Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 4 (1864)
- Issue
- 27 (7.7.1864)
- Date
- 1864-07-07
- Page
- Seite 107 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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107 In einer früheren Eonferenz im Jahre 1861 habe-ich ein Referat über den Gesang-Unterricht in der isr. Volksschule geliefert und dort über die Wichtigkeit und über die Methode demselben mich weiter ausgedrückt. Ich erlaube mir, auf dieses Referat, das Sie im „Isr. Lehrer" von genanntem Jahrgang finden, hinzuweisen; nur möchte ich hier noch bemerken, daß ich dort für'den einstimmigen Gesang in der Schule, sowie auch beim Gottesdienst (in kleineren Gemeinden) mich ausgesprochen und jetzt noch dieser Ansicht bin. Diejenigen Lehrer, die blos Religions-Schulen haben, also keinen allgemeinen Gesang-Unterricht ertheilen, mögen natürlich nicht Zurückbleiben Suchen wir es dahin zu bringen, paßende deutsche Lieder für Sabbat und Feiertage, sowie hebr. Gesänge für das Ein- und Ausheben der Thora, Keduscha, En kelohenu, Hodu in Halel rc. :c. sowie Rezitativs für einen jelie scheme rabbo, boruohhu uvoruch schemo, oiuen, Schema jisroel, olenu etc. einzuüben. Es wird die Einübung dieser und andrer Gesänge in der Schule um so nöthiger, als in kleineren Gemeinden der Chorgesang meistens nur von «Schulkindern (insbesondere im Anfang) repräi'enlirt wird. Material finden wir in Masse in den bis jetzt ^erschienenen Gesängen für den Gottesdienst; — Räumen wir diesem Unterricht wöchentlich 1 Stunde ein. — Wir hätten somit 11 Stunden wöchentlich für die genannten Gegenstände nöthig und glaube ich, daß wir hiermit vollkommen ausreichen. An ein Mehr dürfen wir wohl nicht denken; denn wir müssen erwägen, daß gewöhnlich 26 Stunden wöchentlich für alle Gegenstände, die in der Volksjchule gelehrt werden sollen, angesetzt sind, uns also nur noch 15 Stunden für den deutschen Elementar - Unterricht übrig bleiben. Ich hätte somit meine Ausgabe, wenn auch freilich nur unvollständig, doch nach meiner festen Ueberzeugung und den bis jetzt gemachten Erfahrungen gelöst; doch mag ich nicht von Ihnen scheiden, ohne vorher noch über einen Gegenstand mich zu erklären, den Manche von Ihnen vermißen werden. „Wo bleibt das Uebersetzen des Pentateuchs?" wird Mancher fragen; „ist das nicht ein höchst wichtiger Gegenstand des Religions-Unterrichtes? Sollen wir uns das Wort Gottes nehmen, aus unsrer Schule verbannen lassen?" Aus meinen kurzen Andeutungen über die Bibelkunde' werden Sie wohl die Ueberzeugung gewonnen haben, daß ich mit Nichten dieses heilige Buch, das Buch der Bücher, aus unirer Schule verbannt wissen will; ich möchte dasselbe im Gegentheil erst recht den Kindern erschließen, und! das glaube ich. eben besser und fruchtbringender lhun zu können, wenn ich es in der Muttersprache lehre. Das seitherige Verfahren beim Pentateuch-Uebersetzen möchte vielleicht gerade ein Beweis für meine Behauptung sein. Der Eine übersetzt den ganzen Pentateuch, der Andere läßt die sogen, anstößigen Stellen weg. Dieser erteilt diesen Unterricht nur den Knaben, Jener inöchte auch die Mädchen nicht ausgeschlossen wissen. Wer hat Recht? Auf letzteren Punkt kurz eingehend möchte ich nur fragen: Warum die Mädchen ausschließen, wenn dieser Gegenstand so wichtig ist? Ist die Thora nicht für Alle? Und sind nicht die Mütter die ersten und darum sehr wichtigen Faktoren bei Be! r> len tri heit unserm Erziehungswerk? Sollten also die Mä! mit dem Inhalt unsrer Thora vertraut sein, als Gewiß nicht. Aber auch abgesehen hiervon; wo wollen für diesen Gegenstand hernehmen? Die wichtigste Frage ist aber nun die: Kinder durch das Bibelübersetzen religiöser gei dem oben angegebenen Zweck des Religions-U unsre Hauptaufgabe die, die Kinder religiös zu Die Erfahrung bestätigt uns durchaus nicht, d Kinder die teligösesten und besten Menschen Bibel übersetzen können und umgekehrt ist bis weis noch zu liefern, daß Diejenigen, die dies! nicht genossen, weniger religiös seien. Darauf wohl bei. der Religiosität der Israeliten nicht Wenn mir noch der Einwurf gemacht daß durch den Urtext die Kinder besser in Bibel eindringen können, halte ich diesen ebenfh stichhaltig. Sind ja die größten Gelehrten, Commentare, über eine Menge von Stellen einig, und finden wir darum eine so große in der Uebersetzung. Was beweist dies anders, kindliche Geist noch viel zu unreif hierfür (nä tieferes Eindringen) ist. Haben wir ja genug klarung in deutscher Sprache zu thun! — Plagen wir also unsre Kinder nicht mit stände in' unsrer Schule, der bei wertem den gewährt, welcher ihm von mancher Seite zages und überlassen wir ihn den Lehranstalten, in d Jünglinge weiter im Hebräischen vervollkommn Nun noch ein Wort zum Schluß: Ich w die Ansichten über unsere vorliegende Frage der gehen, und doch wäre nichls nöthiger werther als über dieselbe von allen deutschen i eine Einigung hergestellt zu sehen. Nach der läge wird dies übrigens nicht wvhl möglich -vorläufig nur ein frommer Wunsch bleiben, aber nicht beirren, an dem, was pädagogisch halten und nach Kräften dafür zu wirken. Zeit und auch diese Frage wird endlich ihre Suchen wir nun bei der Verhandlung über Gegenstand uns klar zu werden; tauschen wi danken aus, stellen wir uniern Standpunkt fes desto besser und sicherer mit Liebe und Ausbau e heiligen Berufe zum Wohle Israels und rüstig fortarbeiten köunen. (<3' dchen wir die Zeit n acht? eben unsere? Nach hterrichtes ist erziehen, iß diejenigen werden, die jetzt der Bern Unterricht kommt es m. erden sollte, Geist der lls für nicht tz der vielen te noch nicht Verschiedenheit als daß der ifilich für j Lin mit der Erwe uni isr. weniger die Knaben? hinein Gegcn- Nutzen nicht Grieben wird m sich unsre;n wollen, i— iß wohl, daß tt auseinanwunschenjs- . Pädagogin heutigen Zeit« iein, sondern darf uns Wichtig, festzues hat seine Lösung finden, m wichtigen unsere Gebannt wir r in unserm r Menschheit chluß folgt^ Ab un e Correspondenj. Am 13. u versammln vn sich ec. bescheidener bodi ziemlich freulicher Anfang, da jede Lanvdrostei vertretet, war. D^ qoer, eröffnet Aus dem Königreich ^Hannover*) 14. Juni fand zu Sarstedt die erste Genera! jüdischer Lehrer des Königreichs! statt. Es hatte Theilnehmer eingefunden, ein " z. Präsident, Herr Dr. Kayser die Versammlung durch eine h Streb, Er sprach den Erschienenen Dank für ihr r *J Dorläusfiz; wir erwarten noi» das ausführliche ing aus Hanno rzliche Ansprack e und Geb, >en aus ui Protokoll. Ri