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Der israelitische Lehrer · 1864-03-03 · 9 (3.3.1864) · p. Seite 36

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
4 (1864)
Issue
9 (3.3.1864)
Date
1864-03-03
Page
Seite 36 (sequence 4)
Language
German
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36 -l kaffe eine Lebensfrage, und/so lange nicht der Gedanke bei Allen durchgegriffen hat —. Einer für Alle, Alle für Einen — so lange sind wir ein untergeördneter verachteter Stand — „so acktunzswerth im Einzelnen, so verachtungs werth im Ganzen." — Sckmach drum dem, der mit irgend welchen Hintergedanken umgeht, und die heilige Angelegenheit zu schädigen sucht. Schmach dem, der aus Gleichgültigkeit oder Selbstgenügsamkeit die Hände jetzt müssig in den^Schooß legt, wo eS, wie noch nie, gilt, sie zu rübren. Schmach uns,- wenn wir eine Sache., die bis zu diesem Punkte gediehen ist, aus Eigenliebe. Selbstsucht, Trägheit od-r wie die Teufel der Menschheit, die alles Gute-stören, sonst heißen mögen, feige aufgebe«. E»wäre ein schimpfliche- Zeugniß unserer Erniedrigung, und wir müßten allen Redlichen und Strebenden zum Gespötte w.rden. . . K. Aus Kurhessen wird uns berichtet, daß den christlichen College« von den Landständen Gehaltszulagen bewilligt worden; daß aber die Kurhefs. Schulzeitung nichtdavon gemeldet, daß auch den isr. Lehrern solche bewilligt wurden. Auch die Petitionen der Lehrer der Kreise Wolfhagen und 'Fronhausen, wegen Charakterertheilizng der isr. Lehrer als „Volksschullehrer" sind nicht zur Vorlage gekommen. ES macht unser Berichterstatter darum den Vorschlag, die Laudstände mit vielen Adressen gleich den christlichen Collegen zu behelligen, — aus je einem Kreise eine solche, damit um so gewisser ein Erfolg zu erwarten wäre. Unser Korrespondent bittet uns,, dies in Anregung zu bringen, sowie anzudeuten, daß man dann die betreffenden Petitionen einem befreundeten Kaffeläner übergeben möge. Wir erledigen uns mit Vergnügen hiermit des uns' gewordenen Auftrages, können uns aber nichtenthalten, zu' bemerken, daß wir den gegenirärtigen Zeitpunkt für Betreibung aller ähnliche Epecialfragen bei den bohen Regierungen durchaus für ungeeignet halten, unh, nachdrücklichst davon abrathen müssen. In einer Zeit, wo so große nationale Fragen zu verhandeln sind, wie in der gegenwärtigen, würde es von politischer Taktlosigkeit zeugen, wollte man die großen politischeck Körperschaften mit solchen, für das Ganze unbedeutenden Fragen behellig n, wie die unsrigen Wohl — das Recht ist immer bedeutungsvoll; wo aber die ganze Nation ihr'R-cht fordert, müssen die einzelnen Körperschaften, wenn keine Gefahr im Verzüge ist, mit ihren Anforderungen zurückstrhen. ' . — Nach Beschluß Kf. Regierung der Provinz Niederheffcn wurde aus besondere Anfrage des Bürgermeisters zu Spangenberg den christlichen, bezw. -Mischen Lehrein die Besuguiß ertheilt, Eltern, deren Kinder, auswärts in Pflege und und nur eine Privatschule besuchen, zur Bezahlung des festgesetzten Schulgeldes anrumabnen; aber'ein andersörtiger öffentlicher Schulbesuch gestatte dieses nicht. Vorerwähnter- Beschluß liegt mehr im Interesse der Gemeinden, als der Lehrer. — Die israelitischen Gemeinden in Italien haben — dis auf wenige — ihre Zustimmungen Hu dem Statut gegeben, das behuis Verbindung der isr. Religionsgemeinden Italienvon dem Congresse in Ferrara entworfen wurde, und soll nun die geschäitsfübrende Commission gewählt werden. (A. I.) — Der Minister des Innern in Portugal bat den Cortes einen Gesetzesentwurf vorgelegt, wonach auch in Portugal völlige Freiheit des Bekenntnisses herrschen soll. (A I.) diese- Attribut verletzt und remonstrirte dagegegen bei der Kreisdirection. Diese verweist die Sache zurück an den Staatsanwalt, der aber dieselbe Person ist und wie Schreiber dieses audeffen Munde gehört hat, durchaus nicht ungerecht gehandelt zu haben glaubt, sondern nur bedauert, daß die Juden nicht noch Leibzoll zahlen müffen, da sie einmal cmanzipirt, nun gar noch mehr sein wollen (?) HerrHelfft aber hat, wie wir hören, Rekurs an's Ministerium ergriffen. Verein zur Unterstützung isr. Lehrer, Lehrer- Wittwen und -Waisen. Pränumerationen. Lehrer Kuttnauer in Großkarben, für Kaufmann Mai, Abr. Grünebaum 2. und sich selbst je 1 Erpl.; Jacob Marcus a. Lrtenberg 1; zusammen 4. Im Ganzen 92. Subscriptionen. Lehrer A. Elsässer und HülfSlehrer Preßburg in Laupheim (Wb. vorläusigc Meldung); Lehrer Bt. Wolf in Leimersheim 1 Jahr., 1 Kalender; Fritz, evangel. Pfarrer in Oternbeim 1 Ja'rb. Kuttnauer, Lehrer in Großkarben 5 Jahrb. 5 Kal.; W. Joseph, Lehrer in Lampertbeim 6 Jahrb., 10 Kal.; Rickard, Lehrer in Aufließ b. Hollfeld, Oberfranken 2 Jahrb., 10 Kal.; Lehrer Werthan in Dillig 2 Jahrb.; Lehrer Jsaac Lehmann in Großzimmern 2Jahrb., 10Kal.; Canlor Jsaacsohn in Güsten 2Jahrb. (eventuell auch eine gemessene Zahl Kal.); Dr.S. S. Wormser, Distrikts-Rabbiner in Weilburg 1 Jahrb.; Lehrer Aaron in Essenheim 2 Jahrb. (für D. u. A. Goldmann) und 10 Kal.; Lehrer Wertheimer in Schornsheim 2 Jahrb. und 12 Kal.; Christian Tondorf aus Gedern 1 Jahrb. Der prov. Geschäftsführer des Comitee's: J. KUngcnstcin. Wiederbrsetzung der erledigten Vorüeter- Stelle }u Speyer. Die erledigte Stelle eines Vorbeters (Cantors) an der hiesigen Synagoge mit einem jährlichen Gehalte von fl. 500 und Erträgnissen an Casualken veranschlagt zu . . „ 100 fl. 600 ist wieder zu besetzen. Bewerber um diese Stelle, welche musikalisch gebildet und den Gottesdienst mit Chor- und Orgel-Begleitung zu leisten im Stande sind, haben ihr Gesuch nebst Zeugnissen an den unterfertigten Synagogen-Ausschuß binnen 4 Wochen einzureichen. Speyer, den 22. Februar 1864. Der Synagogen-Ausschutz: 6. David, Vorstand, M. Roos, 8. Herz. — Der Polizeicommisiar Buck in Wolfenbüttel gebrauchte in einer den Vorstebcr Helfst von Braunschweig betreffenden Anzeige tcn Ausdruck „jüdischen" Kaufmann. Derselbe fühlte sich durch Berichtigung. In Nr. 7, Seite 25, . Spalte J, Zeile 14 ließ: statt „Geschöpf." „Bild" Beranrirortlicher Redakteur: I. Klingensiein in Odernheioi in Rbeinbeffen; Selbstverlag der Redaktion. Für den Buchbandei Lonimisnon bei L. L„ Fritz sche in Lewzig — Dampf-C chneüpressendruck von I. V-ttSleben in Mainz. s

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