Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 4 (1864)
- Issue
- 20 (19.5.1864)
- Date
- 1864-05-19
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Wichtitlick, 1 Nummer. /7) p t» Btertrljährltcher Äbon- »ementspreid i Tblr. — 27 kr. Brr frankiruntrr brlick 2 fl. 12 kr. Bestellungen nedmro atte Postämter und Lachhand'.ungn» an. trr Zusendung Kreuzband ja KmeWsrlw AeKrer. Knzeigen zu 1 Sar. tic •fctttjJil«. (finfrntiingcn cnrwrde birrft an den verant» w»«Ii.lcn stkedakecur ctrr an die Berlagsdandlung. Organ für die Schule, die Familie und das Gemeindeleben des Judentums. Herausgegeben : von I. Kli«ge«st-iu, Jgna; Lehmann und A. Treu. IX". so Mainz, den l'i. Mai 1864. (Vierter Jahrgang.) Recenfionen. Jean Paul Friedrich Richter als Pädagoge, nebst einer Auswahl pädagogischer Kernstelle» aus Jean Pauls Werken. Lebrern und Erziehern dargeboten v. G. Wirth. — Brandenburg a. H. 1863. Druck und Verlag von Adolph Müller. Diele intereffante Schrift gibt ein Bild vom Leben des berühmten Mannes, der überall — als Dichter, wie als Pädagoge — ein ganzer Mann, und gerade seiner Originalität willen, die ihn „über das Gemeine" erhebt, von allen, Lehrern gekannt sein müßte. Wie er über Erziehung gedacht, sehen wir insbesondere aus den Kernstellen, die dies Schriftchen bringt, und die verdienen, die Wahrsprüche für das Leben der Erzieher — Eltern und Lehrer — zu werden. Für den Denkenden ist ein solcher Kernspruch Stoff zu tagclaugcm Sinnen. Darum, wer die Werke Jean Paulsnicht ganz zu erlangen vermag — der kaufe und lese an diesem Buche; so Nein es ist, er wird lange Geistesnahrung daran haben. 1) Uebersicht der Geschichte der' deutschen Dichtung, von Carl Gödecke. Erste Hälfte, Dresden, Louis Ehlermann. 2) Leitfaden zur Geschichte der deutschen Lite ratur, bearbeitet für höhere Töchterschulen, weibliche Erziehungsanstalten und zum Selbstunterrichte von E. Maier. 2. Auflage.. Ebendaselbst. Wer die deutsche Sprache und das deutsche Volk kennen lernen will, muß seine Literaturschätzc, muß die Entwjcklungsgeschichle des deutschen Geistes kennen. Beide Schriften 1 befördern solche Kenntnis;, l ist insbesondere für' weitergehende Kenntniß der gelammten deutschen Dichtung zum Studium für Lehrer geeignet, 2 hingegen gibt ein prägnan tes Bild aller Literaturerscheinungen, und deren Kenntniß in einer höheren Töchterschule unentbehrlich ist. Beide Schrif- , ten sind mit vieler Wärme und Eachkenntniß geschrieben. Unsere Muttersprache in ihren Grundzügen nach den neueren Ansichten dargestellt von vr. Ferd. Hermes. 3. verm. und verbefferte Auflage. Dresden 1863, Verlag von I. Guttentag. Ein Echriftchen, das/vom Laut ausgehend, zum Worte und Satze fortschreitet, und so das ganze Gebäude der deutschen, Sprache anschaulich darstellt. * Die Regeln zeichnen sich durch Prägnanz aus, und sind klar und verständlich gegeben. Rach Art dieser Schriften bescköstigt sich jedoch der Herr Versaffer mit so Manchem, das natürlich iür unsere Schule ohne Werth ist. Erlebnisse eines Volksfebullehrers. I. (Schluß.) In Deutschland, wo die vorzüglichsten Schriften eines Lüben, Stöckhardt, Roßmäßler, Crüger, Ule, Berthold rc. auf dem Gebiete der Raturwiffenichasten erschienen sind und wo der Lehrer täglich Gelegenheit hat, sich von der Rotbwendigkeit des Anschauungsunterrichtes in der Volksschule zu überzeugen? ist t* »ibelflustsi, omi A.rschaumigS unterrichte das Wort zu reden. Dcsien ungeachtet wird dieser so wichtige Unterrichtszweig oftmals auch in der Heimath Diesterwegs geistlos, betrieben und viele Klagen über Disciplinlosigkeit verschuldet der Lehrer und nur der Lehrer. Wohl ist nicht jeder Unterricht geeignet, intereffant vorgetragen zu werden; doch geistlos mechanisch soll in unseren Schulen kein Gegenstand gelebrt werden; am allerwenigsten aber in der isr. Volksschule, die mehr als alle Anderen die Aufgabe hat, den Geist zu pflegen und zu wecken. In Folge einer im Austrage der Regierung unternommenen naturwiffeuschaftlichen Reise des Rektors der Anstalt wurde uns denn auch das mathematische Fach in den oberen Klassen der Realschule übertragen, und, obwobl Mathematiker von Fach, sahen wir doch bald ein, daß es ganz etwas Anderes ist. Erwachsenen einen mathematischen Lehrsatz zu entwickeln, als Kindern die einfachsten Regeln des Rechnens zu erklären. Kein Gegenstand der Volksschule verdient mehr unsere Aufmerksamkeit und Pflege als der Rcchenunterricht; keiner aber auch wird mehr vernachlässigt und mechanisch betrieben als gerade dieser^ Nachdem wir gerade auf diesem Gebiete so manches Reue witzutheilen in der Lage sind, werden wir vielleicht später einmal die Lehre von den Brüchen und ihre Anwendung für das Leben übersichtlich folgen lasten, und behalten uns auch vor, auf das elementare Rechnen in einem späteren Artikel zurückzukommen.