetübersetzen, und ich halte darum da8 Ueberletzen deffelben für uothwendig. Nathan: Gebet ist Sache des Gefühls. Das Gefühl kann wohl regei sein, ohne daß das klare Bewußtsein sich Rechenschaft gib) über das „Warum." Nicht so beim Vorlesen der Thora, Eine Vorlesung, die nicht verstanden wird, hat keinen Sinn. Ich halte das Pentateuchübersetzen für nothwendiger als das Gebetübersetzen. Singer: Wir würden die nrchtheiligsteu Folgen von