Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 4 (1864)
- Issue
- 26 (30.6.1864)
- Date
- 1864-06-30
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Wächentlick 1 Nummer. Vierteljährlicher Abonnementöpreis J StH*. — 27 kr. Bei frankirter Zusendung unter Kreuzband jährlich 2 fl. 12 kr. Bestellungen nehmen all« Postämter und Buchhandlungen an. Der OTditnute Jestrer. Anzeigen zu 1 Sgr. die Petitzeile. vinsendungcu entweder direkt, an den verant» worklt^cn Redakteur oder an die Derlagshandlung. Drgan ^ür dhk Schule, die Familie und Pas Gemeindeleben des Zudenthums. Herausgegeben von I. Klingenstein, Jgna; Lehmann und 21. Treu. N°. 2C. Mainz, den 30. Juni 1864. (Vierter Jahrgang.) WM- Mit dieser Nummer schließt das zweite Quartal unserer Zeitschrift, und ersuchen wir die geehrten Abonnenten, welche dieselbe durch die Post beziehen, um alsbaldige Erneuerung des Abonnements bei. den betreffenden Postanstalten. Tie von uns seither unter Kreuzband direkt versendeten Blätter werden wir jedoch auch fernerhin an die betreffenden Adreffatcn senden, wenn nicht diese Nummer an uns zurückgeht. Den Betrag für diese Krenzbandsendungen (fl. 1. 6 kr. rh. — fl. 1. 10 kr. ö.W. ---- 19 Sgr. c. incl. Porto, per Semester) werden wir alsdann, wenn dessen Einsendung nicht früher bereits geschehen, wie gewöhnlich durch Postvorschuß erheben. B e r i d> t über die X. Persammlung isr. Lehrer in Rheinhcflen, ’ abgcbalten zu WorniS, am 26. Mai 1864 (Fortsetzung.) Ilr. Rosenfeld aus Worms. Der Conflikt zwischen Lehre und Leben darf keinen Einfluß haben ans den Unterricht in der Schule. Das Religionsgesetz ist gegeben: der Lehrer trägt es vor) und hat sich weiter nicht darum' zu kümmern, ob dcK Haus auch die Ausübung gibt. Dr. Rothschild. Allerdings; — dochfwird der Lehrer in vielen einzelnen Fällen sich hüten müssen, immer die ganze und volle Wahrheit zu sagen; die Erhaltung des guten Verhältnisses zwischen Vater und Sohn, insofern es ohne Gefahr für die Religiosität des Kindes möglich ist, ist auch eine heilige Religionspflicht, eine Pflicht der Schule. Hirsch macht auf den Satz aufmerksam: ncrn ‘rrcr rx: :x~*n icx Brandeis. Auch die religiösen Veranstaltungen und die Gebete selbst sind zuweilen für unsere Zeit und für unsere Kinder unwahr. Möchten doch die Pabbmen für eine Reform des Gottesdienstes Sorge tragen. .. Der Präsident glaubt diesen Gegenstand »erledigt, und geht mit Einwilligung der Versammlung aus das zweite durch die Tagesordnug ausgestellte Thema über: Die in der isr. Volksschule vorkommenden Lchrgegenstände des Ntligionsunterrichls und das Alaaß derselden. Referent: Herr Präsident, Lehrer Marx aus Alsheim. Meine Herren Kollegen und Freunde! Sie haben mich bei der vorjährigen Consercnz in Alsheim mit der Beantwortung einer Frage betraut, die gewiß zu den wichtigeren! für die isr. Schule und deren Lehrer gehört und die darum! einer genauen Prüfung unterworfen zu werden verdient. Auch unsere Collegen in Rhcinbayern besprachen dieselbe auf; ihrer Herbstconferenz 1862, und wäre es zu wünschen, daß alle isr. Lehrer - Conserenzen Deutschlands diese Frage ver- ■ handelten, um so nach und nach den Standpunkt klar zu! machen, auf dem wir als deutsche isr. Lehrer stehen müssen. | Es dürste vielleicht Manchem diese Frage überflüssig erj scheinen; demjenigen nämlich, der da glaubt, daß wir I Lehrer hierüber nichts zu beichlieh-n nöthig hätten. weites ja klar zu Tage liege, welche Gegenstände zu unterrichten . seien, und weil ferner theils die Vorgesetzten Behörden, theils die Gemeinden unfern Stunden- und Lcktionsplan sestsctzten, wir also uns darum Nichts zu kümmern bräuchten. Meine! Herren! Wer auf diesen! Standpunkte steht, für den sind l Besprechungen über Schulfragen, für den sind Konferenzen l überhaupt nicht nöthig. Tie Zeiten ändern sich und mit! ihnen die Menschen. Ter denkende vorwärtsstrebende Lehrer j wird immer Fragen heranzuziehcn suchen, die oft Lebeys- > fragen für die Schule sind, deren Besprechung oft von großer | Tragweite für die weitesten Kreise und somit von bedeu- ' tendem Einfluß auf die Ansichten der Gemeinden und vor-; gesetzten Behörden sein kann. Finden wir nun nicht gerade in dem zu besprechenden Thema ein solches, daS, bei den verschiedenen Ansichten und Richtungen der heutigen Zeit gehörig erörtert zu werden verdient? Schon der erste Theil desselben: „Welches sind die Gegenstände des Religions-Unterrichtes in der isr. Volksschule?" wird je nach dem Standpunkte, den der Einzelne, sei er Lehrer, Vorgesetzter Beamte :c. rc., einnimmt, verschieden beantwortet werden. Der Eine, von orthodoxem Standpunkte ausgehend, will nur hebräisch, sogar außer den in unserm Lektionsplan gewöhnlich aufgesührtcn Gegenständen gern noch Raschi, Talmud re. rc., der Neologe will oft alle i diese Gegenstände aus der Schule verbannt und gar nichts Hebräisches unterrichtet wissen. Der Lehrer nun, auf welche