Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Lehrer · 1864-04-07 · 14 (7.4.1864) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
4 (1864)
Issue
14 (7.4.1864)
Date
1864-04-07
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/4896751-5428744-5431361--0750-4897368
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

®ö*MitIict liRunmtt. Blerteljährllcher Abonnementsprets t Tblr. — 27 kr. Beifrankirt«r Zusendung unter Kreuzband jährlich 2 fl. 12 kr. Bestellungen nehmen all« Postämter und Buchhandlungen an. Der IsiMAisclle IeKrer. Anzeigen zu 1 Sgr. die Petitzeile. Linsendungen cntwede direkt an den verantwortlichen lstedakteur oder an die Verlagshandlung. Organ für die Schule, die Familie und das Gemeindeleben des Iudenthums. Herausgegeben s von Z. Klingenftein, Ignaz Lehmann und A. Treu. IX«. Ick Mainz, den 7. April 1864. (Viertel: Jahrgang.) Religionsgeschickte. (Fortsetzung.) Wir haben in unserer Stoffwahl, nur dasjenige berücksichtiget, was wir zur Erkenntniß des Zusammenhangs für unbedingt nöthig halten. Wo es inöglich ist wird der Lehrer schon verstehen, diesen vorzüglichsten Repräsentanten ihrer Zeit noch eine oder mehrere Hervorragende Persönlichkeiten anzureihen, und weitere Datas zu bieten. Allein, er wolle nicht erschöpfen! Ein bedeutsamer Zug aus dem Leben eines großen Mannes zeichnet oft den Mann und die ganze Situation beffer als eine Masse zusammenhangsloset und unbedeutender Kleinigkeiten. Weniger zu geben, als wir angedeutet, wird, wenn überhaupt der Unterricht von Werth und Bedeutung sein soll, nicht wohl räthsam sein. Wo es die Klaffcneintheilung möglich macht, wird der Lehrer im ersten Jahre dieses Material in kurzen treffenden Zügen zeichnen, und im zweiten dasselbe wiederholen, erweitern und ergänzen. Wir verwahren uns gegen den Einwurf, daß mir hier nicht genau den chronologischen Fortgang beobachtet haben. Der Lehrer wird es begreiflich finden, daß wir so und nicht anders verfahren; daß wir die Entwicklung in bestimmten Kreisen gleichsam zu Ende führen, und dann erst wieder uns in eine frühere Zelt zurückversetzen, um an einem anderen Ende anzufangen. Aber das Volk der istorischen Kritiker — insbesondere der jüdischen — ist ein ösärtiges unduldsames Volk; dies daher vorsorglich mit dem Bemerken, daß wir nur einen pädagogischen, keinen Historischen Aufsatz geschrieben haben, und mit ihnen durchaus nichts zu schaffen haben möchten. Noch manches liegt uns mit Bezug auf die Art und Weise unseres Unterrichtsgegenstandes nah, was wir "aber dem denkenden Leser überlaffen müssen, um nicht zu weitschweifig zu werden. Einiges werden wir jedoch auch in dem Folgenden noch andeuten. Wir kommen nun zur weiteren Frage: lll. Wie verhält sich dieser Unterricht zu den anderen Lehrgegenständen, zum Gesammtorganismus der jüdischen Volks- und ReligionSschule? Es kann hier unsere Aufgabe nicht sein, über den Gesamnitorganismus der jüdischen Volksschule iiü Allgemeinen zu sprechen, insbesondere da auf den Organismus einer Schule die Verhältnisse einen maßgebenden Einfluß üben. Alles kommt darauf an, ob wir eine ein- oder mehrklassige Volksschule oder gar eine „Real- und Volksschule" o.d« endlich nur eine Religionsfchule vor uns haben. Lächermh ist's freilich, wenn man diese Einflüffe auch in Bezug auf Jfc Methodik eines Unterrichtsgegenstandes geltend macht.gibt eigentlich nur eine wahre Methode. Die Methode eines GeLenstandes in der Schule folgt nur subjektiven, im Kindesgeiffk begründeten, oder objektiven, aus der Sache herrührenden Anschauungen. Andere „Verhältnisse" können sie nicht berühren. £cr Organismus der jüd. Volksschule aber ist ein eigenartig gestaltetes Ding, und manchem Lehrer möchte er „gbaulich" Vorkommen, wenn wir zu den vielen Unterrichts. gegcnständen derselben noch einen weiteren hinzufügen wollten. Wenn wir nicht irren, haben in unseren Schulen etwa 8 Religions- und cc. 12 Elementar- und Real-Unterrichtsfächern Bürgerrecht. Wenn nun ein Lehrer auch nur 3 Abtheilungen, haben, und für jedes Fach ftir jede Abtheilung wöchentlich 1 Stunde verwenden wollten — woher die Zeit nehmen? - Es dürfte hier also ein bekanntes Schlagwort der neuen Zeit Platz greisen, dem wir wohl im Allgemeinen nicht gerne einen zu großen und weitgehenden Einfluß auf die Gestaltung unseres Schullebens gönnen. Dies Wort heißt „Concentration." Wir sind durchaus dagegen, daß man, auf dies vielfach unbegriffene Wort sich stützend, z. B. allen Unterricht an das Lesebuch anschließe, wie das öfters verlangt worden, io daß man in der Lesestunde nicht alle lesen, sondern womöglich Alles „von Allem ein Wenig, von Jedem Nichts" vornehmen müßte. Wir verstehe« unter Concentration nur ein Zurückgehen aus Grundbegriff und Zweck eines nach allen seinen Zweigen einheitlichen Unterrichtsfaches; dieser Grundbegriff ist hier: Geschichte. *) In einer jüdischen Zeitschrift wurde bei der Beurtbeilung unserer Schrift: „der Unterricht im Hebräischen, eine methodische Anleitung" auch auf die „Verhältnisse" hingewiesen. Wir konnten daraus entnehmin, wie sebst „univeisale" Geister sich auf den Gebieten der Pädagogik, dieser Wissenschaft, die nach der Ansicht Vieler gewissen Ständen gleist,sam .angeboren" ist uny die sie gar nicht als Wissenschaft gelten lassen, doch lächerlich machen können.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.