Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 4 (1864)
- Issue
- 10 (10.3.1864)
- Date
- 1864-03-10
- Page
- Seite 40 (sequence 4)
- Language
- German
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40 auf Weiteres in allen Svnagogeu des Landes rn dos sadbatdlicke Evnazogxugebet folgende Fürbitte für ScksieSwig-Holstein eingeschaltet werde:', Insbesondere scküye und schirme in dieser ernsten Zeit unfern' bedrängten Brukerstatnm unk verleihe seinem Rechte, sowie dem des ganzen Vaterlandes ruhmvollen Sieg.* — Bekanntlich wurden in Polen zur , Zeit des russ. Kaisers Nikolaus die I. den mit Gewalt modernisirt, indem man ihnen aus freier Straße Bart, 'Pocken und Kaftan sSckuwez, altpolnische Nationaltracht) gewaltsam abscbnstt. Der Polizeimeister von Warschau hat nun die Vorschrift wider dre .jüdischen Trachten erneuert, und die Polizeiioldaten bilden zu diesem Zwecke Federmester und Sck'eeren erbalten. — Jni österreichischen Herrenhaus - wurde ein Gesetz einstimmig angenommen, das ^ie Grundbesihfähigkeit der Israeliten in der Land, kbauptstatt Ezernvwitz ausiSricht. — Unser ungarischer (>crr spondent tbejlt uns io eben mit, ■ daß nun endlich der ung. SLulfond eiste erwüichte l?) Verwendung gesunden; bobe Slattbalterei,. habt eine -Commission von 12 Israeliten, > Kaufleute und 4 Mabbiner berufen, um über die l'reiruna eines Rabbiner-Seminars ru beratbschlagen. Zu-?leich sollen sich diese Herren über Ne viel vennlirie Inspcctoralscage und über etwaigen lleberfckuß aus dem Schulsonde aus sprechen. — Es sind dies, hochwichtige Angelegenheiten; aber dennoch scheint uns leider'auch hier wie fast überall im Judentbume gebaut zu wertest, wie nur Ngverskändige bauen; erst das Tack! — Und dann: sind keine-Schulmänner in Ungarn, die von Schulfache ungefäbr Jo viel versieben. als — Kaiffleute? Unter den uns mitgetheilten stigmen sind keire Lehrer und unter den Rabbinernamcn fehlen gerade die hervorragendsten: Löw, Zipfer. Fasfel, Meisel! — Der.Präsident des ung. isr^ Vereins, Tr. med. I.'Rozsol' wurde zum Mitgliede der ung. Akademie der Wissenfcha'ten -ernannt. Dic Lchrerwaisen. --ine Er-ähtung aus dem reden. Wenn der Reifeitde. die amiiulhigen Berge des unteren FraickenwaldeS nnd die Thülerdnvclmreist, die oberhalb Aschaffenburg dem Mmn bis'nach'Würzburg bald enger bald weiter feinen vielfach 'gekrümmten Weg anwciien, w ^oird ihm aus die'em Wege''gewiß ' das' Städtchen W. mit Märztage, goldet von bereits mit im weiten es ist jene vierzehn Jo Sie haben sieht ihnen fühlen. M seinen herrlichen Ruinen auffallcn, das gleichsam vom Thale ' .bis zur Bergspitze hinaufgebaut scheint. Es ist ein prächtiges l Stückchen Erde, so ganz dazu angethan, den Blick und das ' Gemüth des Beschauers zu fesieln. Es wil Abend werden nach einem heiteren aber kalten Die Spitzen der Berge um W. werden verrongem Sonnenschein, während die Tiefen sich langen Schatten bedecken; tiefe Stille herrscht lmkreis Kein Wind weht, kein Vogel zwitschert; feierliche Stille in der Natur, die wohl den fröhlichen Menschen beglückt, den Schwermüthigen und Ein-> samcn aber seine Ein'amkeit noch fühlbarer macht. i Ein Kr abe von etwa zwölf und ein Mädchen von etwa hren sind auf der Spitze des Berges sichtbar, beide ein kleines Bündlein in der Hand, man die Ermüdung an, die die armen Halberfrorenen t Sehnsucht blicken sie in das Thal. „Dort," sagt das Mädchen, „dort siehst Du, Jakob, dort jener Schornstein l gehört zu unfern Hause I Siehst Du, die kleinen Rauchwölkchen, die daraus emporsteigen? Obwohl dieMutter jetzt an uns denken mag? O, wie friert's mich! Säße, ich nur jetzt bei ihr; es will mir gar nicht mehr warm werden! „Unser Haus?" sagte der Knabe, den das Mädchen Jakob geheißen und seine Hand ballte sich fast drohend, wie man cs wohl von dem schwächlichen Knaben nicht erwartet hätte: „unser Haus sagst Tu?" Wer weiß, ob die Bösen nicht, bis wir nach Hause kommen, unseren kranken Vater und unsere liebe Mutter, — die immer nur in der Küche weint, aber in der Stube fröhlich scheint, — aus dem Hause gejagt haben! Es ist ja nicht unier Haus, es ist das Haus, der Gemeinde! So lange unser Vater gesund war und kräftig und den ganzen Tag über unterrichtete und sich abmühte, da! war es unser Haus; aber, Du weißt eS ja, daß am vergangenen r~zf abermals der-alte Jsat Saron da war, und Unfern Vater zum Ausziehen ermahnte! O, die.... | (Fortsetzung folgt.) f Soeben ist erschienen und gegen Einsendung von 2 Sgr. — fi kr. sin Briefmarken) durch den' Geschäftsführer des Eomite's für den _ Unterstütz^ngsvercin für isr Lehrer Lehrer -Wittwen und Waisen, -• I. Klingensteiu mil Franko - Zusendung unter Kreuzband, 'zu erhalten: 1.4, 11 3l. Predigt Wer 11. B. Älos. bei Eelegeiibcit einer Sepher-Lhorn -Einweihung in Schornsheim, am Sabbat BesHallach 5ff24 (23. Januar 1d(i4) von Dr. D. RotlisfliiHI. . Eroßhcrzozlicher -Rabbiner im Jtr.eife Alzev. Ter Reincrtrai ist der Unterstützungskaise für bülfsbedürfrige isr. Ledrer uu: deren Wittwen' und Waffen in Deutschland rnfiewiesem wiederjbesetzung der erledigten Vurbeter-! Stelle )u Speyer. Tie erledigte Stelle eines Vorbeters (Eantors) an der diesigen Synagoge mit einem jährlichen Gehalte von fl. 500 und Erträgnissen an Caiualien veranschlagt zu . , ,, l<io ' 1 fl.liOi» ist wieder zu besetzen. j Bewerber um diese Stelle, welche musikalisch gebildet und den Gottesdienst mit Ehor- und Orgel-Begleitung zu leiten im'Stande sind, haben ihr Gesuch nebst Zeugnissen an den unterfertigten Snnagogen-Ausschuß binnen 4 Wochen einzureichen. . . , Speyer, den 22. Februar! 664. Der Synagogen--Ausschuß: C. David, Vorstand, M. Roos, S. Herz. -veranrirorrülber Redakteur: I. Klingen Ü ein in Odern beim in Rbembeffm; Selbstverlag der Redaktion. Für den Buck'banrel: in Ecmm-.sftcn bei'L. L. F'rix.-'ck e in Leivzig — Tamvf-Eebnclireisiendruck von I. üivttSleben in Mainz. r