Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Lehrer · 1864-05-12 · 19 (12.5.1864) · p. Seite 76

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
4 (1864)
Issue
19 (12.5.1864)
Date
1864-05-12
Page
Seite 76 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/4896751-5428744-5431371--0778-4897391
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

76 Bemerkung, daß sie sich hierdurch um ihre Wittwen und Waisen verdient machen können, indem sie fich vom Rabatt in 'eine sichere Lebersversicherung einkaufen. Es ist dienur ein Zeug- »iß sür unter Borbaben, denn, wenn Herr Büchner solche Resultate aus dem Rabatt ziehen lassen will, so muß dieser sicherlich greß sein, und da ein solches Echristclen nur 24 kr. kostet, Herr B. aber auch noch den Buchhandel bethriligt, und selbst den Eoltzcrt ur macht und auf dem Verkauf herumreist, und davon leben »iS, so läßt sich daran erm ffkn, wie groß der Ueberschuß aus einem solchen Unternehmen sein muß. dos an und für sich andere Grundlagen hat und - wo. der gelammt« Verdienst ohne Abzug stir Colportage und BuckhLndlerrabatt einem auch noch andere Hülfsmittel besitzenden Vereine zufließt. — klebrigen» ist der Humtmg B.'s denn doch lächerlich; denn, wenn e n Lehrer auch 50 solcher Kalender verkaufte und 50 Proc. erhielte, lo würde das noch hange nicht zum Einkauf in eine Lebensversicherung hiureichen. Unsere College« werden sich wobl durch eine solche, anderem Zeituugsschwindel ähnlichen Reclam« nicht täuschen lasten — In Paris starb am 2. d. M. der berühmte und gefeierte Tondichter — jütischer Abstammung — Giacomo Meverdeer. Mit diesem sank'wohl der letzte der Künstgröß n israelitischen Stammes in die Gruft, dieseitcer amHimmel der Kunst als Sterne erster Größe glänzten: Mendelssohn-Barlholdy, Halery, Rachel; wahrlich wenn, auch Meyerbeer unseres Wissens nie etwas für Juden und Judenthum tdat, also an und für sich keine Bedeutung für uns hat, so erregt doch das unser schmerzliches Bedenken, daß wieder ein gefeierter jüdischer Ramc aus der Zahl der Le! endigen schwindet, und wir uns bald vergeblich ueA solchen israelitischen Männern umschauen, die zu den H.roen auf geistigem- und Kunstgebiete der Menschheit gebären, woran das vergangene.Halbiahrtundert eso reich war! — Die obengenannten Halevv und Rachel baten übrigens jüngstenS beide Monumente erbalten, Halcvy auf dem jüdischen FriÄhof, wohl das erste Monument dieser Art. (eine Säule worauf die Büste Halerd's) das auf einem jütischen F:iedtvf ist, »nd Rachel im Peristvl derestaurirten iliüLtru fran»ais. Gera, 20 April.. Unter der kreuzwitunglichen Herrschaft des Herrn v. Geldern wurde die verfassungsmäßige Gieichberecht'gung der Jud^n auigeboben. Dieselbe w eder herzustellen, ist ein Antrag mehrerer Abaeobtneten einaebeacht worden. Gegen diesen Antrag aber hat sich die Handelskammer und eine i Anzahl von Gewerbetreibenden in einer Petition erhoben, und eS ist fraglich, ob der Landtag den Mutb haben wird, Reuß als eine Insel der albernsten Judenjurckt in Deutschland bestehen zu lassen. (Z. f. Ndd.) — Am 7„ April beschloß das Common Council der City df! London, ihrem Mitbürger seit mehr als 60 J.ihr n, dem uner- ■ «üblichen Arbeiter für Befreiung und für das Glück2er Menschj heit. Sir Mokes Montefiere, Baronet, eine Botivtasel in goldenem Rahmen einzudändigen, und zwar in voller Versammlung. — Man meldet d. G. C. aus Pesth, daß jene Israeliten, die im Jahre 1848 während der dana!s in einigen Gegenden stattgesunkenen Judeukiawalle, an ihrem Eioenthume Schaden erlitten baben, j tzt Entschädigung rrba ten. D«e Entschätz gungS umme soll durch R Partition auf alle Familien jener Ortschaften bsrcingebracht werden, die sich am doitigen Krawall belbeiligt haben. - — In der Sitzung der Gr. Hess. 2. Kammer zu Dar«- stadt am 25. April i t-tpellirte der Ab.i. Metz wegen der Zurücksetzung der Juden tm Militär und insbesondere wegen der Abweisung derselben als Militärärzte im Jahre 1850. (Iw der gleichen Angelegenheit enthielt die Hess. Landeszeitung, Organ der Fortschrittspartei in Nr. 98 eine» sehr gut geschriebenen Artikel.) Seitens der RegierunpSbank wurde jedoch erklärt, daß eine solche Zurücksetzung und Abweisung niemals erfolgt sei, da das Kriegsministerium noch gar nicht (!) die Gelegenheit gehabt habe, über die Bewerbung eines Jude« um die Stelle eines Officiers oder Militärarztes Beschluß zu fassen. EinladiNlg Die diesjährige zehnte Versammlung derisr. Lehrer in Rheinhessen wird statlstnden zu Worms am Donnerstag den 26. Mai und Morgens präcis 9 Uhr ihren Anfang nehmen. Als vorläufiger Versammlungort ist bestimmt der Gasthof zum wilden Mann (Herr Cahn) am Schulhof, unweit des Marktes. Tagesordnung. 1) Bericht über die Thätigkeit des Bureaus ieit der vorigen Conferenz, und Rcchnungsablage re. :c. über den Lchrer-Leseverein durch den Bibliothekar Klmgenstein. 2) Anträge über eine Berändening der Statuten resp. über Scheidung des Vermögens der Conferenz von dem des Lehrer-Lesevereins.*) 3) Ucber die Gegenstände des Religionsunterrichts in der isr Schule und das Maas derselben. Referent: Marx. 4) Der Unterncht in der nachbiblischen Religionsgcschichte. Referent: Herzog. 5) Die Erziehung zur Wahrhaftigkeit' durch die Schule. Referent: Brandeis. 6) Erneuerung des Büreaus und Besprechung über den allg. Lehrcrunterstützungsverein. Wir erwarten recht zahlreichen Besuch, und sind unsere Collegen ans der Nähe und Ferne (bayr. Pfalz, Baden, Starkcuburg), sowie die Herren Rabbinen, Gemeinde-, Schulvorstände und alle Schulfreunde freundlichst eingeladen. Alsbeim und Odernheim, den 24. April 1864. K. Marx, z. Z. Präsident^ I. Kliagenstei«, z. Z. Schriftführer und Bibliothekar. •) Wir finden uns veranlaßt, dies hier zu erläitern. Es find mehrere Lehrer unter uns, welchen die moralische Verpflichtung keine wirkliche ist, und welch« sich von dem Lebier-Lesererein loegesagt haben, wählend sie die ^»ferenzen besuchen, und an dem, was hier geboten wird, passiven und aceiven Anlheil nehmen, ohne das geringste Cpftt zu bringen. Man wird uns verstellen. Nun hat aber unsere. Ea"e in Laufe der vergangenen.Jabre mehrfach bedeutend« Ausgaben z» Gunsten aller Lehrer und füi)tie Conferenz als solche gehabt, wo,» rechtlich auch jene beisteuern muffen. Wir werden als» den Antrag stellen, daß ' alle rbeinhessiscke, die Conferenz besucheude» Lebrer, welche nicht Mitglieder des Lehrer-Leseveretns sein wollen, »ine gewisse Summe als Eintrittsgeld zablen müsse«, welche zur Deckung jener nicht eigentlich zu« Leseverein gehörigen Ausgaben verwendet werven. Hiermit »erbinde ich die dringende Bilte, mir die noch rückstäodigeu Jabr.sl»«träge und vaeant» Schriften umgehend einzusenden. Oternbeim, de» 24. April 1864. I. 1k lingensteiu. _ , Veramworrucher »eLatieur: I. Xiingcnpctn in Ldernherm m »bemdchen; Selbstverlag der »evaktion. Für den Buchhandel: in ^Eammisfio» bei k. L. Fritz sch» i» Leipzig. — Da«pf-Schuellprrffendruck »»» I. Gottsleden in Mainz.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.