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Der israelitische Lehrer · 1864-04-07 · 14 (7.4.1864) · p. Seite 56

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
4 (1864)
Issue
14 (7.4.1864)
Date
1864-04-07
Page
Seite 56 (sequence 4)
Language
German
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56 so deckte er mit seiner ehrlichen Orthodoxie doch die Lauterkeit unsrer Bestrebungen und gab gleichzeitig als Devise an, daß das Judenthum mit seinen dSgmatischen Grundsä tz e n wie liebesthätigen Bestrebungen sich nur als ein einiges kenne, ohne Spaltungen, ohne Ausschließungen. Er ist nicht mehr. Aber unsere- Bestrebungen, wie die Grundsätze des Judenthums bleiben dieselben.'Um dem Verewigten daruni auch unsere hohe Theilnahme Md Achtung zu bezeugen, theilen wir auszugsweise die Rede mit, in welcher Hr. Rabbiner Or. Rothschild in Alzey am jüngsten Sabbat 1,26 v- M.) seiner Gemeinde von dem erfolgten traurigen Ereigniste Kunde gab. Er forderte seine Gemeinde auf,' stehend dieselbe zu empfangen, und die ganze Versammlung erhob sich und verharrte in dieser Stellung zum Zeichen der Achtung und Theilnahme. Die Gemeinde empfand auch an der gedämpften Stimme des Redenden, wie ihm die Theilnahme und jedes gesprochene Wort von Herzen' ging. Er versäumte auch nicht, dem Verstorbenen öffentlich den Tribut der Achtung zu zollen, die -er ihm als seinem ehemaligen Lehrer schulde. Er nannte ihn einen Dteister auf dem talmudischcn Gebiete Er sei mit ihm aus.dem Meere des Talmuds .geschifft. dessen Wege der Verewigte genau kapnte, auf denen er verstand, nach den entlegensten Gegenden hin sicher zu leiten, wie auch als geschickter Taucher werthvolle Perlen aus der Tiefe zu holen. Er stellte chn als Grenzscheide hin zwischen der Vergangenheit und-Zukunft und rühmte dabei, was jene Großes und Riesenhaftes für das gegenwärtige Judenthum geleistet. Redner nannte es eine große Erbschaft der Väter, welche oft um Vieles den Werth der Güter übersteige, welche die Kinder erwerben. Er nannte die Vorzeit unsere Mutter und die Rabbiner und Lehrer unsere Väter, und wandte darauf den Vers an: V?n pp. Der Heimgang des Verst. sei sogar geschichtlich bedeutungsvoll. Ein Jahrhundert gehe damit zu Grabe, da er im Denken und Leben ganz der Vergangenheit angehört, obgleich er von den Schwingen der Neuzeit mit berührt gewesen, auch andere Kenntnisse sich angeeignet und die Bestrebungen der Neuzeit, weit entkernt, sie gleich Anderen zu verdammen, liebevoll und duldsam neben sich gestattet habe. Er forderte vom! Leben nichts; Leben hieß bei ihm nicht, zum Unterschiede von der Neuzeit, „Genießen," sondern „Opfern." Er war ein Mann von Ueberzeugung und Charakter —, und darum j von Allen zu ehren. Abweichende Gesinnungen zeugen von I Gedankenlosigkeit oder Blasirtheit. Das Leben des Mannes i sei vielfach eine Fundgrube und Quelle für das Studium und Verständniß der Vorzeit. Auch der Gemeinde Worms zollte der Redner Anerkennung, die nicht rücksichtslos gegen die religiösen Anschauungen ihres Rabbiners eigenmächtig 'ein anderes Ziel verfolgte, sondern von der Hand ihres Führers auch im Alter nicht ablicß , die sie in der Jugend; so treu, so fest und sicher geleitet hatte. ANZEIGEN. Gesucht, wird: Ein anständiges zuverlässiges Frauenzimmer — isr. Confession — von guter Familie als Haushälterin bei einer kleinen Familie zum sofortigen Eintritt. Näheres unter M. F. 100 bei der Redaktion._._ _ Köhere Wchterschul'e zu Frankfurt a. M. (Pensionat und Schule). Tirector Ör. Leopold Stein', Schützenstraße 10. Beginnn des Sommersemesters am 1. Mai. — Eintritt zu jeder Zeit. — Prospecte, deutsch, 'französisch und englisch, bei dem Tirector, sowie'bei der löbl. Auffarth'schen Buchhandlung Laselbst. Das Hauptaugmmerk^jn obiger Anstalt ist dahin gerichtet, auf sittlich-religiösen Grundlagen eme gediegene, ächt weibliche, deutsche Durchbildung.-zu erzielen. — Für gründliche Erlernung der französischen und englischen Sprache, sowie für fleißig gepflogene Conversation in diesen Cultursprachen, ist bestens gesorgt; für alle sonstigen Gegenstände find die ausgezeichnetsten Lehrer der hiesigen Stadt gewonnen. — Das der Anstalt in wachsendem Maße, im In- und Auslande, zugewendte Vertrauen wird die Direktion zu rechtfertigen eifrigst bestrebt sein, indem sie ihrerseits den, ihrer clt-rllchen Obhut übergebenen Kinder^, für deren leibliche Pflege, geistigen Wachsthum und gemüthliches Wohltein tik^d gefühl stets die liebevollste Aufmerksamkeit gewissenhaft und sorgfältigst zuwenden wird. Für isr. Cltern! Mehrfachen Anfragen zu entsprechen, erkläre ich mich hierdurch bereit, einige Knaben in nrein Haus aufzunehmen, und denselben einen angemessenen Unterricht in allen nöthigen Wissensfächern (auch im Hebräischen, sowie im Englischen und Französischen) angedeihen zu lassen; sowohl als Vorbereitung zum rni*/? 13 (Confirmation) als zum Eintritt in eine höhere Lehranstalt oder in ein Geschäft. Erziehung, Aufficht, Kost und Pflege werden die sorgsamste, letztere jedoch ländlich einfach sein. Weitere geeignete Lehrkräfte stehen mir zu Gebot. Sftär möglichstbillig. I. Klingenfiein, Odernheim in Rheinhessen. Briefkasten. Heprn Lef in U. Der Gegenstand Ni, so lange nicht erwiesen ist, daß durjck die Anlage der Gelter in Gewinnstloose die Zwecke des Vereins nicht erfüllt werden, Kranle nickt unterstützt und an Rethleidend« nicht geipentet wird, nickt klar und crwiesen genug, um deßbalb eine Polemik anrufartgen. Auch liegt er der Tendenz unserer Zeitsckrift viel zu ferne. Das Rcscript des Rabbinats, das übrigens Ihren Brief so beschwerte, daß ickslZ kr. Mehrporto zahlen mußte, folgt. — Herrn SB. Hschl. i» F. — Gut und lieb! Arbeiten Sie nur, was Ihnen beliebt, und unserer Tendenz entspreckend ist. — Hcrrr G. in A.- Ihr Gedicht ist recht bübsckeignet sick aber, wegen seines Eharakters als timderlied nicht für unser Blatt, sondern für eine Jugendzcitung. Beranrworrlicker Redakteur: I. Itlingenftein irr <?ternhe>m in Rbeinbefstri; Selbstverlag der Redaktion. Für den Buckbandel: Lommisfion bei 8. L. Fritz jcke in Leipzig — Dampf-Schnelpressendruck von I. Gottsleben in Mainz. in

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