Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 4 (1864)
- Issue
- 25 (23.6.1864)
- Date
- 1864-06-23
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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BWxntlirfi 1 Nummer. Vierteljährlicher Abvnoementsprels t Tblr. — 27 fr. Bei franttrter Zusendung unter Ikreuzbond jährlich 2 fl. 12 h. Beitellungen nehmen «Ic Pnftimter nab Buchhnndlnngen an. Der «nwAMke Lekrer. Snjeigen ,u i Sgr. *' U« Petitzeile. Einsendungen entweder direkt an den verant. «örtlichen Redakteur! «der a» die BerlagShaudiung. Organ für die Schule, die Familie und das Gemeindelebei - Herausgegeben i von I. KUngenstei«, Ignaz Lehmann und A. des Jud'Mthums. reu. N°. ss Mainz, den 23. Juni 1864. Herter Jaltrgang.) Bericht über die X. Versammlung isr. Lehrer in Wheinhessen. abgehalten zu lorml Schrl da; ec Alt Eonneberg stimmen gewiß mit Referenten für dq unfern Dank ausä' etwas Wichtiges In der Schule w keit gelegt. Die nicht aus der Schule schwatzen" durch bewiesen, es für einen Fehl Warum soll in u Mündlichkeit" zug Thun vor den Kind nicht, daß ei zählen darf? Wir) „aus der Schule Sch Und wenn es zu schwätzt und der L zu bestrafen; wird Hirsch aus Ansicht, und glaub^ nicht verbieten dür die Welt wissen. Praxis selten Ge Wahrhaftigkeit bei Ihnen Vorhalte: bestraft werden," Marx aus das Kind zur Lüg« es ja doch nicht gl Lehrer und die Sl lügt. Seligmann zu Hause erzählen, straft worden. am 26. Rai 1 HO4. * (Fortsetzung.) aus Bechtheim. Meine Herren Sie mir überein , wenn wir dem verehrten s eben vorgelesene werthvolle Referat sprechen, äürin, erlauben S>e mir auf rauf Bezügliches aufmerksam zu machen, d gar oft der Keinr zur Unwahrhaftig- Lehrer verbieten dem Kinde: „Ihr dürft e schwatzen;" daß man dies „Aus der ür ein Kap taloer brechen hielt, wird dacs sprüchwörtlich geworden. Ich halte wenn wir dem Kinde dies verbieten, rserer heutigen, der „Oeffentlichkeit und «neigten Zeit die Schule ihr Leben und gen der Welt verbergen? Denkt das das, was recht und wahr ist auch nicht gerade durch das Verbieten des watzeni " dasselbe wohl befördert werden? Hause gefragt wird, wenn cs dann doch hrer fragt dem Schwätzer nach, um ihn es da nicht gerade zuin Lützen gebracht? Guntersblum. Ich bin der gleichen ,/fdaß wir das „Aus der Schiile schwätzen" in. Was in der Schule geschieht, darf tzch habe auch in meiner langen SchullPenheit gehabt, über den Mangel an meinen Schülern zu klagen. Wenn ich Sage die Wahrheit, so wirst Du nicht erhalte ich die Wahrheit. s» lllsheim fürchtet, daß gerade dadurch ,< veranlaßt werden möchte! Gerade, weil c straft, hält es für bedeutungslos, den chüler sein Unrecht wissen zu lassen, und aus Osthofen. Das Kind soll nitzt daß und warum ein anderes Kind ge- Bielfacher Widerspruch. Das Ehrgefühl darf nicht abgestumpft werden. | Klingenstein glaubt daß die Erziehuüg im Hause dazu beitrage, die Wahrhaft gkeit aus den Herzen, der Kinder zu verbannen Die oeaenwärtige Zeit erzieht zum Scheine, ihr Hauptaugenmerk ist das Aeußere, im Hause soll Alles anders scheinen, uls cs wirklich ist; der Vater und die Mutter wollen für etwas anderes gehalten werden, als fie sind, und so geht s fort. Das ist leider insbesondere auch in den jüdischen Häusern der Fall, wo das Streben nach Pomp und Lrxus in erschreckender Weise zugenommen hat. Ir; einer olchen Atmosphäre gedeiht die Wahrhaftigkeit des Kindeshe czens nicht. Arbeiten wir, soviel wir vermögen, diesem .Krebsschaden der Zeit entgegen, und wir werden der Wahrheit dienen. Nathan aus Gernsheim: Noch etwas Anderes, meine Herren! was uns uuf un er vorjähriges Thema: „Schule und HauS" zurückfi hrt. Wenn das Haus irreligiös rst, wenn im Hanse der Sü'bath entweiht wird, was hat der Lehrer zu thun? Wie vermeidet er den Conflikt mit der Wahrheit? ,Darf er beim Religionsunterrichte, als Religionslehrer, das was de r Vater Urirechtes thut, hervorheben, das Kind dadurch, daß es seinen Vater als Sünder betrachten muß, in Conflill mit seinem eigenen Herzen bringen? Ist der Lehrer «elbst nicht unwahr, wenn er nicht frei seine Meinung är ßert, wenn er die Handlungen des Vaters beschönigt. ES entspinnt sich hierü>er eine lebhafte Debatte, deren Resultate so zusammenfassen sind: man sage die Wahrheit offen und ungescheut, jedoch mit Vermeidung jeder! persönlichen Anspielung, um solche Konflikte nach Möglichkeit zu verhüten. Dr. Rothschild aus Alzey. Man kann hierüber nicht eine ins Einzelne gehe, de Regel aufstellen.. Der Conflikt des Religionsgesetzes n it dem Leben ist vielfach Vorhänden. Der Lehrer suche jedoch vorallem den Conflikt zwischen Vater und Sohn z i vermeiden. Man muß immer nur die Wahrheit sagen, aber nicht alles sagenj, was wahr ist, ist ein bekanntes Spric »wort. Der Lehrer soll darum nicht zu speciell eintreten ür solchen Fällen, wo dieses Eintreten derartige Conflikl e mit dem Vater herbeiführen könnte. Der gesunde und religiöse Sinn des Lehrers muß das Rechte in den einzelnen Fällen treffen. (Forts, f.)