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Der israelitische Lehrer · 1864-05-26 · 21 (26.5.1864) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
4 (1864)
Issue
21 (26.5.1864)
Date
1864-05-26
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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rl WLck'kntlick' 1 Nummer. Bierteljädrlicher dlbonnement^preis j Tl'lr. — 27 kr. Bei frankirter Zusendung unter Krcu;band jährlich 2 fl. 12 kr. Bestellungen - ncbmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Der IsmeMsclre /liijetgeu z» 1 die $cti;;;iljc. Einsendungen cntwede direkt an den verantwortlichen Red iktcur oder an di Birlazohandl» na. Organ für die Schule, die Familie und das Gcmeindclebcn des ZnvcnrKmns. i Herausgegeben von I. Klinqenstein, Jgna; Lehmann und A. Treu. 31 Mainz, den 26. Mai 1864. (Vierter Jahrgang.) Anregung gaben. Unsere gewürdigt, perhorreszirt, Das Lesebuch als Mittelpunkt für Alles. Unter dreier Ueberschrift brachte die allg. deutsche Lehrerzeilung Nr. 6 d. I. einen Artikel, der uns so ganz aus der Seele gesprochen war, daß wir nicht umhin können, hier Einzelnes aus demselben wiederzugeben und unsererseits einige Bemerkungen vorauszuschicken *) Die Lesebuchfrage war eine kurze Weile eine brennende. Sie ist seit einiger Zeit nicht vorgerückt. Wir dürfen nicht versclilen, daran zu erinnern, daß wir es waren, die in einem Artikel im „Stein'ichen Volkslehrer" (1857) einige Grundsätze über das Wesen eines unseren Ansprüchen angemessenen SchuUesebuches äußerten und dadurch öffentlich die Anschauungen sind damals nicht iniißvei standen worden. Bis zur Gegenwart sind cs blos zwei Schullesebücher, welche als solche in der jüdischen Schulwtlt Anerkennung, Bedeutung und theilweise Einführung zu erringen im Stande waren, Hästers — Hecht und Stern. Wir wollen auf eine Besprechung derselben hier nicht eingchen. Auck> handelt es sich im Nachfolgenden nicht so eigentlich ums Lesebuch, sondern um das Lesen, die Leicstunde, d.n Leseunterricht — die Verwendung des Lesebuchs. Dennoch wird der Zusammenhang beider Fragen wohl sich von selbst ergaben. Und man thut gut, sich so rgancke Grundsätze immer wieder von Neuem vorzühalten, um sich zu vergewiffern, daß cs noch immer unsere Grundsätze sind. Wir fragen uns auch heut? noch, warum eigentlich ein isr. Schullesebuch nothwcndig ist? Da erhalten wir denn allseitig zur Antwort: nur deshalb, weil die meisten Schullrsebücher in ch rist l. Geiste geschrieben, der religiösen lieber zcugnng des Juden also nicht consorm sind. Um also dem Zwiespalt zu entgehen, in welchen der Lehrer kommt, so er nichtjüdische Aussprüche des, Lesebuches geradezu vielleicht bekämpfen müßte, brauchen wir ein Buch, das rein aus allgemein pädagogischen und sittlichen Giundsätzen ruht, und in sofern jüdrich ist — aljs es nichts Unsilbisches cnthätt. Ein Lesebuch mit positim jüdischem Inhalte — iinsoscrn wir das positiv Jüdische nur in dem auss chließlich jüdischen finden dürfen wir schon darum gerade nickt vm langen, weil mir eben dann in den Fehler verfallen,' dem wir in unseren jetzigen — christlichen — Lesebüchern rügen.'' Wir glaubcn, di« vrl.mbnifl drr gerhrlrn Redak!i>>n der ob ngenavn» tcn Zeitschrift vorauosktzcn (u dürien. D. N. d. ier. L. Ob mir jedoch diesem positiv-jüdischen Elemente keine Stelle in ünierm Schullesebuch einräumen dürfen, wenn wir dasselbe geradezu n u r für die j ü d i s ch e Schule schreiben, bleibt vorerst eine offene Frage. Schreiben wir aber ein Lesebuch, und wollen wir demselben eine-recht große Verbreitung gönnen — was doch die nicisten, die ein Buck schreiben, voranssetzcn7 — so müssen wir allerdings über die pädagogischen Principien nach welchen wir arbeiten, Klarheit gewonnen haben,' und setzen dieselben der öffentlichen Beurtheilung aus; denn: „wer Bücher schreibt,» schiebt Kegel." . Prüfen wi , nun an dem, was der genannte Artikel der allg. d. Lchrcrzeitung sagt, in Etwas, wie unser „Lesebuch der Zukunst" sein und nicht sein soll. Ich setze noch eins voraus: daß unsere Leser kerne Anhänger der preußischen Schulregulative sind, die uns als Juden gewiß, nicht anl'prcchen. j" Der bezeichnet? Artikel beginnt: .! „Die Wahrheit zu finden ist darum so schwer, weil der j Mensch sehr oft, wenn er einen Jlirthum erkannt und ver-! lassen hat, in einen andern verfällt. Die Geschickte der i Pädagogik ist hierzu reich an Beispielen. Unter den Unterrichtsniethoden können besonders die für dem Muttersprachunterricht davon Zeuaniß geben. Als man „Becker-Wurst" in den Volksschulen erniührte. gab cs leinen Jubel, als hätte man den Stein der Weisen gesund n. Das Alle war allerdings nickt das Wahre, aber das Kene eben guck nickt. Manchmal, so will es fast scheinen, schiebt man auch mit Absicht in die Volksichulpadagrgik rasch einen Jrrthum ein, umhangen mit einem tänschl irden Mantel, um nicht! zur Wahrheit kommen zu lasten, lümlich wenn man sieht,! daß sich ein alter Jrrthum nicht nein' halten läßt. Viele,! die es ehrlich mit der Sacke meiner, werden damit getauscht > und geblendet und stoßen kräftig mit in die Lärmt, ompete, j die noch nie Da gewesenes und „reine Wahrheit, kein Ge-! dichte" verkündet. ' Ein solcher Fall hat sich zngi tragen mit dem Anschluste der Realien in der Volksschule ar s Lesebuch. Vielen Leuten sind die Realren in der Volkss hule ein Dyrn im Auge. Ihre Einiührung ließ sich aber nicht zurückhalten. Was mar zu thun? Man rührte das vermeintliche Gist in einen Saft, der als Gegengift wirkend-mußte. Kurzsichtige gab cs genug, die das so ganz vortrefflich fanden und nicht I

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