Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 4 (1864)
- Issue
- 25 (23.6.1864)
- Date
- 1864-06-23
- Page
- Seite 99 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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99 Eine hiesige Lehrerin bittet um Concossion für Errichtung einer Lehund Erziehungsanstalt füt junge Mädchen. Hiergegen trit: ein human klassisch - gebildetes Mitglieds der Schulkommission auf und sagt etwa Folgendes: er wundere sich daß die Bittstellerin sich einrcde, allen Kindern eine Erziehung geben* zu können, da der Grund aller Erziehung Religwn sei und eine Nicht-Christin doch keine sittlich-religiöse Erziehung geben könne; er wolle daher die Erlaubniß mir) für Kjnder jüdischer Elteiin ertheilt baden. — Allerdings erhoben sich andere Mitglieder der Schulkommijsion, worunter ein Jude, dagegen und machte namentlich Letzterer geltend, daß das Judmthumj keine Proselytmmacherei kennc, daß Juden in öffentlichen Stellungen durch ihre Unparteilichkeit sich überall Vertrauen erwerben, daß in andren Staaten solche Privatschulen vön Juden existiren, daß katholisch« und jüdische Kinder, Protestanten, und pro tcstantische un) jüdische Kinder, Katholiken als Lehrer hier haben, daß die Bittstellerin ja ausdrücklich versprochen, ken confessionellen Peligionsunterricht von d:n betreffenden Geistlichen crtheilen;u lassen und sich selbst einer Prüfung zu unterwerf«n. Andere Nitglieder stimmten dem bei, hinzusügend, daß es wünschenwerth sei, bei der stark vergrößerten Bevölkerung no«h ein Institut zu besitzen, das durch billigeres Schulgeld a> ch den Kindern wenig bemittelter Eltern die Erlernung der hier so nothwcndigen fremden Sprachen re. erleichtere. , Nachdem die Bittstellerin nun von der Negierung abschläglich best sieden, und zwar, wie das Dekret besagt, aus anderen - localen — Gründen, so sehe ich nicht ein, warum man nicht die schv l früher am Platze gewesemc? Frage öffentlich stellt: „War: in soll rin Jude eine sittlich-religiöse Erziehung nicht geben k innen?" 1 Hat denn das Christmthum nicht sein Sittengesetz dem Judenthum entnommen und hat nicht der große jüdische Weise hillel (und.zwar lange vorher ehe das Gleiche von Jesus Jb« richtet wird) zu einem Heiden, der das Gesetz schnell kenner lernen wollte, die schönen!Worte gesprochen: Mein Sohn, liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst, das ist das höchste Gesetz — das Uebrige ist Conrmentar." — Ein Anderes nal that er den Ausspruch: Was Du nicht werden bei geringer Ben erbung nunmehr auch mit verheiratheten ältern Lehrern durch Präsentation der Gemeinden besetzt. Früher gelangter in der Regel nur junge unverehelichte Männer dazu, weil man sich der Furcht hingab, der Lehrer werde auf seiner neuen Stelle sofort nichts ' ' ' i, at Besseres zu thun haben und Kinder der selbst so znr Ernährung hinterla sen. Es ist uns eine Satisfaktion zu sehen, wie die Geme Lehrer bekommen und und mehr aus solche befe Bayer Frau die muß unser in kultueller uns Israelit wenig Neues Schulstellm, als zu sterben und so seine Frau armen Gemeinde in min und ni’Jj? willst, daß man Dir thu' das thu auch , Wahrlich, sol he Aussprüche sollte jeder C sollte wirken, daß die vom Judcnthume „sittlich-religiösen" Grundsätze der der „Gerechti zkcit für Alle" zur Wahrhei dann bekommen wir eine Jugend voll vdn Moral und Religion und dc nn bricht die Zeit heran,!die der Seher des Älterthums v rrkündet, die Zeit „wo die Erde voll sein wird der Erkenntniß, wie Waffer dm Meeresgrund bedecket!" — inem Andren nicht., eistliche sich merken, zuerst verkündeten .Nächstenliebe" und werde,.dann, nur l, im Juni. Wenn cs wahr ist, daß die ist, von der nian am wenigsten spricht, so Hayerland, dies Sprichwort varauf angewcndet, pädagogischer und politischer Hinsicht, was tjii betrifft, ein Eldorado seih, dmn wenig, gar von Belang ist zu berichten Die erledigten tud es waren gerade die bessern, wurden und nden froh sind, wenn sie nur einen dabei vornehmlich auf Tüchtigkeit Bewerber restcktiren, die -ein Seminar besncht, als arf modernisirte Bachurim, die „in Frömmigkeit machen." - — Bezüglich der Besetzung der Rabbinerstellen herrscht ziemlich Willkühr. Zwei'von den ans dem Ausland berufenen Männern haben Aussicht ihre Stellm desinitv nicht zu erhal en: nämlich Di-. Engelbert in München und Dr. Hirschfel! in Augsburg. Bezüglich des erstgenannten Herrn, der ein tüchtiger Prediger ist . aber bei dm Alten nicht in Gu ist steht, darf es als Anomalie bezeichnet werden, daß die Regierung von seiner 3jährigm Amtsführung bisher;ar keine amtliche Kcnntniß hatte. Besteht doch in Münzen nicht einmal eiste öffentliche Religionsschule, und wird die zwar tüchtige des Herrn Wolfsheimer nur durch Srbventiou Seitens der Gemeinde erhalten. Von Müncher gehen unsere Gesetze aus! Drum sind sie eben dort nich zu Hause. So ift’jS auch auf andern Gebieten. , - In einem politischen Blatt (Korrespondent von und für Deutschland) müh! sich seil einiger Zeit ein mystischer protestantiicher Geistlicher in ellenlangm und bezahlten Artikeln ab, uns zu-'den eisen, daß der Messias schon gekom- 'men ist und bittet gar demüthiglich ihn zu widerlegen. Kam' nur bei solche» Gezänk etwas anderes heraus als gegenseitige Erbitterung und leidenschaftliche Heftigkeit Seitens des christlichen T Heils, der gewöhnlich persönlich wird, und wärm Wind un) Raum gleichmäßig vertheilt, dem Mann sollte sein Will: in einer Weise ’ geschehen, daß ihm die Augen tropsten. Bei solcher Gestalt der Sache aber haben jüdische Stimm:» bis jetzt klüglich geschwiegen und Recht daran gethan. Rur ein Protestant, er nannte sich Ludwig von Breinen, ließ eine gehamischte, natürlich ganz rationell gehaltene Ew gcgnung von Stoppel; und wie fielen sie über ihn her, die frommen Herren! Christliche Laien kümmern sich jedoch in wenig darum wir wir. — Auf einer kürzlich gemachten Reise ins Württembergerland lernte ich den Kirchmstreit, welcher dort zwilchen der Oberkirchenbehörde, r:sp. dem gebildeteren fortschrittlichen Thcil der Württemberg!«' Israeliten und den Stabilen, natürlich von bekannter Seite her geschürt, geführt wird, kennen von welchem Ihr Blatt, in so weit mirs zugekommen ist, noch keine Notiz genommen hat, obschon es die Lehrerwelt mitberührt. Den ersten Anstoß dazu gab ein Jurist jüdffchm Glaubens, der gar nicht nach jüdischem Cermoniale weder in, noch außer dem Hauielebt; das Material zu dm Streitschriften liefern "«der'zwei isr., sonst tuchlige L-'hrer und der Gabiah bcu-pstsah — unter welchem Ramm die zwei Streitschriften schienen, soll der vormalige würtem bergische Rabbiner Saiem p.x — n1?« N^pn Px fein, und soll das Ganze mit Mainwasser zusammengebraut