Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 4 (1864)
- Issue
- 17 (28.4.1864)
- Date
- 1864-04-28
- Page
- Seite 67 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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i — 67 — recht warm empfehlen. Der Verfasser ist Methodiker durch und durch, obwohl derselbe nicht dm jetzt in dm meistm Schriftm für die neuerm Sprachen beliebtm Weg der Ahn'fchm so wert verbreiteten Bücher einschlägt, sondem mehr der grammatischen Methode huldigt. Er spricht sich darüber in der Vorrede aus, sagt, daß er früher auch anderer Ansicht gewesen sei, ist aber davon zurückgekommen, „weil sich nicht verkennm läßt, daß ein solches Verfahren zu wenig Halt in sich selbst hat und nicht intensiv genug bildet, wohl gar eine Anleitung zur Oberflächlichkeit ist." Es liegt etwas Wahrheit in dieser Behauptung, obwohl wir nicht einsehen, warum ein consequentes Berfahrm nach jener Methode, wonach eine Uebung der Regel vorausgeht, uni derselben zur Grundlage zu dienen, nicht eben so. intensiv bilden könnte; anschaulicher ist der letztere Weg jedmfalls, als derjenige, der erst die Regel und dann die Sache gibt. Doch können wir demjenigen, der die englische Sprache gründlich erlernen will, diese Schriftm empfehlen. Das Elenimtarlesebuch mthält sehr gut gewählte Leseübungen, leitet durch angefügte englische Fragen zum Englisch sprechen an, und läßt sich als Lesebuch neben jeder Grammatik oder jedem Lehrgang gebrauchen. Correspondenz. Aus Dillich (Kr. Homberg in Kurhessen) im April. Es dürste interesiant sein, einen seltenen Fall von Toleranz und religwjer Freisinnigkeit aus einem kleinen Orte zu vernehmen. ^Jn Rothhelmshausm (Kr. Fritzlar) leben unter fast 300 Familien nur 2 oder 3 jüdische. Dennoch wurde gerade ein israelitisches Gemeindemitglied als Bürgermeister gewählt. Die Regienmg erklärte sich mit der Wahl nicht einverstanden, weil der Jsraelite G. Block zugleich eine Wirthschaft hat. (Sollte das der einzige und wirkliche 'Grund sein? Red) Er wird nichts dcstoweniger das Amt erhalten, da die brave Gemeinde auf ihrer Wahl besteht.; Zu Ungedankcn unweit Fritzlar, feierte man am 1. d. M. eine Synagogeneinweihung. Man hatte zur Leitung cher Feierlichkeit die Herren tir. Adler, Landrabbiner zu Cassel, und Wetzlar, Kreisrabbiner zu Gudensberg geladen. Es kam jedoch nur Letzterer. Die Feierlichkeiten waren angemessen und Herr Wetzlar sprach in ausgezeichneter Weise bei Ueberreichung des Schlüssels über den Vers vnar Dnajo. — Der Eintritt zur Synagoge war mit einem Eingangszoll von Sgr. belegt. (Auch eine schöne Gegend und ganz geeignet, die Synagoge dem Theater glcichzustel len. Red.) Hier sprach der gefeierte Redner in herzgewinnender Weise und erläuterte die Worte: in s:psn sou ns. Sein Wort bleibt gewiß den Anwcsendm unvergeßlich. Hier zu Lande wird zwar jeder Lhrer definitiv angestellt, besteht zwar ein Unterstützungsverein für kurhessische Volksschullehrer* *), und haben wir die Aussicht, daß auch *) Ja frtilitfi! uub zwar rrfiält jcte furf. bess. wo! lbestcllte ckriültcke Lckull.hrertwittwe jäbrlick in erster Klasse den nat 'uszel>- baren Wittwe-igehali von Rthlr.5, in zweiter "lasse von 4 und in dritter Kniffe von 3; sage mit „dunen" Worten fünf, vier und drei Tbalern in da t. Gewiß eine Summe, vie jede weitere Unteistützung für isr. Lehrerwiltwen übe. flüssig mackt. Redaktion. die isr. Lehrerwiltwen vom Staate unterstützt werden *), nichtsdestoweniger wäre auch für uns diese Kasse sehr erwünscht. (Jcr gewiß! Aber man thut ja in Kurheffen zu wenig dafür. Red.) Daran hat aber nur die Lässigkeit Schuld, und die Apathie unserer Lehrer, die sie auch dem „Isr. Lehrer," unserem Organe, ferne stehen läßt. (Ohne „isr. Lehrer" kein Verein! Der Verein kann nur durch und mit seinem Organe bestehen." Red.) Zu Ostern verlassen 0 israelitische Seminaristen das Seminar zu Kassel. Gemeinden, welche 2 Jahre lang und fast darüber keinen Lehrer hatten, hört man jetzt sprechen: „Jetzt wird unsere Stelle wohl besetzt werden, da ja zu Ostern Lehramtskandidaten zum Ueberflusse vorhanden sind." Dem ist aber nicht so. Es sind gegenwärtig so viel und noch mehr Stellen in Niederhessen vacant, als man Lehrer hat. Es kommt daher, weil mit jedem Jahre Lehrer in das Ausland gehen, wo dieselben einen höheren Gehalt als im Hessenlande zu beziehen haben. Obgleich sie der besseren pekuniären Verhältnisse willen sich iizs Ausland locken lassen, sind sie doch deßhalb nicht glücklicher zu preisen , als die Lehrer Kurhessens. Letztere haben zwar bis jetzt noch nicht an den Gehaltszulagen der christlichen Collcgen participiren dürfen, doch steht zu erwarten, daß man landständischerseits in der Folge die israelitischen Lehrer nicht als Stiefkinder betrachtet, und nach meiner Ansicht ist es dann in Kurhesien nicht schlechterals im Auslande. Wenn auch nur die verhciratheten Lehrer des Landes von der human denkenden Ständeversammlung berücksichtiget würden, so genügte das vorläufig. , . Werthan. Umschau. Zur Sacke des Unterstützungsvereins. Wir sind mehrsack angefragt worden, was eigentlich der Wirkungskreis der- „Benrkscom sei. Wir sind zu unserem Bedauern auzenblicklickr nickt im Stande, immer brieflich alsbald Aufschluß zu geben. Allein der Wirkungskreis derselben isi ja durch die Statuten und die Circulare ausgesprochen. Sie sollen vor allem die im Umkreise von 5—10 Stunden um den Wohnorten der 3 Com temitglreder berum wohnenden die Lehrer zum Beitritt, — entweder durch briefliche oder persönliche Ein.oirkung aufsordern. Das beste Mittel die-'zn wird wohl d>e Anberaumung einer Versammlung sein; kann jedoch «nick ohne solche abgemacht werden. Sie sollen dann diese zur Sammlung von Subscriptioncn auf Kalender und Jahr -ücker anke rern und die Anmeldunaen, was je'ock bis gegen so Gott will, Z it bat. an uns einsenden. (A»f einmal, zur Ersparung »edrfacher Portos.) Einzelne Lehrer, wclcke in Gegenden s>n>, wo noch keine BezirkSccmite's sind, sollen sich zusammensihließen und ibre Comite's selbst wählen. Später werden sodann die Büäer an ein Mitglied des Comite's, das uns hierzu deüqnirt wird, gelendet, das dann vie Weiterbeförderung, chie Erhebung und Einsendung der Gcl- ■t *) Man wird He in die dritte Klasse aus der kuriürsilicken Jöofbäcforci ein I jicn. Der OKva'.t reickt gerade bua Aber da müfs<n iie alle ern nach Kasjse! kui fürstlicken Hosbäckerci zu sein. — üSji es nick, gar zu sehr mm Weinen wäre aufnedmen und ibnen tägliH Oeeipscnnig - Bröbcken gibcü lä -bfcnnig: I in für ein oabrl ziehen, um in rer Rabe der tlck es wäre zum Lacken, wc>ut Rer. '